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Das Spitzenspiel verloren - und Platz zwei
Das Spitzenspiel verloren - und Platz zwei
01.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Hans Falsehr



und Frank Ketterer

Die Befindlichkeiten hernach hätten unterschiedlicher nicht sein können: Die Männer in den rot-schwarz gestreiften Trikots bildeten einen jubelnden Tanz-Kreis und hüpften um die Wette, an ihnen vorbei schlichen mit hängenden Köpfen jene in den weißen Leibchen Richtung Kabine. David Pisot war einer von den Weißen - auch sein Haupt hing auf Halbmast. "Brutal enttäuscht", sagte der Mannschaftskapitän des Karlsruher SC passend dazu, seien er und seine Kollegen. Gleich doppelt Anlass gab es hierfür. Schließlich hatten die Karlsruher nicht nur dieses Drittliga-Spitzenspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden mit 0:2 verloren, sondern mit diesem auch Tabellenrang zwei, also jenen Platz mit eingebauter Aufstiegsgarantie.

"Jetzt ist es passiert", kommentierte Oliver Kreuzer dieses Malheur, das noch böse Folgen haben kann. Als "nicht unverdient" bezeichnete der KSC-Sportdirektor den Sieg der Wehener - und damit die Niederlage der eigenen Elf. Vor allem mit deren Angriffsleistung haderte Kreuzer. "Unser Spiel nach vorne war zu unklar. Wir waren offensiv nicht präsent genug", stellte er fest. Auch KSC-Trainer Alois Schwartz schlug in diese Kerbe. "Wenn man kein Tor schießt, kann man nicht gewinnen", sagte er sichtlich angefressen. Dass der KSC stattdessen zwei Tore kassierte, lag nicht zuletzt an einem längst bekannten Manko seines Spiels: Auch gestern konnten die Wildparkprofis die zumindest für einen Teilerfolg nötige Konzentration nicht über die gesamte Dauer der Partie aufrechterhalten.

Dabei war Halbzeit eins zwischen der besten Rückrundenmannschaft und dem besten Auswärtsteam der Dritten Liga ziemlich ausgeglichen verlaufen. Fußballerisch war vor 7 500 Zuschauern in Wiesbaden zunächst zwar wenig geboten, immerhin kämpferisch und läuferisch schenkten sich die Kontrahenten freilich nichts. Mehr noch: Die Aggressivität, mit der die Teams zu Werke gingen, schwappte auch auf die Trainerbänke über, wo Wehens Coach Rüdiger Rehm und KSC-Trainer Schwartz verbal aneinander gerieten. "Setz dich hin und halt die Fresse", soll Rehm seinem Kollegen zugerufen haben.

Auf dem Platz hinterließen in den ersten 45 Minuten sogar die Badener den offensiv etwas gefährlicheren Eindruck. Dazu passend hatten sie auch die dickste Chance: Nach Vorarbeit von Christoph Kobald und Marvin Wanitzek stolperte Manuel Stiefler den Ball allerdings aus kurzer Distanz rechts am Kasten der Hausherren vorbei (43.).

Nach dem Seitenwechsel war es mit der Torlosigkeit indes schnell vorbei. Die Gastgeber erzwangen zwei Ecken in Folge, von denen der KSC auch die zweite nicht abschließend klären konnte. Moritz Kuhn brachte den Ball ein zweites Mal vor den Karlsruher Kasten, wo Manuel Schäffler seine Torjägerqualitäten unter Beweis stellte und das 1:0 erzielte (48.). "Wir haben in der zweiten Halbzeit eine Schippe draufgelegt und extrem verdient gewonnen", sagte der "Dosenöffner" nach dem Spiel.

Zwar hätte Marvin Pourié quasi im Gegenzug nach einer Wanitzek-Flanke per Kopf den Ausgleich herstellen können, danach aber waren wieder die Hessen am Drücker, so dass KSC-Keeper Benjamin Uphoff seine Mannschaft gleich zweimal erneut gegen Schäffler vor einem höheren Rückstand bewahren (55., 57.) musste. Fünf Minuten später reagierte KSC-Trainer Alois Schwartz mit einem Doppelwechsel auf den Durchhänger seiner Schützlinge. Saliou Sané kam für Anton Fink, Burak Camoglu (endlich!) für Christoph Kobald. Mit ihnen entwickelte der KSC zumindest in der Schlussphase wieder etwas mehr Druck, allerdings fehlte es Stiefler (81.), Camoglu (82.) sowie Marc Lorenz (83.) dann auch am nötigen Glück und Geschick, um zumindest den Ausgleich zu erzielen. Stattdessen vollendete Niklas Schmidt einen Wehener Konter in der 87. Minute zum 2:0-Endstand.

SV Wehen: Kolke - Kuhn, Mockenhaupt, Dams, Dittgen - Gül (46. Titsch-Rivero), Mrowca - Shipnoski (86. Lorch), Schwadorf (74. Niklas Schmidt) - Kyereh, Schäffler.

KSC: Uphoff - Thiede (84. Möbius), Pisot, Gordon, Roßbach - Kobald (62. Camoglu), Wanitzek - Stiefler, Marc Lorenz - Pourie, Fink (62. Sane).

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach) - Tore: 1:0 Schäffler (48.), 2:0 Niklas Schmidt (87.) - Zuschauer: 7 451 - Gelbe Karten: Gül, Schäffler, Dams, Kuhn - Kobald, Sane, Gordon.

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