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Schmidt versprüht Feuer
11.04.2019 - 00:00 Uhr
Martin Schmidt strebte im Stile eines Feuerwehrmanns auf den Trainingsplatz, als ihm ein älterer Fan den Ernst der Lage noch mal verdeutlichte. "Wir wollen bei Frankfurt drei Points, gell!", rief der Mann dem neuen Trainer des abstiegsbedrohten Bundesligisten FC Augsburg zu. Schmidt nickte lächelnd und sagte mit Blick auf den grauen Himmel: "Und überall Sonne." Dann nahm er seine Arbeit auf.

Das durchwachsene Wetter wird Schmidt nicht beeinflussen können, dafür soll er die strauchelnde Mannschaft auf Vordermann bringen - mit der von ihm gewohnten Leidenschaft. Schon beim ersten Training am Vormittag habe er gespürt: "Ey, geil, da ist es wieder, das Feeling", sagte Schmidt, "Fußballschuhe, der Rasen, die Spieler, die schnauben. Da merkt man, was man liebt."

Schmidt liebt einen Fußball, wie er zum FCA passt - das machte er bei seiner Vorstellung deutlich. "Hier war es nie einfach zu spielen, da war es eklig", sagte der 51-jährige Schweizer, "hier spielst du nicht gegen elf, sondern gegen zwölf, manchmal gegen Stefan Reuter noch, hier lehnt man sich auf. Dieses Zusammen, diese Mentalität und das Feuer will ich wieder entfachen."

Passend dazu präsentierte sich der Nachfolger des glücklosen Manuel Baum den Medienvertretern im blauen Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln. Das Image des leidenschaftlichen Arbeiters hat Schmidt schon in Mainz und Wolfsburg vorgelebt. Mit seinem Vollbart und den langen Haaren sieht der frühere Mechaniker noch immer aus wie ein Mann, der gerne an der eigenen Harley schraubt. Schmidt sei "ein Macher und Schaffer, voll mit Energie und frei von Angst", schrieb die NZZ mal über ihn.

Damit scheint er wie geschaffen für seinen neuen Klub. Schmidt will die FCA-DNA wiederbeleben und "hoch intensiven, leidenschaftlichen, schnörkellosen Offensivfußball" spielen lassen. Dieser, sein Stil "passt zu diesem Team und den Spielern, davor hat man sich (als Gegner) immer gefürchtet in Augsburg", so Schmidt, dessen Vertrag sich im Falle des Klassenerhalts bis 2021 verlängert. Schmidt muss die Spieler, die Baum verloren hatte, schnell wieder vom Augsburger Weg überzeugen: Sechs Spiele vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 nur vier Punkte. Als Reuter ihn kontaktiert habe, sei ihm sofort klar gewesen: "Da sehe ich mich, da will ich stehen, deshalb hat es sofort gezündet. Wenn's passt, ist der Draht vom Kopf zum Bauch bei mir sehr kurz."

Reuter begleitete Schmidt zu dessen erster Einheit, er sieht ihn als "Trainer, der die Werte des FCA verkörpert. Wir sind sicher, dass er die richtige Ansprache findet." Und zwar gleich für sein Debüt am Sonntag in Frankfurt. "Jetzt bin ich wieder da, wo ich immer hin wollte und sein will", sagte Schmidt am Ende über seine Rückkehr in die Bundesliga und wirkte etwas ermattet. Beim nächsten Mal, raunte er seinem Pressesprecher mit Blick auf die Wasserflaschen vor sich zu, "müssen wir ein Glas haben". (sid)

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