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Auswärts besser als zu Hause
Auswärts besser als zu Hause
23.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Frank Ketterer

Oliver Kreuzer, so jedenfalls sagt er es, weiß nicht so recht, was er sich wünschen soll. Fußball ist im Allgemeinen ja auch kein Wunschkonzert, entsprechend kennt er sich in diesem Metier auch nicht so dolle aus. Wenn es denn aber schon mal sein muss, würde der Sportdirektor des Karlsruher SC sich in diesem Fall für eine Art Negativ-Wunsch entscheiden, dafür nämlich, dass der SV Wehen Wiesbaden heute Nachmittag beim Halleschen FC nicht gewinnt.

Dabei ist es nicht so, dass Kreuzer prinzipiell etwas gegen die Kicker aus Wehen hat. Vielmehr ist sein Ansinnen der Drittliga-Gesamtgemengelage geschuldet. Wehen ist schließlich Tabellendritter, Halle punktgleicher Vierter, beide aktuell durch fünf Zähler von den rangzweiten Karlsruhern getrennt. Hinzu kommt, dass die just nächsten Sonntag in Wehen antreten müssen und es dann selbst in der Hand haben, sich die Hessen noch weiter vom Hals zu schaffen. Mit einer Niederlage heute gegen Halle und nächste Woche gegen die Badener wäre der SVW zumindest fürs erste raus aus dem heißesten Aufstiegskampf. Dem KSC würde dann nur noch der HFC so ganz dicht im Nacken sitzen.

Aus Karlsruher Sicht nicht übel, vielleicht sogar noch besser, wäre freilich auch ein Remis zwischen den beiden Verfolgern. Aus fünf würden dann schließlich schon heute Nachmittag sieben Punkte Vorsprung - vorausgesetzt der KSC gewinnt zeitgleich sein eigenes Spiel gegen Hansa Rostock (14 Uhr). Genau das könnte zum Problem werden.

Das Spiel gegen Rostock ist schließlich ein Heimspiel - und just in diesen haben sich die Badener in dieser Saison bislang nicht immer mit Ruhm bekleckert. Vier ihrer fünf Niederlagen haben sie im heimischen Wildpark kassiert, hinzu kommen drei Unentschieden. Statistisch gesehen hat der KSC somit in jedem zweiten Heimspiel Punkte liegen lassen.

Da mag es den ein oder anderen ein wenig verwundern, dass Alois Schwartz von "Heimschwäche" dennoch nicht reden möchte, schließlich sei es ja nicht so, so insistiert der KSC-Trainer, dass man zu Hause noch gar kein Spiel gewonnen habe. Vielmehr empfiehlt Schwartz, die Sache "differenzierter" zu betrachten, quasi ganzheitlich - nämlich so: "Wir haben 54 Punkte erspielt, 24 davon zu Hause."

Das ist einerseits korrekt, kann aber andererseits die "Heimschwäche" (oder wie auch immer man die vier Heimpleiten nennen möchte) auch nicht ganz unter den Teppich kehren. Selbst für Oliver Kreuzer sind die vier Niederlagen zu Hause "eigentlich zu viel", zumal für eine Mannschaft, die unbedingt aufsteigen möchte und, schon aus wirtschaftlichen Gründen, es wohl auch muss.

Bei der Ursachenforschung tendieren beide, Trainer und Sportdirektor, in die gleiche, durchaus erwartbare Richtung. "Es ist gegen Mannschaften, die tief stehen, schwerer, das Spiel zu machen", sagt Schwartz. "Gegen Teams, die nicht nur hintendrin stehen, sondern gewinnen wollen, tun wir uns leichter", formuliert es Kreuzer. Zumindest im Kern liegen da beide nicht daneben. In der Tat treten die meisten Gegner im Wildpark mit einer eher defensiven Ausrichtung an.

Verboten ist das, zumal beim vermeintlichen Favoriten, freilich nicht. Vielmehr offenbart es ein Defizit der eigenen fußballerischen Fähigkeiten samt des eigenen Agierens : Einen Gegner geduldig zu bespielen und schließlich nach allen Regeln der Kunst auseinander zu nehmen, haben die Karlsruher aktuell eher nicht im Repertoire. Stattdessen agieren auch sie lieber aus einer kompakten Defensive, um dann per schnellem Umschaltspiel Nadelstiche zu setzen. Erhalten sie die Räume hierzu nicht, tun sie sich verdammt schwer, sich diese selbst zu beschaffen, also zu erspielen.

So erklärt es sich auch, warum der KSC nicht nur gerne Mal zu Hause verliert, sondern auch gegen vermeintliche "Underdogs" immer mal wieder Probleme hat, wobei gegen Letztere bisweilen wohl auch ein gewisser "Schlendrian" hinzu kommt, wie Kreuzer durchaus einräumt.

Da mag es gar nicht so schlecht sein, dass der heutige Gegner Hansa Rostock heißt - und als Tabellensiebter durchaus siegambitioniert in die Partie gehen dürfte. Mit einem Dreier im Wildpark könnte schließlich auch für die Ostdeutschen Platz drei noch mal in greifbare Nähe rücken. Hinzu kommt, dass der KSC noch eine Rechnung mit dem FC Hansa offen hat: Die einzige Auswärtsniederlage dieser Saison kassierte er: Im Rostocker Ostseestadion.

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