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Frust bei den OSG-Frauen
Frust bei den OSG-Frauen
05.03.2019 - 00:00 Uhr
Große Enttäuschung bei den Frauen und mit "blauem Auge" davongekommen - so lässt sich für die OSG Baden-Baden das lange Wochenende in Berlin zusammenfassen. Die zentrale Veranstaltung im Hotel "Maritim" bot den beiden Schach-Teams der Kurstadt zwar einen glanzvollen, äußeren Rahmen, aber jedoch nur bescheidene bis durchwachsene Ergebnisse.

In der Frauen-Bundesliga mussten die Titelverteidigerinnen von der Oos die Krone an das Sextett einer anderen Kurstadt abtreten, den SC Bad Königshofen, der damit nach 2014 die deutsche Meisterschaft zum zweiten Mal errang. Zwar war es laut Mitteilung absehbar, dass sich die Unterfränkinnen mit der maximalen Ausbeute von sechs Punkten aus den letzten drei Runden den Pokal holen würden, aber dass die Spielerinnen aus Baden-Baden am Ende mit der 2,5:3,5-Niederlage gegen die Dauerrivalinnen aus Schwäbisch Hall auf den vierten Tabellenplatz abrutschen und damit ihr bisher schlechtestes Bundesliga-Ergebnis einfahren würden, war nicht vorgesehen.

Teamchef Thilo Gubler sprach denn auch von einer "verkorksten" Saison und war sich mit dem OSG-Vorstand darin einig, dass man die Lage gründlich analysieren und Schlüsse daraus ziehen werde, die zum Neustart im Herbst wieder in Richtung Titelgewinn führen sollen. Im Rückblick auf die jetzt beendete Spielzeit gab es aus Gublers Sicht vor allem einen bestimmten Faktor, der für das mäßige Abschneiden entscheidend beitrug: die völlig überraschende Niederlage gegen Hamburg in der sechsten Runde, trotz nahezu optimaler Besetzung.

Die Schlussergebnisse der OSG-Frauen in Berlin - Unentschieden gegen Deizisau, Sieg gegen Karlsruhe und Niederlage gegen Schwäbisch Hall - taten im Kern nichts mehr zur Sache, da die Spielerinnen aus Bad Königshofen gegen Hofheim, Lehrte und Pankow noch einmal von Sieg zu Sieg geeilt waren.

In der Schachbundesliga hat die OSG Baden-Baden mit 18 Mannschaftspunkten die Spitze knapp behauptet, Solingen hat jedoch aufgeschlossen. Dicht herangerückt ist mit 17 Punkten der SV Hockenheim. Da Baden-Baden und Solingen noch gegeneinander antreten müssen, sind Zahlenspiele möglich geworden, die sogar einen Dreier-Stichkampf zum Ergebnis haben könnten, da Brettpunkte in der Endabrechnung nicht zählen.

Der erste Gegner der OSG war bereits ein harter Brocken: Die Schachfreunde Deizisau, die schon durch die Aufstellung unmissverständlich signalisierten, dass sie nicht gekommen waren, um als Kanonenfutter herzuhalten. So gingen die ersten zwei Bretter gleichzeitig verloren: Fabiano Caruana, Vize-Weltmeister und Nummer zwei der Weltrangliste, gegen den ungarischen Spitzengroßmeister Peter Leko, sowie der französische Spitzenspieler und die aktuelle Nummer neun der Welt, Maxime Vachier-Lagrave, gegen den mehrfachen US-Meister Gata Kamsky. Auch wenn Levon Aronian zunächst ein leichter Sieg gegen Georg Meier gelungen war, sah es gefährlich nach einer Niederlage der OSG aus. Als es nach einem Arbeitssieg von Radoslav Wojtaszek und nach Punkteteilunge n bei Peter Svidler, Francisco Vallejo Pons sowie Etienne Bacrot unentschieden stand, war es schließlich Ex-Weltmeister Viswanathan Anand, der zur Erleichterung des OSG-Anhangs seinen Gegner an Brett drei in mühsamen 55 Zügen niederrang und den Gesamtsieg sicherte.

Am nächsten Tag steigerte sich die Spannung für die Spieler und die zahlreichen Fans in eine spürbar "knisternde" Atmosphäre: OSG-Baden-Baden gegen den titelhungrigen SV Hockenheim. Die "Rennstädter" waren mit einer derart starken Mannschaft angereist - an der Spitze der Shootingstar der Szene, US-Meister Samuel Shankland -, dass es zu der nach Elozahlen hochkarätigsten Begegnung in der Geschichte der Schachbundesliga kam. Baden-Baden hatte alle acht Bretter mit Super-Großmeistern über 2 700 Elo-Punkten besetzt, dennoch endeten alle Partien unentschieden. Auch Arkadij Naiditsch kam nach 137 Zügen und sechsstündigem Kampf nicht über ein Remis hinaus. Hockenheim hatte Baden-Baden einen wichtigen Punkt im Titelrennen entführt - es sollte nicht der einzige bleiben: Der überraschend starke Aufsteiger SC Viernheim trotzte der OSG ein 4:4-Unentschieden ab.

Im Rahmenprogramm fand ein Blitzturnier mit fast 300 Teilnehmern statt, das vom Favoriten Fabiano Caruana gewonnen wurde. Auf einem beachtlichen zehnten Platz landete Großmeister Roland Schmaltz, OSG-Turnierleiter und Mitglied des Zweitbundesligateams. (red)

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