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Das emotionale Ende eines Höllenritts
Das emotionale Ende eines Höllenritts
11.04.2019 - 06:34 Uhr
Dirk Nowitzki hatte Tränen in den Augen. Er holte tief Luft, seine Lippe zitterte beim Blick auf den großen Video-Würfel im American Airlines Center. Dort flimmerten im letzten Heimspiel seiner 21-jährigen Laufbahn am Dienstagabend (Ortszeit) nicht etwa die Ehrerbietungen und Lobhudeleien der ehemaligen Basketball-Superstars Charles Barkley, Scottie Pippen, Larry Bird und Co. über den großen Blonden auf dem überdimensionierten Bildschirm, sondern Aufnahmen Nowitzkis, wie er auf der Kinderkrebsstation im Krankenhaus in Dallas mit Kids herumalbert, Geschenke verteilt und auf einen kleinen Basketballkorb wirft.

Es sind solche Szenen, die Dirk Nowitzki, diesen 2,13-Meter-Riesen aus Würzburg, am besten beschreiben. Der 40-Jährige ist freilich ein begnadeter Basketballer, der das Spiel der langen Kerle revolutionierte, eine unfassbare NBA-Karriere aufs Parkett legte und fast im Alleingang 2011 eine Meisterschaft nach Dallas holte - Legendenstatus inklusive. Vor allem ist Dirk Nowitzki aber ein besonderer Mensch. Loyal, bodenständig, ja beinahe, schüchtern. "Er ist der netteste Mensch aller Zeiten. Es war eine Ehre und ein Privileg, dir zuzusehen", sagte Barkley bei der anschließenden Abschiedszeremonie nach dem 120:109-Sieg gegen die Phoenix Suns - samt großer Lasershow und minutenlangen Standing Ovations der Fans.

Zuvor tischte das "German Wunderkind" nochmals groß auf. 30 Punkte schenkte der sechstbeste Scorer der NBA-Geschichte seinen Fans nochmal zum Abschied aus seinem Wohnzimmer und übernahm damit nebenbei den Rekord für den ältesten Spieler, der jemals 30 Punkte erzielte - natürlich von Michael Jordan, dem Größten den diesen Sport je sah. Beinahe schien es so, als sei Nowitzki in den Jungbrunnen gefallen oder habe gar von Miracolix' Zaubertrank genascht. Der 40-Jährige nagelte Dreier am Stück rein, traf makellos von der Freiwurflinie und zeigte natürlich sein Markenzeichen, den "Fade-Away-Jumper", ein einbeiniger Wurf im Rückwärtsfallen - sein Vermächtnis an die NBA.

Direkt nach Spielende wurde es dann dunkel und still im American Airlines Center. Plötzlich standen Nowitzkis Kindheits-Idole Pippen, Bird, Barkley, Shawn Kemp und Detlef Schrempf auf dem Parkett und huldigten dem Routinier. Sichtlich ergriffen schnappte sich die Mavs-Ikone mit der Nummer 41 das Mikrofon, stand alleine im Kreis des Scheinwerferlichts, pustete noch einmal kräftig durch und verkündete auf größtmöglicher Bühne seinen Abgang. "Das war mein letztes Heimspiel", sagte ein zu Tränen gerührter Nowitzki. Trotz aller "One-more-Year"- und "We-want-Dirk"-Rufe der kreischenden Fans. "Ich habe euch einen ziemlichen Höllenritt zugemutet, mit viel Auf und Ab. Ihr seid mir immer treu geblieben und habt mich unterstützt", bedankte sich der Finals-MVP 2011, der 21 Jahre das Mavs-Trikot trug (ein weiterer NBA-Rekord), bei seinen Anhängern. Mark Cuban, der Besitzer der Dallas Mavericks, verkündete: "Ich verspreche: Wir bauen Dir die größte, krasseste Statue der Welt und stellen sie mitten vor unsere Arena."

Und Nowitzki? Der große Blonde, mit der einst langen Mähne, hatte nach der gestrigen Partie, seiner letzten einer einmaligen Karriere, bei den San Antonio Spurs nur einen Wunsch: "Eis und Pizza zum Frühstück." (rap)

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