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Jammern
16.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Winfried Heck

Jammern zählt nicht! Dabei hätte Ruben Wolochin, Trainer der Volleyball Bisons Bühl, derzeit durchaus Grund zur Klage. Neben den beiden Mittelblockern Akhrorjon Sobirov und Oliver Martin fällt beim Gastspiel in Lüneburg auch Libero Tim Stöhr aus. Knieprobleme wurden beim Ersatzmann des ursprünglich als Libero eingeplanten Tomas Ruiz diagnostiziert, so dass im Spiel gegen den Tabellendritten nun mit Corbin Balster wohl bereits der dritte Libero in der laufenden Spielzeit zum Einsatz kommt.

"Wir müssen Lösungen finden und weiter spielen", hat Wolochin gar keine Zeit, sich mit Dingen aufzuhalten, die ohnehin nicht zu ändern sind. "Wenn wir gut spielen, dann haben wir auch eine Chance", sagt der Argentinier und hofft ausgerechnet davon zu profitieren, was gemeinhin als Vorteil der Gastgeber bezeichnet wird. "Lüneburg hat eine sehr kleine Halle, wenn wir da mit Sprungaufschlägen genügend Druck machen, kann es klappen." Aber natürlich ist auch Wolochin nicht entgangen, dass die Niedersachsen eine extrem gute Saison spielen, vielleicht sogar die beste, seit das Team von Trainer Stefan Hübner im Jahr 2014 in die erste Bundesliga aufstieg. Schon jetzt wurden 38 Punkte eingefahren, so viele wie in der bisherigen Rekordsaison 2015/16. Außerdem schafften die "Lüne-Hünen" nach 2015 zum zweiten Mal den Einzug ins Pokalfinale, in das sie diesmal keineswegs als krasser Außenseiter gehen werden. Anfang Januar gelang dem Team um die beiden Ex-Bühler Matthias Pompe und Noah Baxpöhler ein 3:2-Sieg am Bodensee gegen Finalgegner Friedrichshafen.

Bemerkenswert bei Lüneburg ist auch die Konstanz im Kader, der nur sehr behutsam verstärkt wurde. Einziger Neuzugang war vor dieser Spielzeit der Kanadier Adam Schriemer, der den nach Frankfurt abgewanderten Zuspieler Adam Kocian ersetzen soll und dies bisher auch exzellent macht. "Schriemer hat das Spiel der Lüneburger deutlich verändert und besser gemacht", hat Wolochin höchsten Respekt vor dem Zwei-Meter-Mann, der zudem über einen exzellenten Aufschlag verfügt. Stark sei beim Gegner auch, dass er nie die Ruhe zu verlieren scheint und konsequent sein Spiel durchzieht.

Eigentlich spricht somit alles für einen Sieg Lüneburgs, doch mit Blick auf das Pokalfinale in der kommenden Woche könnte durchaus sein, dass Lüneburgs Spieler das Alltagsgeschäft in der Bundesliga diesmal nicht ganz so ernst nehmen. Trainer Stefan Hübner geht allerdings davon aus, dass seine Jungs voll und ganz auf das Spiel gegen Bühl fokussiert sind.

"Wir beschäftigen uns noch gar nicht mit dem Finale", sagt er, doch die Realität sieht natürlich ganz anders aus. Die Schlagzahl an Presseterminen vor dem Finale in der Mannheimer SAP-Arena ist immer sehr hoch, wie auch die Bühler Spieler im Vorjahr erfahren mussten.

Doch inzwischen seien diese Medientermine abgehakt, so dass man sich - wie vor jedem Spiel - wieder ausschließlich auf die nächste Aufgabe konzentrieren könne. Das habe bisher ganz gut funktioniert und das werde auch gegen Bühl so sein, glaubt Hübner - und warnt zugleich davor, Bühl wegen der Verletzungsprobleme zu unterschätzen. "Das ist ein Gegner mit hoher individueller Qualität", verweist er auf Spieler wie Bruno Lima, Anton Qafarena und Mario Schmidgall. Volle Konzentration sei deshalb angesagt.

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