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"Mein Herz schlägt für den VfB Gaggenau"
02.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Peter Putzing

Wenn Fatih Aslan alle paar Wochen während eines kurzen Heimaturlaubs bei den Eltern durch die Gaggenauer Fußgängerzone schlendert, dann trifft er hin und wieder Freunde, Bekannte oder auch Schulkameraden. Logisch, schließlich lebte er rund 20 Jahre in der Murgtal-Metropole. Von Fremden wird er so gut wie nie angesprochen. Wenn der 29-Jährige hingegen in seiner Wahlheimat München in der Nähe der Grünwalder Straße unterwegs ist, kennen ihn dort viele, fast alle. Auch um das ein oder andere Autogramm wird er dann gebeten.

Der in Baden-Baden geborene und in Gaggenau aufgewachsene Aslan ist Teammanager beim Fußball-Drittligisten TSV 1860 München, da ist es nur logisch, dass ihn jeder kennt. Seit Januar 2017 steht er bei den Löwen unter Vertrag. Mit dem verantwortungsvollen wie abwechslungsreichen Job hat der zielstrebige ehemalige Amateurfußballer ein Zwischenziel in seiner Karriereplanung erreicht. "Später will ich Sportdirektor werden", sagt Aslan.

Schon mit vier Jahren schnürte er beim VfB Gaggenau die Kickstiefel. Einige Jahre später war ihm klar: "Ich will ins Management eines Profiklubs." Über seinen Heimatverein sagt er auch heute noch: "Mein Herz schlägt für den VfB. Es waren tolle Jahre. Mit Giovanni Casa hatten wir einen prima Trainer." Mit im Team damals: Sezer Ergün. Der ging dann zum KSC. "Wir sind noch immer eng befreundet", berichtet Aslan. Ergün, der derzeit beim Landesligisten Ottenau spielt, sagt über Aslan: "Wir kennen uns seit Kindertagen, wir haben jeden Tag gebolzt. Er ist seit Jahren mein bester Freund."

Nach seiner mittleren Reife in Gaggenau und Fachhochschulreife an der HLA Rastatt absolvierte Aslan in Freiburg ein Sportmanagement-Studium. "Nebenbei" erwarb er eine Trainerlizenz. Parallel machte sich der Gaggenauer Gedanken, wie er den Sprung ins Management eines Profiklubs würde schaffen können. "Ich wusste: Ich muss mehr machen als ein Ex-Profi. Ich musste mir ein Alleinstellungsmerkmal zulegen, denn dieser Markt ist sehr klein", erinnert sich Aslan. Das Ergebnis seines persönlichen Brainstormings: Sprachen lernen. Inzwischen beherrscht er sechs Sprachen nahezu perfekt: Türkisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. "Ich wusste, es gibt viele Ausländer im Profigeschäft, als Spieler und Trainer. Und: Portugiesisch ist im Fußball sehr wichtig."

Und siehe da: Als 2017 Vitor Pereira, der mit dem FC Porto mehrfach die portugiesische Meisterschaft gewonnen hatte, als Cheftrainer zu den Münchner Löwen in die 2. Bundesliga wechselte, sah Aslan seine Chance gekommen. "Ich wusste: Das ist meine Chance. Ich habe angerufen und gesagt: Ich bin bereit das zu machen. Als Dolmetscher, verbunden mit anderen Aufgaben, und verwies auf meine Ausbildung. Nach zehn Minuten kam der Rückruf mit der Einladung nach München." Nach dem ersten Gespräch mit Trainer Pereira sagte der Coach: "Fatih - du bleibst bei mir!"

Der Gaggenauer fungierte ab sofort als Teammanager-Assistent und Übersetzer, ein Zwischenziel war erreicht. Mit seinem großen Organisationstalent überzeugte er bei 1860, übernahm auch schonmal den Job des Videoanalysten.

Aktuell ist Aslan als Teammanager für die Koordination und Organisation des Profiteams zuständig: Auswärtsfahrten planen, Testspiele organisieren, Trainingslager koordinieren, Marketingtermine einpassen. Dazu muss er die rechtlichen Angelegenheiten bei Transfers checken. "Ich bin 24 Stunden für den Trainer und die Mannschaft da. Es spielt keine Rolle, wenn einer nachts um zwei Uhr anruft. Das gehört zum Job", sagt Aslan.

Den Fußball in seiner badischen Heimat hat Aslan trotzdem immer im Blick - auch den Ligakonkurrenten Karlsruher SC: "Wir haben mit dem Aufstieg nichts zu tun. Daher wünsche ich mir, dass der KSC aufsteigt. Aber: Insgesamt tendiere ich mehr zum SC Freiburg."

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