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Rauswurf fünf Spieltage vor Schluss
27.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Moritz Hirn

Vor einigen Wochen hat Ralf Ludwig schon mal kurz auf den 27. April vorausgeblickt. An diesem Samstag bestreitet der TVS Baden-Baden gegen Pfullingen sein letztes Heimspiel in der dritten Handball-Bundesliga. Es sollte auch das Abschiedsspiel des Meistertrainers vor heimischem Publikum werden, ehe der Coach beim TuS Helmlingen das Kommando übernimmt.

Warme Worte, anerkennender Applaus und ein Präsent sind bei solchen Anlässen Usus. Und sicher hätte der Protagonist ein paar Tränchen verdrückt, zumindest hat er das selbst so angedeutet. Dazu wird es nun nicht kommen. Seit Montagabend ist Ludwig nicht mehr Trainer in Sandweier. "Der TVS trennt sich von seinem Cheftrainer mit sofortiger Wirkung", verkündete der Verein gestern in Form einer Pressemitteilung. In den noch ausstehenden fünf Spielen wird das Team von Co-Trainer Marius Merkel betreut, ehe in der kommenden Saison Sandro Catak die sportlichen Geschicke leiten wird. Am Montagabend wurden dem Vernehmen nach Trainer und Mannschaft über den überraschenden Schritt informiert. Der Grund für die Demission fünf Spieltage vor Saisonende wird in der Mitteilung wenig konkret skizziert: Die Entscheidung sei nicht das Resultat der sportlichen Entwicklung - der TVS steht bekanntlich mit lediglich drei Pluspunkten abgeschlagen am Ende der Tabelle und wird nach dem einjährigen Gastspiel in die Oberliga absteigen -, der Schritt des Clubs sei vielmehr "die Konsequenz aus einem kolportierten Wechsel eines Sandweierer Spielers zum TuS Helmlingen - und damit zum künftigen Verein von Ralf Ludwig. In diesem Zusammenhang sehen die TVS-Verantwortlichen das Vertrauensverhältnis beschädigt. Ausschlaggebend dafür ist aus Sandweierer Sicht die intransparente Kommunikation", heißt es in der Meldung, die von Abteilungsleiter Fabian Hochstuhl und dem Mannschaftsverantwortlichen Simon Riedinger initiiert wurde.

Zu besagtem Transfer - nach BT-Informationen handelt es sich um einen Spieler der zweiten Mannschaft des TVS - sowie dem beschädigten Vertrauensverhältnis wollte sich Riedinger nicht konkreter äußern: "Ich kann dazu nicht mehr sagen", versicherte der TVS-Verantwortliche, der allerdings von einer "wahnsinnig schweren Entscheidung" sprach: "Es ist schade, dass wir diesen Schritt gehen mussten, da wir Ralf Ludwig in vielerlei Hinsicht zu Dank verpflichtet sind und er bei uns sehr gute und erfolgreiche Arbeit geleistet hat. Wir wollten diese Entwicklung nicht, sondern wollten mit Ralf Ludwig die Saison zu Ende bringen. Allerdings haben uns die gesamten Umstände keine andere Wahl gelassen", heißt es in der Vereinsmitteilung.

Auch Ludwig wollte sich zu der Causa trotz mehrfacher Nachfrage nicht äußern: "Sandweier hat das so entschieden, damit muss ich leben - und kann auch damit leben", sagt der Ex-Trainer, der die Grün-Weißen vor knapp vier Jahren übernommen und im vergangenen Frühjahr in die dritte Liga geführt hatte. "Schade, dass es so zu Ende geht. Ich hätte gern die Runde mit den Jungs zu Ende gespielt", erklärt Ludwig und berichtet mit stockender Stimme von einem "sehr emotionalen" Abschied von seinen Schützlingen am Montagabend: "Ich bin dem TVS für die vergangenen vier Jahre sehr dankbar."

Auch beim TuS Helmlingen bedauert man das abrupte Ende der erfolgreichen Ära Ludwig beim TVS, Mike Reichenberger kann allerdings nicht verstehen, "dass es am Ende so viel Theater gegeben hat". Wie der Teammanager berichtet, habe man sich nach dem Erstellen eines Anforderungsprofils durch den künftigen Trainer um neue Spieler bemüht. Die Gespräche wurden dann ohne das Zutun von Ludwig geführt, wie Reichenberger versichert. Auch bei der Kontaktaufnahme zu besagtem TVS-Akteur sei Ludwig nicht involviert gewesen, sondern wurde demnach erst in der vergangenen Woche durch die Sandweierer Vereinsführung damit konfrontiert.

Final abgewickelt ist der Transfer laut Reichenberger indes nicht. Etwas vorwerfen lassen will sich der TuS-Manager diesbezüglich obendrein nicht, schließlich habe man einen "unzufriedenen Spieler aus der zweiten Mannschaft" kontaktiert.

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