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"Alle Fehler von Dortmund darf ich nicht mehr machen"
05.01.2019 - 00:00 Uhr
Peter Bosz (Foto: dpa) war äußerlich schon ganz Leverkusener. In schwarzer Bayer-Trainingskluft und mit dem üblichen Dreitagebart nahm er neben Sport-Geschäftsführer Rudi Völler und Sportdirektor Simon Rolfes Platz, um seine Absichten und seine Philosophie im neuen Verein zu erläutern. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen", lautete eine der Aussagen des 55-jährigen Niederländers - was sollte er sonst auch von sich geben? Er schob indes schnell einen Satz nach: "Wir müssen realistisch sein." Dieser Realismus soll auf jeden Fall dazu führen, dass am Ende dieser Saison ein Platz im Europapokal ergattert wird. Rolfes traut ihm das zu: "Peter Bosz steht für offensiven und attraktiven Fußball. Und wir haben viele Spieler, die mit dieser Art Fußball sehr gut zurechtkommen."

So schnell wird das Ganze nicht komplett positiv umzusetzen sein. "Zwei Wochen sind nicht viel Zeit", betonte Bosz mit Blick auf den Bundesliga-Rückrundenauftakt am 19. Januar gegen Mönchengladbach. Ergo müssten er und das Team des Europa-League-Starters "hart arbeiten". Und dabei nicht nur auf Kleinigkeiten achten, sondern auch darauf, "dass wir ein gutes Auge für alle Sachen haben müssen". Bosz warf auch einen Blick zurück auf seine Zeit in Dortmund, wo er nach einem halben Jahr und einer Serie von Misserfolgen im Dezember 2017 gehen musste. "Alle Fehler, die ich in Dortmund gemacht habe, muss und darf ich hier nicht mehr machen", sagte er, ohne in die Details gehen zu wollen. "Die Erfahrung nehme ich mit. Man muss lernen aus den Fehlern, die man gemacht hat", erläuterte der Mann, der schon vor der Saison 2017 bei Bayer im Gespräch war, sich dann aber für den BVB entschied. "Jetzt ist er endlich da", sagte Völler.

Bosz leitete gestern das Auftakttraining. Die ersten Aufgaben haben es in sich: Mönchengladbach, Wolfsburg, Bayern München, Dortmund. Viel Zeit bleibt ihm nicht. Schnell muss er sichtbare Schwierigkeiten bewältigen. Das zweifellos talentierte Team kam in der Hinrunde nur auf 24 Punkte - bei viel zu inkonstanten Leistungen. Das führte bei Völler zu der Einschätzung, die Leistungsentwicklung habe unter Heiko Herrlich zuletzt "stark stagniert". Deshalb habe Bayer "etwas verändern müssen". Bosz ("Es wird wieder Spaß machen") hat einen Vertrag bis 2020. In dieser Zeit soll er es hinbekommen, dass aus dem Talentschuppen ein Team der Konstanz wird. Völler glaubt daran: "Wir sind begeistert von der Art und Weise, wie er in Amsterdam hat spielen lassen", erwähnte er mit Verweis auf dessen Ajax-Zeit. Auch dort bestand das Team aus jungen, talentierten Spielern, mit denen er Zweiter wurde und 2017 erst im Europa-League-Finale Manchester United (0:2) unterlag. (dpa)

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