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Zwischen Ausrutscher und Trend
Zwischen Ausrutscher und Trend
22.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Frank Ketterer

Dienstagnachmittag war endlich mal wieder richtig Leben in der Bude, das heißt: Genau genommen fand das Leben gar nicht in der Bude statt, sondern auf dem Trainingsplatz des Karlsruher SC. Während der Übungsstunde dort hatte Mark Lorenz seinen Kollegen Marvin Pourié von den Beinen geholt - und zwar auf eine Art und Weise, wie sie der Stürmer offenbar für deutlich zu rustikal hielt, wie er sogleich lautstark kund tat. Ein richtig kleiner Disput hat sich danach zwischen den Beiden entwickelt, erst nachdem die Chose ausdiskutiert war, konnte das Training fortgesetzt und schon bald darauf auch ganz friedlich beendet werden.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Alois Schwartz auch diese Szene gemeint hat, als er gestern um die Mittagszeit darüber referierte, dass seine Mannschaft unter der Woche nicht nur "Einsicht" gezeigt habe, sondern auch deutliche "Reaktion" - und zwar auf die Leistung im Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern vergangenen Samstag. Mit 0:1 hatte der KSC dieses, das nur zur Erinnerung, verloren - und, fast noch schlimmer, ohne große Gegenwehr. "Wir haben nicht gezeigt, was wir sonst zeigen", wiederholte Schwartz gestern, was er bereits am Samstag noch vor Ort gesagt hatte. Und: "Wir hatten einen Ausrutscher, leider im Derby."

Nach zuvor elf Spielen ohne Niederlage kann man das natürlich so sehen, als verantwortlicher Cheftrainer muss man das vielleicht sogar. Andererseits war das Derby samt Pleite nun auch schon das dritte Spiel der Karlsruher in Folge ohne Sieg, zuvor hatte es lediglich zwei 1:1-Unentschieden in Jena und Zwickau gegeben.

Zwar ist es angesichts dessen zweifelsohne deutlich verfrüht, von Krise zu reden, einen gewissen Negativtrend kann man den Badenern derzeit aber auch nicht absprechen. Dass sie nach wie vor auf Platz zwei im Drittliga-Ranking geführt werden, hat zumindest aktuell weniger mit der eigenen Stärke zu tun als vielmehr mit dem Umstand, dass auch zumindest ein Teil der potenziellen Aufstiegskonkurrenz in schöner Regelmäßigkeit patzt. In der Rückrundentabelle rangieren die Karlsruher mit sechs Punkten aus fünf Partien jedenfalls lediglich auf Rang elf. Auf den im Gesamtklassement aktuell auf Rang drei geführten SV Wehen Wiesbaden, das Team der Stunde in Liga drei, haben sie in dieser Zeit satte neun Punkte verloren, auch der Vorsprung auf den Halleschen FC ist mittlerweile wieder auf zwei Zähler zusammengeschrumpft. Schon an diesem Wochenende - der KSC spielt morgen bei den Sportfreunden Lotte, Halle in Osnabrück, Wehen Wiesbaden einen Tag später zuhause gegen die Würzburger Kickers - könnte Platz zwei (und sogar Rang drei) verloren gehen. Zum ersten Mal seit dem 26. November stünde der KSC dann nicht auf einem direkten Aufstiegsplatz.

Ganz große Rotation ist nicht zu erwarten

Die Lage ist zwar weiterhin nicht aussichtslos, im Vergleich zum Jahresende deutlich verschärft aber hat sie sich allemal. "Im Moment fehlt von allem etwas, und das spielerisch wie kämpferisch", gibt denn auch Rechtsverteidiger Marco Thiede zu. Laut Trainer Alois Schwartz handele es sich dabei zwar um "kleine Nuancen", an denen man drehen müsse, "um wieder in die Spur zu kommen"; zumindest dass der KSC diese zwischenzeitlich verlassen hat, stellt er damit nicht in Abrede.

"Es kann sein, dass wir personell etwas verändern, vielleicht aber auch am System", sagte Schwartz gestern bezüglich der morgigen Partie in Lotte (14 Uhr). Weiter ins Detail gehen wollte er gestern, wie eigentlich immer, freilich nicht.

Personell ist die ganz große Rotation ohnehin nicht zu erwarten. Zum einen gehört eine solche nicht zu Schwartz' Stil. Zum anderen sind brauchbare Alternativen im Kader nicht all zu üppig gesät, zumal hinter dem Einsatz von Burak Camoglu (Magen-Darm-Virus) ein Fragezeichen steht. Ob der Trainer wiederum Alexander Groiß oder Sercan Sararer schon einen Einsatz von Beginn an zutraut, ließ er gestern ebenfalls offen.

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