Auch erkältet gut genug für Bronze
Auch erkältet gut genug für Bronze
09.03.2019 - 00:00 Uhr
Ihre zwölfte WM-Medaille in Serie war für Laura Dahlmeier gefühlt fast wie ein Sieg. Auf dem Siegerpodest kam die Doppel-Olympiasiegerin nach WM-Bronze im Sprint nicht mehr aus dem Strahlen heraus. Zwar verpasste sie den in ihrer Sammlung noch fehlenden Gold-Coup über die kurze Distanz. Aber für die deutsche Ausnahmekönnerin war Rang drei nach der schwierigsten Saison ihre Karriere ein überwältigender Erfolg. "Für mich ist die Bronzemedaille so extrem viel wert, weil ich zwischendurch schon nicht mehr dachte, dass es hier überhaupt für eine WM-Medaille reicht oder ich vielleicht sogar nach Hause fliegen muss", sagte sie und strahlte vor Freude.

Denn tags zuvor hatte die Skijägerin aus Garmisch-Partenkirchen noch wegen einer leichten Erkältung die Mixed-Staffel auslassen müssen und beim Silber-Gewinn gefehlt. Beim Frühstück gestern Morgen hustete Dahlmeier immer noch wie verrückt, "die anderen haben einen großen Bogen um mich gemacht", erzählte sie. Einmal mehr wunderte sie sich über sich selbst: "Ich bin sprachlos."

Die letzten Tage, sagte sie, sei es ihr "echt schlecht" gegangen. Im Ziel war sie völlig ausgepumpt liegen geblieb, ehe ihr Mannschaftsarzt Klaus-Jürgen Marquardt und ein Betreuer auf die Beine halfen. "Ich habe noch nie so kämpfen müssen wie heute", sagte Dahlmeier.

Sie sicherte sich dank einer tadellosen Schießleistung und einer klugen Renneinteilung den Podestplatz, musste sich nach zehn Kilometern nur der dreimaligen Olympiasiegerin Anastasija Kuzmina aus der Slowakei und der Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold geschlagen geben.

Die siebenmalige Weltmeisterin aus Bayern verschaffte sich damit auch eine hervorragende Ausgangsposition für die Verfolgung morgen (13.45 Uhr). Dahlmeier lag im Ziel 12,6 Sekunden hinter Kuzmina und 9,7 Sekunden hinter Tandrevold.

Die ebenfalls hoch gehandelte und mit Mixed-Silber dekorierte Denise Herrmann verpasste durch zwei Fehler im Stehendschießen ihre erste WM-Einzelmedaille bei den Skijägern. Die frühere Langläuferin legte zwar die Laufbestzeit hin, aber die 300 Extrameter konnte sie nicht kompensieren. Auf den schweren Strecken unweit des zugefrorenen Storsjön-Sees, wo sie im Dezember 2017 ihre ersten beiden Weltcupsiege holte, kam sie als Sechste (+ 23,9 Sekunden) ins Ziel. "Es ist bitter, weil mit nur einem Fehler noch was gegangen wäre", sagte sie. Franziska Preuß wurde 16. (1/+ 52,4 Sekunden) und Franziska Hildebrand (2/+ 1:55,4 Minuten) enttäuschende 40. Vanessa Hinz verpasste einen Tag nach Mixed-Silber als 65. gar die Qualifikation für das Jagdrennen.

Zwölf Medaillen



in Folge Rekord

Ein Phänomen aber bleibt Dahlmeier. Zwölf WM-Medaillen nacheinander schaffte noch niemand im Biathlon-Zirkus. Dabei liegen wohl die schwersten Monate der Karriere hinter ihr. Im Oktober hatte sie notgedrungen eine Zwangspause verkündet - weil gar nichts mehr ging. Der Körper streikte, die Belastungen waren zu hoch, die Rückschläge häuften sich. Einem Unfall mit dem Mountainbike folgten in der Vorbereitung eine Weisheitszahn-Operation und ein langwieriger Infekt. Kontinuierliches Training? Unmöglich.

Nachdem sie fünf Rennen zum Saisonstart verpasst hatte, meldete sich die Ausnahmekönnerin im Dezember auf Anhieb mit einem zweiten Platz in Nove Mesto zurück, kurz darauf folgte in Antholz der erste und bislang einzige Saisonsieg. Nur achtmal war Dahlmeier in 18 Saisonrennen am Start. Und nun WM-Bronze! Was geht noch? (dpa)

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