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SC lässt die Puppen tanzen
25.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Michael Ihringer

Gregor Kobel fuchtelte wild mit seinen Armen herum. Für einen Torwart ist das nichts Besonderes. Doch der Augsburger musste sich nach getaner Arbeit den heimischen Journalisten stellen. Kobel ähnelte mit seinen ulkigen Gesten dem Anführer der Blechtrommler-Armee aus der Augsburger Puppenkiste, die lustigen Figuren rollen darin schon mal kollektiv vom Hang herunter. Lustig war es für Kobel mit Sicherheit nicht, wie er und seine Teamkollegen des FCA vom Sport-Club Freiburg mit 5:1 aus dem Schwarzwaldstadion weggeballert wurden.



"Ich weiß nicht, wo wir in der ersten Halbzeit waren, jedenfalls nicht auf dem Platz. Das war ein Totalausfall", redete sich der junge Torwart in Rage. "Auf keinen Fall" habe man gegen den Trainer gespielt. Manuel Baum konnte sich derweil an "keine Halbzeit erinnern, in der wir jemals so schlecht waren. Ich muss das erst Mal schlucken." Einige Meter entfernt stand Manager Stefan Reuter und machte bei strahlendem Sonnenschein ein Gesicht wie zehn Tage Regen. "Wir müssen uns überlegen, wie das passieren kann, dass du so eine erste Halbzeit anbietest. Die Körpersprache und das Auftreten waren richtig schlecht." Fehlt nur noch, dass Co-Trainer Jens Lehmann nun zum Baumfäller wird. Pikant: Laut dem an seiner ehemaligen Wirkungsstätte blassen Jonathan Schmid ist der Ex-Nationaltorwart für die Augsburger Defensive verantwortlich...

Der Fassungslosigkeit der Gäste stand die Freiburger Glückseligkeit gegenüber. Die Remis-Spezialisten verbuchten mit einer offensiven Glanzleistung endlich den ersten Dreier des Jahres. Sieben, acht Einschüsse der torgeilen Petersen, Waldschmidt, Grifo und zum Schluss hin auch Niederlechner wären gegen vogelwilde, unorganisierte, disziplinlose Fuggerstädter locker drin gewesen. Typisch für SC-Trainer Christian Streich, dass er nach seinem höchsten Bundesliga-Sieg in seiner Laudatio in Amir Abrashi einen formidablen Giftzwerg aus dem defensiven Mittelfeld hervorhob. "Was Abrashi elf Monate nach seinem Kreuzbandriss an Balleroberungen zeigte, darüber freue ich mich wahnsinnig."

Bis auf die, so Streich, "etwas wackelige" Phase nach Khediras 3:1-Anschlusstor, als der SC sich seinen obligatorischen 15-minütigen Tiefschlaf gönnte, spielten seine Mannen wie aus einem Guss. Hohes Anlaufen, hohe Laufbereitschaft, hohes Tempo. Und die Breisgauer profitierten bei all ihrer Offensivpower auch von dem hohen Prozentsatz an Aussetzern auf Seiten der gedemütigten bayerischen Schwaben.

So verdankte Petersen sein Führungstor dem peinlichen Luftloch von Rani Khedira (9.), der nicht nur in dieser Szene bewies, dass sein Bruder Sami doch mit mehr Talent gesegnet ist. Entsprang das 2:0 Grifos genialer Kunst, Freistöße aus 22 Metern Entfernung fulminant ins Netz hämmern zu können (39.), war die Ursache für Petersens zweiten Glücksmoment bei seinem Kopfball nach Ecke von Grifo das Tohuwabohu in der FCA-Defensivzentrale (43.). Mit drei Gegentoren zur Pause waren die fürwahr abstiegsgefährdeten Augsburger noch gut bedient.

"Wir haben viele gute Dinge gesehen, wir waren griffiger, spritziger, zweikampfstärker, wacher", bilanzierte SC-Kapitän Mike Frantz, der unermüdliche Kämpfer vor dem Herrn. "Wir haben überragende Kicker da vorne, auf die man sich verlassen kann", schwärmte Vincenzo Grifo, der nach seiner Rückkehr in der Winterpause Woche für Woche stärker aufdreht. In Mönchengladbach und Hoffenheim saß er zumeist nur auf der Bank, in seinem "Wohnzimmer" an der Dreisam vertraut ihm sein Trainer blind. Als Dank könnte der spielerische Dreh- und Angelpunkt dafür sorgen, dass der Sport-Club im Gegensatz zum FC Augsburg diesmal nicht bis zum Saisonende zittern muss.

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