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Kein Problem mit schwerem Erbe
Kein Problem mit schwerem Erbe
15.01.2019 - 00:00 Uhr
Den Schatten seines erfolgreichen Vorgängers wird Toni Söderholm so schnell nicht los. Seine Amtszeit als Eishockey-Bundestrainer begann der Finne gestern in der Marco-Sturm-Eishalle. In der Heimat des erfolgreichsten Trainers in der Historie des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) will dessen Nachfolger der Olympia-Perspektivmannschaft "Top Team Peking" schon einmal drei Tage lang sein System einbläuen. Mit den hohen Erwartungen durch Sturms Erfolge mit dem Olympia-Zweiten hat Söderholm kein Problem. Der 40-Jährige startet selbstbewusst.

"Jetzt ist meine Zeit, und ich mache meine Dinge", sagt Söderholm zu Sturms Erbe. "Mir ist es egal, ob wir in der Marco-Sturm-Eishalle trainieren, solange wir alle zusammen haben und trainieren können." Er hat einen genauen Plan, wie er das Nationalteam nach Sturms Weggang im November als Co-Trainer in die NHL zu den Los Angeles Kings weiterentwickeln will.

Wie schwer der Umbruch auch nach einigen Rücktritten routinierter Leistungsträger wird, bekam Söderholm gleich von seinem Vorgänger mitgegeben. "Der Status quo reicht nicht. Es ist ein Muss, etwas zu ändern", hatte Sturm zum Abschied gesagt. Zumindest dessen bewährtes Spielsystem mit einer moderaten Abkehr von der Defensivtaktik vergangener Jahre will der neue Coach aber nur geringfügig verändern, taktisch dafür variabler werden. "Kampfgeist und Mannschaftsgeist" will auch der sehr gut Deutsch sprechende Finne sehen. Der ehemalige Verteidiger wirkt klar in seinen Gedanken und prägnant in seinen Aussagen. Den Spielern verspricht er ein angenehmes Ambiente: "Der Mensch hinter den Spielern, der muss sich wohl fühlen."

Trainer des Jahres



in der DEL 2

Das Olympia-Perspektivteam, mit dem im Februar zwei Testspiele gegen die Schweiz anstehen, spielt eine wichtige Rolle für den Umbruch bis 2022. Nur einige der Talente, die jetzt in Dingolfing versammelt sind, dürften schon im Mai bei der WM in der Slowakei mit dabei sein. Ab 2020 verspricht Söderholm ihnen aber eine echte Perspektive.

Überraschend hatte die DEB-Spitze um Präsident Franz Reindl und Sportdirektor Stefan Schaidnagel Söderholm mit der Aufgabe betraut, den Neuanfang zu gestalten. "Ich habe von Anfang an das Gefühl gehabt, dass er das Feuer hat", sagt Reindl zu der Verpflichtung des früheren Meisterspielers des EHC Red Bull München. "Ich glaube, dass er mit seinem gesamten Charisma ideal ist für das Nationalteam."

Bedenken, einen Drittliga-Coach zu holen, zählten nicht. Söderholm sollte in der Red-Bull-Organisation zum Nachfolger von Meistercoach Don Jackson aufgebaut werden und beeindruckte beim Kooperationspartner SC Riessersee, zu dem er abgestellt war. Den Traditionsclub führte Söderholm zur Hauptrunden-Meisterschaft in der zweiten Liga. Er wurde im Vorjahr zudem zum "Trainer des Jahres" der DEL2 gewählt. Die Drittklassigkeit des SCR lag am Rückzug aus finanziellen Gründen.

Für das umworbene Trainer-Talent wich der Verband auch von der Maxime ab, auf deutsche Bundestrainer zu setzen. Denn Erfolge hatte der DEB in den vergangenen Jahrzehnten mit ausländischen Coaches nicht. Für Reindl war dies ohnehin nur "ein Klischee". Auch Toni Söderholm begegnet dem ruhig, souverän und selbstbewusst: "Das hat nichts mit mir zu tun. Für mich ist das kein Thema. Ich will, dass das Nationalteam so viel wie möglich erreicht." (sid )

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