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"Kobayashi hat ein wahnsinniges Paket"
08.01.2019 - 00:00 Uhr
Markus Eisenbichler und Stephan Leyhe in der Weltspitze, etablierte Skispringer wie Einzel-Olympiasieger Andreas Wellinger mit Sorgenfalten: Die deutsche Vierschanzentournee-Bilanz fiel gemischt aus. Bundestrainer Werner Schuster, dessen Zukunft beim Deutschen Ski-Verband (DSV) derzeit noch offen ist, unterhielt sich mit Erik Roos und Christoph Leuchtenberg nach Tournee-Abschluss in Bischofshofen.

Interview

BT:
Werner Schuster, mit Markus Eisenbichler und Stephan Leyhe standen zwei deutsche Springer auf dem Tournee-Podium. Hätten Sie damit gerechnet?

Werner Schuster: Ich hatte schon darauf spekuliert, dass zumindest einer aufs Podest kommt. Für beide ist das ein Riesenerfolg, sie mussten sich oft hinten anstellen. Bei dieser doch taffen Tour aufs Podest zu kommen, ist mit der größte Erfolg ihrer Karriere. Markus hat mal eine WM-Medaille gemacht, aber das würde ich mindestens gleichsetzen oder eigentlich drüber stellen."

BT: Markus Eisenbichler hätte zum Abschluss in Bischofshofen beinahe Ryoyu Kobayashi bezwungen...

Schuster: Markus hat eigentlich den Tag dominiert, hat die ersten drei Durchgänge (Training, Qualifikation, erster Durchgang, Anm. der Redaktion) gewonnen. Man muss zur Kenntnis nehmen, dass er zumindest heute noch nicht reif war für seinen ersten Sieg. Es hätte ein normaler Sprung genügt, auch wenn Kobayashi im zweiten Durchgang wieder seine Extraklasse gezeigt hat.

BT: Was sagen Sie zu Stephan Leyhe?

Schuster: Mir war immer klar, dass Stephan in Bischofshofen noch gute Chancen hat. Im zweiten Durchgang hat er die Chance bekommen, sein Können zu zeigen. Insgesamt hat er noch Defizite, was Podiumsplätze betrifft, derzeit ist er auf Platz vier einbetoniert. Er soll mal schauen, dass er auch mal einen Sieg macht.

BT: Der Tourneesieg war dennoch kaum möglich, oder?

Schuster: Einer war wirklich viel besser. Markus hat Ryoyu zweimal gefordert, aber in letzter Konsequenz muss man den Hut ziehen. Er hat ein wahnsinniges Paket, fährt schnell an, hat eine unglaubliche Stabilität im Absprung und auch unter Druck funktioniert seine Technik gut. Deswegen hat er verdient gewonnen. Wir gratulieren ihm und freuen uns über ein gutes Teamergebnis.

BT: Richard Freitag und Andreas Wellinger dürften weniger zufrieden sein oder?

Schuster: Richard hat sich ein bisschen gesteigert in der Tournee. Jetzt müssen wir schauen, dass er nicht abkürzen will. Er spürt langsam wieder, wie es gehen kann. Bei Andi ist es ein bisschen zäher. Oberstdorf war natürlich ein Riesendämpfer, er muss jetzt kleine Brötchen backen, da ist jeder Top-15- oder Top-Ten-Platz ein Erfolg. Jetzt müssen sie die Ärmel hochkrempeln.

BT: Wie wichtig war vor diesem Hintergrund der Erfolg von Eisenbichler und Leyhe?

Schuster: Es wäre noch viel schlimmer, wenn Richard und Andi die zwei besten Deutschen wären. Aber das ist ja nicht so, deswegen können sie sich gut entwickeln. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bis zur WM eine wirklich sehr schlagkräftige Truppe an den Start bringen werden. Da wollen wir wieder Medaillen machen.

BT: Eigentlich galt Karl Geiger nach seinem Engelberg-Sieg als großer Hoffnungsträger...

Schuster: Das war natürlich eine neue Situation. Er ist mit großen Hoffnungen gestartet, das ist aber nicht gleich aufgegangen. Dann hat man von Station zu Station gemerkt, dass er es ein bisschen erzwingen will. Und dann ist er wirklich sehr verkrampft geworden. Die Situation, hier die Last zu tragen und für Deutschland die Kohlen aus dem Feuer zu holen, war doch noch eine Nummer zu groß. Aber: Er wird noch sehr wertvoll sein in dieser Saison. Irgendwas wird für den Karl noch reserviert sein.

BT: Können Sie sich in den kommenden Tagen ein wenig erholen?

Schuster: Meine Frau ist Lehrerin, die hat am Montag einen langen Tag, die werde ich erst am Abend treffen. Natürlich versucht man, die Zeit zu nutzen, aber viel Zeit bleibt nicht. Der nächste Weltcup muss vorbereitet werden. Es ist nicht so, dass ich jetzt zwei Tage in die Karibik fahren könnte.

BT: Die Tournee ist vorbei - fällt jetzt die Entscheidung über Ihre Zukunft?

Schuster: Es hat sich bei der Tournee nichts getan. Ich war im Alltag drin, daher hatte ich keine Zeit, darüber nachzudenken und darüber zu sprechen. Ich bin im Kontakt mit dem Verband. Wenn es was Neues gibt, werde ich es mitteilen. Das verspreche ich. (sid)

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