https://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Rebensburgs stetes Hundertstelpech
14.03.2019 - 00:00 Uhr
Viktoria Rebensburg fasste sich ungläubig an den Helm, strahlte im Sonnenschein von Andorra in die Kamera und bekam sogar schon Glückwünsche zum Abfahrtssieg. Doch dann wurde die beste deutsche Skirennfahrerin vom Hundertstelpech erwischt - schon wieder! Fünf Wochen nach ihrer unglücklich verpassten Super-G-Medaille bei der WM in Are tröstete sich die Oberbayerin in Soldeu immerhin mit Platz zwei hinter der Österreicherin Mirjam Puchner trösten. Dass ihr zum ersten Weltcup-Erfolg in der Königsdisziplin Abfahrt nur 0,03 Sekunden fehlten, musste aber verdaut werden. "Klar, im ersten Moment ist es schade, dass die Hundertstel aktuell nicht auf meiner Seite sind. Trotzdem bin ich mega-happy mit meiner Fahrt. Das ist ein guter Einstand in die Final-Woche."

Auch Bundestrainer Jürgen Graller musste erstmal schlucken. "Das zwickt mich schon an", sagte er. Rebensburg hatte beim Saisonfinale in den Pyrenäen ein starkes Rennen gezeigt, die Besten des Winters um Disziplinsiegerin Nicole Schmidhofer hinter sich gelassen und lange wie die Siegerin ausgehen. Als viertletzte Starterin war Puchner aber doch schneller. "Mit der Leistung hätte sie den Sieg verdient gehabt", sagte Graller und erklärte, dass seine Top-Athletin vor allem im oberen Teil der Strecke deutlich mehr Gegenwind hatte als ihre beiden Kontrahentinnen auf dem Podest. "Es haben sich die Bedingungen sehr geändert."

Die Erfahrung kennt Rebensburg nur zu gut. Bei der WM im Februar musste sie im Super-G wegen eines Sturzes von Lindsey Vonn lange auf ihren Start warten, hatte deswegen klar schlechtere Sichtbedingungen als die vor ihr gestarteten Rennfahrerinnen. Die Folge: Zu Gold fehlten sieben Hundertstel, zu Bronze gar nur zwei. Diesmal war Rebensburg zwar schon im Ziel, als das Rennen im Zwergstaat wegen eines Sturzes von Cornelia Hütter aus Österreich unterbrochen wurde. Just in der Zeit flachte der Wind im ersten Teil der Strecke ab, und Puchner konnte ihren entscheidenden Vorsprung herausfahren.

Als die Österreicherin über die Ziellinie kam, schien sich die Athletin vom SC Kreuth hinter ihren Ski verstecken zu wollen. Nach 14 Siegen in ihrer Paradedisziplin Riesenslalom und zwei im Super-G hätte Rebensburg erstmals in der Abfahrt jubeln können. Die bis dato letzte Athletin des Deutschen Skiverbands ganz oben auf einem Abfahrtspodium war Maria Höfl-Riesch im Januar 2015 in Cortina.

Bei der Siegerehrung hatte Rebensburg die Enttäuschung überwunden. Mit der Platzierung nach einer durchwachsenen Speed-Saison und mauen Trainingsläufen hatte sie selbst nicht gerechnet. "Das war ein Riesensprung nach vorne", sagte Coach Graller. Seine Athletin war in dem Winter nur bei fünf Schussfahrten angetreten, um sich zu schonen und auf den Riesentorlauf zu fokussieren. Nachdem sie dreimal die Top Ten verpasste, war Platz zwei nun ein Mutmacher für die nächste Saison.

Dominik Paris hat bei den Männern derweil seine vierte Saison-Abfahrt gewonnen, im Kampf um die Disziplinwertung aber Beat Feuz nicht mehr einholen können. Der Südtiroler setzte sich vor Weltmeister Kjetil Jansrud aus Norwegen (+0,34) durch. Dem Schweizer Feuz reichte Platz sechs, um sich die Kristallkugel als Disziplinbester zu sichern. Als einziger Deutscher kam Josef Ferstl auf Platz sieben und egalisierte damit sein bislang bestes Abfahrtsergebnis. (dpa)

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Are
´Ich weiß, was ich kann´

14.02.2019
Harte Konkurrenz für Rebensburg
Are (sid) - Viktoria Rebensburg (Foto: dpa) geht am Donnerstag als letzte DSV-Läuferin mit Medaillenambitionen an den WM-Start in Are im Riesenslalom. Die Konkurrenz ist stark. US-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin. Petra Vlhova (Slowakei) und die Französin Tessa Worley sind favorisiert. »-Mehr
Are
Ein bisschen Drama, ein bisschen Show, ein paar Anzüglichkeiten

07.02.2019
Lindsey Vonn: Drama und Show
Are (red) - Ein bisschen Drama, ein bisschen Show, ein paar Anzüglichkeiten: Lindsey Vonn lässt bei der Ski-WM in Are keine Gelegenheit aus, noch einmal die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Am Sonntag steht mit der Abfahrt ihr letztes Rennen einer erfolgreichen Karriere an (Foto: AP). »-Mehr
Are
Das Hundertstel-Drama

06.02.2019
Rebensburg Vierte im WM-Super-G
Are (sid) - Viktoria Rebensburg (Foto: dpa) hat bei der Ski-WM in Are eine Medaille im Super-G als Vierte extrem knapp verpasst. Die Oberbayerin war nur 0,07 Hundertstel langsamer als Siegerin Mikaela Shiffrin (USA). Auf Bronze der Schweizerin Corinne Suter fehlten 0,02 Sekunden. »-Mehr
Semmering
DSV-Asse machen wenig WM-Hoffnungen

31.12.2018
Shiffrin stellt Rekord auf
Semmering (dpa) - Nach dem großen Rekord ihrer Karriere huldigte Mikaela Shiffrin (Foto: dpa) ihrem Kindheitsidol. "Marlies Schild war die beste Slalom-Fahrerin dieser Generation", sagte die beste Skirennfahrerin der Welt, die in Semmering einen Rekord aufstellte: 35 Siege im Slalom. »-Mehr
Semmering
Zauberfahrt am Zauberberg

29.12.2018
Starke Aufholjagd von Rebensburg
Semmering (red) - Viktoria Rebensburg hat dank eines Zauberlaufs im zweiten Durchgang noch den Sprung aufs Podest geschafft: Im Riesenslalom am Freitag im österreichischen Semmering belegte die Olympiasiegerin von 2010 den zweiten Platz hinter der Siegerin Petra Vlhova (Foto: AP). »-Mehr
https://www.freizeitmessen-freiburg.de/
Umfrage

Rund 43 Prozent der Deutschen halten Tätowierungen für eine Hürde bei der Jobsuche. Teilen Sie diese Ansicht?

Ja.
Kommt auf das Tattoo an.
Nein.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1