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Nullnummer ohne Folgen
Nullnummer ohne Folgen
25.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Hans Falsehr und Frank Ketterer

Die Deutsche Presse Agentur brachte es schon kurz nach Spielende gewohnt trocken und entsprechend schonungslos auf den Punkt. "0:0 in Lotte - KSC verliert Anschluss zu Spitzenreiter Osnabrück", stellte die Nachrichtenagentur da fest. Und als ob das alleine nicht schon Übel genug wäre, hieß es weiter: "Karlsruhes direkter Verfolger SV Wehen Wiesbaden kann somit am Sonntag die Mannschaft von Trainer Alois Schwartz von ihrem direkten Aufstiegsplatz verdrängen."

Karlsruhes direktem Verfolger SV Wehen Wiesbaden ist das am gestrigen Sonntag nicht gelungen. Mit 0:2 verloren die Hessen ihr Heimspiel gegen die Würzburger Kickers. Da bereits am Vortag auch der Hallesche FC in Osnabrück mit 0:2 verloren hatte, wirkte sich die Karlsruher Nullnummer in Lotte zumindest tabellarisch nicht nur negativ aus. Zwar sind es auf Spitzenreiter Osnabrück nun in der Tat schon sechs Zähler Abstand, dafür ist dieser zu den Verfolgern Wehen und Halle wieder um einen Zähler und somit auf drei Punkte angewachsen.

Davon einmal abgesehen ist dem KSC die nach den beiden Unentschieden im Osten sowie der 0:1-Derbypleite gegen den 1. FC Kaiserslautern vor einer Woche angestrebte Rückkehr in die Erfolgsspur nicht gelungen. Bei den Sportfreunden ließ der KSC allenfalls in defensiver Hinsicht leichte Fortschritte erkennen, schon weil die Wildparkprofis im fünften Spiel nach der Winterpause erstmals ohne Gegentreffer blieben. Offensiv jedoch ließen die Badener erneut gleich einige Wünsche offen.

Einerseits bedauerte Trainer Schwartz nach dem Abpfiff, dass seine Schützlinge vor nicht einmal 3 000 Zuschauern "das Matchglück " nicht auf ihrer Seite hatten. "Wir hatten drei, vier gute Möglichkeiten, da kann schon mal einer reinrutschen", lamentierte er. Der Coach stellte aber auch fest: "Nach vorne fehlt uns derzeit die nötige Entschlossenheit, die Gier, den Ball reinzumachen."

Die zunächst beste Chance, den KSC in Führung zu schießen, hatte Sercan Sararer, der tatsächlich für Toni Fink in die Anfangsformation des KSC gerutscht war. Nach einem Zuspiel von Manuel Stiefler versetzte er einen Gegner und zielte mit links ins linke Eck, doch SFL-Keeper Steve Kroll tauchte reaktionsschnell ab und bewahrte die Gastgeber vor dem frühen Rückstand (8.). Im Anschluss verfehlte Marvin Wanitzek - einmal zu hoch (18.), einmal links vorbei (29.) - das Gehäuse der Sportfreunde. Ansonsten spielte sich die faire Partie in der ersten Halbzeit vorwiegend zwischen den Strafräumen ab - ohne weitere Höhepunkte.

Entscheidende Vorteile konnte sich keiner der beiden Kontrahenten erspielen oder erarbeiten. Allerdings hinterließen die Sportfreunde in den Zweikämpfen einen wacheren Eindruck und brachten darüber hinaus viele zweite Bälle - offensiv wie defensiv - in ihren Besitz, während der KSC sich im Spielaufbau etliche Eigenfehler leistete.

Am ausgeglichenen Kräfteverhältnis änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Einen größeren Adrenalinschub aus Karlsruher Sicht gab es indes aus einem anderen Grund: In der 54. Minute fiel KSC-Torhüter Benjamin Uphoff, als er einen Freistoß der Sportfreunde aus der Luft pflückte, so unglücklich auf den Rücken, dass er einen Versuch, weiterzuspielen, wegen einer schweren Hüft- und Beckenprellung wenig später abbrechen musste. Sven Müller nahm (61.) Uphoffs Platz zwischen den Pfosten ein. Noch davor (57.) hatte Toni Jovic, gestört von KSC-Kapitän David Pisot, die beste Tormöglichkeit der Hausherren vergeben.

In der Schlussphase der fußballerisch alles in allem schwachen Partie stand Lottes Heimserie (acht Spiele ungeschlagen) dann doch noch mehrfach auf der Kippe. Zunächst forderten die Wildparkprofis einen Handelfmeter, weil bei einer Hereingabe von Sararer ganz klar der linke Unterarm von Alexander Langlitz im Spiel war (74.). Nach der anschließenden Ecke scheiterte erneut Sararer aus kurzer Distanz an Steve Kroll. Auch die Nachschüsse von Alexander Groiß, der für den erkrankten Burak Camoglu (Magen-Darm-Infektion) in der Startelf stand, und David Pisot blieben in der vielbeinigen SFL-Abwehr hängen (75.). Gegen Ende meisterte Kroll dann auch noch einen abgefälschten Schuss von Manuel Stiefler.

"Wir wollten erst einmal defensiv gut stehen und nicht wieder in Rückstand geraten. Das haben wir geschafft", gab Kapitän Pisot hernach Einblick in den Karlsruher Matchplan. Abwehrkollege Gordon ergänzte eher phrasenschweinverdächtig: "Uns fehlt derzeit ein bisschen das nötige Glück, um vielleicht einmal einen dreckigen 1:0-Sieg einzufahren. Dieses Glück müssen wir uns wieder erarbeiten und weiter an uns glauben."

Lotte: Kroll - Langlitz, Rahn, Straith, Al-Hazaimeh (45. Härtel) - Chato, M. Schulze, Oesterhelweg (80. J. Lindner) - Drinkuth, Wegkamp, Jovic (86. Eilers).

Karlsruher SC: Uphoff (61. Müller) - Thiede, Gordon, Pisot, Roßbach - Stiefler, Groiß, Wanitzek, Lorenz - Sararer (82. A. Fink), Pourié.

Schiedsrichter: Henrik Bramlage (Vechta) - Zuschauer: 2 180 - Gelbe Karten: Jovic (2) / Wanitzek (6) - Beste Spieler: Kroll, Chato Nguendong / Pisot, Sararer.

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