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Mit dem Kopf nicht
Mit dem Kopf nicht
15.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Frank Ketterer

An schwarzen Tagen wie diesem, mag selbst das bittere Ende so richtig nicht gelingen. Am Mittwochabend war das beim Karlsruher SC der Fall. Er dürfe nicht reden, ließ KSC-Keeper Benjamin Uphoff die nach der 0:3-Blamage gegen Tabellenschlusslicht VfR Aalen auf ihn wartenden Pressemenschen wissen, verbunden mit dem Hinweis, der Trainer habe einen entsprechenden Maulkorb erlassen. Alois Schwartz freilich wollte eine gute Viertelstunde später von einem solchen allerdings nichts wissen. "Ich habe kein Redeverbot erteilt, sondern nur gesagt: Wenn ihr raus geht, müsst ihr auch sagen, wie das Spiel war, nämlich Scheiße", stellte der Trainer richtig.

Schwartz selbst ging diesbezüglich mit gutem Beispiel voran. Schon auf der offiziellen Pressekonferenz ließ er keinen Zweifel daran, was er von der gegen Aalen gezeigten Leistung seiner Mannschaft hielt, nämlich nichts. Gar nichts! Nullkommanull! Auch in den internen Gesprächszirkeln danach rückte er von dieser Ansicht nicht ab. Keine Entschuldigungen, keine Ausreden, keine Beschönigungen, deren sich Schwartz in der Vergangenheit bisweilen schon auch mal bedient hat, nicht zuletzt um sich schützend vor seine Mannschaft und Spieler zu stellen. Nach diesem durch und durch leb- und leidenschaftslosen 0:3 gegen den Rangletzten schien dem Trainer der Kragen nicht nur geschwollen, sondern bereits geplatzt.

Jedenfalls ging ihm jegliches Verständnis für den totalen Systemausfall, den seine Mannschaft gegen die Schwaben erlitten hatte, ab, zumal er die Ursache keineswegs im prinzipiellen fußballerischen Vermögen der Seinen zu vermuten schien, sondern in deren Einstellung. Der ein oder andere sei sichtbar nicht mit dem Kopf bei der Sache gewesen, stellte Schwartz fest, der Name Gordon fiel in diesem Zusammenhang, freilich nur stellvertretend für so manch anderen. Ganz allgemein und quasi übers Kollektiv sagte der 51-Jährige: "Wenn ich mit so einer Grundeinstellung in ein Spiel gehe, darf ich mich nicht wundern." Von Beginn an habe man den Gegner nicht nur spielen lassen, sondern ihn regelrecht dazu eingeladen. Die frühen Gegentore in den Minuten 12. und 15. hätten ihr übriges getan. Der verschossene Elfmeter durch Marvin Pourié sei da nur noch "bezeichnend" gewesen - und zwar für die Harmlosigkeit der Mannschaft über die gesamte Spieldauer.

Wie gesagt: Solch öffentlich geübte Fundamentalkritik ist untypisch für Schwartz. Manchmal aber muss es einfach sein, zumal der blutleere Auftritt gegen Aalen ja kein Einzelfall ist, auch gegen Lotte und Kaiserslautern sind dem KSC beinahe sämtliche Betriebssysteme ausgefallen. Dass dies immer gegen vermeintlich "Kleine" geschieht, während die Mannschaft kurz davor oder danach gegen vermeintlich "Große" richtig gut spielt und gewinnt, spricht Bände, allerdings keine guten.

Woran das liegt, konnte Schwartz am Mittwochabend nicht erklären, weder den Fans noch sich selbst. "Das Spiel in Uerdingen und die Trainingsleistungen unter der Woche waren richtig gut", blickte er bei der ersten Fehlersuche zurück. Fündig wurde er nicht.

So blieb nur der Blick nach vorne. Dort wartet am Sonntag, zum Ende dieser englischen Woche, Energie Cottbus. Details zum nächsten Gegner konnte Schwartz am Mittwochabend nicht nennen. "Ich muss erstmal Aalen verarbeiten", sagte er noch immer sichtlich bedient.

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