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"Ich weiß, was ich kann"
14.02.2019 - 00:00 Uhr
Viktoria Rebensburg zuckt mit den Schultern. Dass sie mal wieder als Heilsbringerin für den Deutschen Skiverband gefordert ist, "ist ja mittlerweile nichts Neues mehr", sagt sie. Seit dem Rücktritt von Maria Höfl-Riesch muss stets Rebensburg bei Großereignissen die Kohlen aus dem Feuer holen - und so ist es auch diesmal in Are, wo bei der WM vor zwölf Jahren ihr Stern aufging. Mit Rang acht im Riesenslalom.



"Ich kenne die Situation und weiß, was mich erwartet", sagt die beste deutsche Skirennläuferin vor dem Riesenslalom heute (14.15/17.45 Uhr, ZDF und Eurosport), in dem der DSV die letzte realistische Chance auf die erhoffte Frauenmedaille hat. "Sie kann die Medaille einfahren, aber da muss alles zusammenpassen", sagt Alpinchef Wolfgang Maier. Alles blickt auf die 29-Jährige aus Kreuth, doch die winkt gelangweilt ab: "Ich bin so lange dabei, dass ich weiß, wie ich damit umgehen muss." Wie genau? Nach dem bitteren vierten Platz im Super-G, als sie Bronze um winzige 0,02 Sekunden verpasste, und der Abfahrt mit Rang elf ist Rebensburg im nahen Ski-Ort Almasan Riesenslalom gefahren. Und sonst? Spaziergänge durchs tief verschneite Jämtland, gerne zur Bäckerei am Ortseingang von Are, wo es leckere Zimtschnecken gibt. Oder Autofahren auf dem zugefrorenen Are-See. Rebensburgs Rezept: "Trainieren, erholen - und dann angreifen."

Doch die Konkurrenz ist stark. Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin (USA) verzichtete nach Gold im Super-G auf Kombination sowie Abfahrt und tankte in einem norwegischen Luxushotel Kraft. Auch die junge Slowakin Petra Vlhova, Titelverteidigerin Tessa Worley aus Frankreich, aber auch die Italienerin Federica Brignone und die Norwegerin Ragnhild Mowinckel liegen in der Weltcup-Wertung vor Rebensburg. Zwei zweite Plätze, aber auch zwei Ausfälle stehen in ihrer Saisonbilanz. "Klar, zu den allergrößten Favoriten gehöre ich nicht", sagt Rebensburg, die im vergangenen Winter noch zum dritten Mal die Gesamtwertung in ihrer Paradedisziplin gewonnen hatte. Doch ihr liegt die Rolle der starken Außenseiterin. "Ich weiß auf alle Fälle, was ich kann", betont sie trotzig, "der Speed ist da. Und es ist eine gute Piste, die mir liegt."

Aber: Seit WM-Silber 2015, als im Jahr eins nach Höfl-Riesch das erste Mal alle auf sie blickten, hat Rebensburg bei Großereignissen keine Medaille mehr gewonnen. Die WM 2017 in St. Moritz begann sie exakt wie die aktuelle in Are mit den Plätzen vier und elf in Super-G und Abfahrt. Im Riesenslalom schied sie aus, ein Tiefpunkt. "Das war schon heftig, für mich der schwierigste Moment", sagt sie. Vorbei. Auch Olympia 2018, wo Rebensburg nach Platz vier zum Start im Riesenslalom nicht mehr zulegen konnte, sei vergessen. Die WM, ein Riesenslalom unter Flutlicht - "richtig cool", sagt Rebensburg. Der Druck ist groß, die Konkurrenz stark - doch Rebensburg, Olympiagold 2010, 16 Siege im Weltcup und zwei weitere Medaillen, träumt: "Vom Weltmeistertitel, der mir einfach noch fehlt."

"Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich vor zwölf Jahren als junge Athletin mit leuchtenden Augen im Bus vom Flughafen Östersund nach Are zu meinem ersten Großereignis gefahren bin", sagt sie über die WM 2007. Der achte Platz im Riesenslalom war ein riesiger Erfolg für die damals 17-Jährige. Are ist womöglich nicht nur ein Synonym für den schönen Anfang, sondern auch eines für ein unbefriedigendes Ende ihrer WM-Karriere mit nur einer Medaille. Denn ob Rebensburg 2021 in Cortina d'Ampezzo noch antritt, ist alles andere als ausgemacht. Sie kann das vielleicht letzte Kapitel heute selbst schreiben. (dpa)

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