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Herzensaufgabe in Wahlheimat
04.04.2019 - 00:00 Uhr
Stefan Horngacher (Foto: dpa) tritt das schwere Erbe von Langzeit-Coach Werner Schuster an und soll die deutschen Skispringer zu neuen Erfolgen führen. Der 49-jährige Österreicher wird nach Lehrjahren als Assistent nun zum großen Adler-Chef beim DSV, wie nach der Cheftrainer-Klausur im bayerischen Ruhpolding bekannt wurde.

Nach großen Triumphen mit Kamil Stoch und Co. zog der Tiroler zum Ende der abgelaufenen Saison einen Schlussstrich in Polen, damit er sich der Herzensaufgabe in seiner Wahlheimat Deutschland widmen kann. Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe und die damit verbundene Rückkehr zum Deutschen Skiverband. Jetzt gilt es zunächst, ein schlagkräftiges Trainerteam zusammenzustellen, um dann im Team die inhaltlichen Schwerpunkte für die anstehende Vorbereitung zu setzen. Gemeinsam wollen wir die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre weiterführen", sagte Horngacher.

Die Verpflichtung des Schanzen-Fachmanns mit Stallgeruch ist der logische Schritt für den DSV - und hatte sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet. Sportdirektorin Karin Orgeldinger sagte: "Mit der Verpflichtung von Stefan Horngacher ist es uns gelungen, einen renommierten Fachmann und eine Trainerpersönlichkeit zurückzuholen."

Offiziell machte der DSV keine Angaben zur Vertragsdauer Horngachers. Dass er Markus Eisenbichler, Olympiasieger Andreas Wellinger und Co. aber nicht nur zur heiß ersehnten Heim-WM 2021 in Oberstdorf, sondern auch bis zu den Olympischen Spielen 2022 in Peking führen soll, ist kein großes Geheimnis. "Wir sind überzeugt, dass Stefan Horngacher mit neuen Impulsen die Erfolgsgeschichte im deutschen Skisprung fortführen wird", sagte Orgeldinger. Der sportliche Leiter Horst Hüttel kennt den Trainer bestens und stand seit knapp zwei Monaten mit ihm in Verhandlungen.

Horngacher, der seit Jahren in Titisee-Neustadt mit seiner Familie wohnt, folgt auf seinen früheren Chef Werner Schuster ("Stefan ist natürlich der logische Kandidat. Er und ich haben acht Jahre zusammengearbeitet. Er ist ein fantastischer Trainer, das hat er in Polen und Deutschland bewiesen"), der sein Amt nach elf Jahren zum Ende dieses Winters freiwillig abgegeben hat.

Im DSV gibt es auch eine Personalveränderung bei den Alpinen: Der Österreicher Christian Schwaiger, ehemaliger Technik-Trainer von Maria Höfl-Riesch und zuletzt als Disziplincoach für die Erfolge der Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen und Josef Ferstl mitverantwortlich, folgt auf Alpin-Cheftrainer Mathias Berthold.

Der Skisprung-Wechsel kommt nicht überraschend, es gab keinen anderen ernsthaften Kandidaten als Horngacher. Der frühere Top-Athlet Martin Schmitt sowie Frauen-Cheftrainer Andreas Bauer signalisierten kein großes Interesse. Schusters Fußstapfen sind nicht nur mit Blick auf die sportlichen Erfolge (WM-Titel, Olympiasiege, Gesamtweltcup) große, sondern auch in der Außendarstellung, die der Kleinwalsertaler beherrschte wie kaum ein Zweiter. Dass er es sportlich drauf hat, hat Horngacher mit den Triumphen von Polens Tournee-Vierfachsieger Kamil Stoch und Weltmeister-Landsmann Dawid Kubacki bereits bewiesen. (dpa)

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