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Schlag auf Schlag
Schlag auf Schlag
12.03.2019 - 06:33 Uhr
Von Frank Ketterer

Der Run auf die Eintrittskarten hat sich bislang in Grenzen gehalten. Rund 8 500 hatte der Karlsruher SC gestern für die morgige Partie gegen den VfR Aalen (19 Uhr) an Mann oder Frau gebracht, darin schon eingerechnet die 1 000 Freitickets, die der Drittligist für Menschen, die ein Ehrenamt bekleiden, für die Partie hat springen lassen. Für das Spiel eines aufstiegsambitionierten Tabellenzweiten ist das nicht eben viel, andererseits haben es die Badener eben auch mit großer Konkurrenz zu tun.

Rund 300 Kilometer süd-östlich findet schließlich gleich im Anschluss an den Kick im Wildpark eine Partie statt, die ein Großteil auch der badischen Fußball-Freunde nur ungern verpassen möchte, jene im Champions-League-Achtelfinale zwischen Bayern und Liverpool nämlich. Da kann man selbst als eingefleischter KSC-Fan ins Grübeln kommen, ob man raus auf die sturmumwehte Wildpark-Baustelle dackelt oder sich doch besser gleich ein warmes Plätzchen samt dazugehörigem Bierchen in einer Sky-Kneipe sichert.

Dieser Gewissenskonflikt ist selbst KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer in all seiner Problematik nicht unbekannt, mehr noch: Der ehemalige Bayern-Spieler hatte sogar früh schon Karten fürs große Spiel in München geordert. Vor 14 Tagen habe er dann bemerkt: "Hoppla, da ist ja was. Wir spielen ja am gleichen Tag." Nun sitzt morgen Abend ein Bekannter Kreuzers aus Österreich in der Allianz-Arena. Arbeit geht eben auch für einen Sportdirektor vor Vergnügen.

Bezüglich der Arbeit konnte Kreuzer gestern Nachmittag einen Erfolg vermelden: Innenverteidiger Daniel Gordon (34) verlängerte seinen Vertrag vorzeitig und ligaunabhängig bis Juni 2020.

Dass die morgige Partie des KSC nicht auf das, nun ja, allergrößte Interesse stößt, könnte allerdings nicht nur an Bayern und Liverpool liegen, sondern auch am eigenen Gegner. Der VfR Aalen ist schließlich schon einigermaßen abgeschlagener Tabellenletzter, da strömen die Massen selten. Schließlich kann da ja auch nichts schief gehen - oder, Herr Schwartz?

Alois Schwartz blickt streng und sogar einigermaßen böse drein, wenn man ihm so kommt. "Wer sagt das?", will der Trainer des Karlsruher SC dann auf der Stelle wissen. Nicht minder flott fügt er an: "Das ist die falsche Denke. So denken wir nicht." Und das nicht nur, weil auch Aalen laut Schwartz "einen ordentlichen Ball spielt" und gerade eben gegen den Halleschen FC, immerhin Tabellendritter, nur mit 0:1 und einigermaßen unglücklich verloren hat, sondern vielmehr aus Prinzip.

Dieses Prinzip lautet: In der 3. Liga gibt es keine leichten Spiele. Oder, wie KSC-Spielmacher Marvin Wanitzek es gestern formulierte: "Jedes Spiel ist gleichschwer, egal ob du gegen den Ersten, den Zweiten oder den Letzten spielst." Wanitzeks Quintessenz dessen: "Wir dürfen Aalen nicht auf die leichte Schulter nehmen."

Das ist schon deshalb keine schlechte Idee, weil die Karlsruher den mit den Siegen gegen die Spitzenteams aus Osnabrück und Uerdingen wieder eingeschlagenen Erfolgsweg natürlich auch gegen das bis Februar von Argirios Giannikis, in der KSC-Ära von Markus Kauczinski dessen Co-Trainer im Wildpark, trainierte Tabellenschlusslicht fortsetzen möchten. Zumindest personell scheinen die Voraussetzungen dafür nicht schlecht. Zwar sei seine Mannschaft, so Schwartz, aus dem Spiel in Uerdingen mit der ein oder anderen "kleinen Blessur herausgegangen", diese seien - nicht zuletzt beim Karlsruher Torduo Marvin Pourié (Wadenprobleme) und Anton Fink (Adduktorenprobleme) - mittlerweile aber weitgehend auskuriert, auch Sercan Sararer und Kyoung-Rok Choi sind prinzipiell wieder einsatzbereit.

Das sind keine schlechten Voraussetzungen vor so einer englischen Woche, wie sie in der 3. Liga ansteht und also auch der KSC sie vor der Brust hat. "Schlag auf Schlag" gehe es jetzt, so Schwartz. Der morgigen Partie gegen Aalen folgt schon am Sonntag jene in Cottbus. Wobei es der Terminplan noch einigermaßen gut mit dem KSC meint: Zwischen den Spielen beschert er den Badenern die für eine Englische Woche größtmöglichen Pausen.

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