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"Keine Mannschaft ist in diesem Turnier schwach"
10.05.2019 - 00:00 Uhr
Markus Eisenschmid erwies sich beim Meisterschaftstriumph der Adler Mannheim als Topscorer mit acht Toren und vier Assists in den Playoffs. Der 24-Jährige, der Center und Flügelstürmer spielen kann, hat als Top-Neuzugang großen Anteil am siebten DEL-Titel. Der gebürtige Allgäuer, der seine Jugend beim ESV Kaufbeuren verbrachte, wechselte 2013 für zwei Jahre in eine der drei kanadischen Top-Juniorenligen (WHL). 2015 bis 2018 kämpfte er dann in der zweitklassigen AHL, der Farmteamliga der besten Liga der Welt, um einen NHL-Vertrag bei den Montreal Canadiens - vergeblich. Es folgte der Wechsel nach Mannheim. Vor dem deutschen WM-Start morgen unterhielt sich BT-Redakteur Michael Ihringer mit Eisenschmid.

BT: Herr Eisenschmid, die Nationalmannschaft überzeugte in den WM-Vorbereitungsspielen in der Offensive, offenbarte in der Defensive jedoch Schwächen. Wie sehen Sie die Balance vor dem Auftakt?

Markus Eisenschmid: Wir sind eine neue, junge Truppe, die vor dem letzten Test gegen die USA erst richtig zusammenkam. Wir konnten viel gerade aus diesem Spiel lernen. Wichtig war, dass wir offensiv Ideen hatten, Chancen kreierten und früh zwei Tore gemacht haben. Wir hatten die vergangenen Tage noch Zeit, an den Dingen zu arbeiten, die nicht so funktionierten.

Interview

BT:
Sie waren Adler-Topscorer in der epischen Finalserie gegen München. Danach herrschte Ausnahmezustand in Mannheim. Ist es schwierig, in der Kürze der Zeit abschalten und sich auf das neue Ziel mit der Nationalmannschaft fokussieren zu können?

Eisenschmid: Ich habe nach dem Gewinn der Meisterschaft versucht, kurz abzuschalten. Das galt es zu genießen, dafür hatte ich eine knappe Woche Zeit. Danach wusste ich, dass wir Adler-Spieler, die zur WM fahren, uns neu sammeln müssen. Aus meiner Sicht hatten wir genug Zeit, um uns jetzt auf die WM zu konzentrieren.

BT: Ist es nicht schwer, nach dem Erreichen des großen Ziels dann den Rhythmus wiederzufinden?

Eisenschmid: Nein, ich versuche da weiterzumachen, wo ich aufgehört habe. Abstand zu gewinnen, heißt ja nicht, komplett abzuschalten und Eishockey quasi zu vergessen, sondern eben eine kurze Pause für den Kopf und Körper zu machen, aber trotzdem im Hinterkopf zu behalten, dass ich bei der WM wieder fit sein muss.

BT: Die Nationalmannschaft ist mit drei NHL-Spielern und vor allem Superstar Leon Draisaitl so gut wie lange nicht mehr bei einer WM besetzt. Mit welchen Erwartungen gehen Sie ins Turnier?

Eisenschmid: Ich denke, dass wir eine Supermannschaft haben. Wir haben eine junge Truppe mit sehr viel Talent.

BT: Werden die ersten WM-Spiele gegen Großbritannien, Dänemark und Frankreich entscheidend sein, ob man das Viertelfinale erreicht, da ja zum Ende der Gruppenphase die dicken Brocken USA, Kanada und Finnland kommen?

Eisenschmid: Natürlich, wir dürfen kein Spiel verpassen, wir müssen von Anfang an da, immer bereit sein, egal gegen wen es ist. Wir haben es im Vorjahr gesehen, da haben wir gleich am Anfang gegen Gastgeber Dänemark verloren und dann wurde es schwer. Daraus müssen wir lernen. Keine Mannschaft ist in diesem Turnier schwach.

BT: Halten Sie es für möglich, dass Deutschland die Olympia-Sensation von Südkorea mit der Silbermedaille auch einmal bei einer WM wiederholen kann, wenn im Gegensatz zu Olympia auch NHL-Cracks mitwirken?

Eisenschmid: Die Schweizer haben es im Vorjahr mit der WM-Silbermedaille gezeigt, dass es möglich ist. Die haben Super-Eishockey zum Ende des Turniers hin gespielt. Warum also nicht?

BT: Sie haben die ganze Saison bei den Adlern und speziell in den Playoffs Eigenwerbung für sich betrieben, um nochmals einen zweiten Anlauf in die beste Liga der Welt, die NHL, nehmen zu können. Bei der WM sind viele NHL-Scouts vor Ort. Wird sie für Sie auch zur Schaubühne?

Eisenschmid: Das ist die WM auf jeden Fall. Ich will da aber gar nicht daran denken. Ich will einfach rausgehen, Spaß haben und mein Spiel spielen. Ich will dazu beitragen, dass wir eine gute WM spielen. Das ist mir das Allerwichtigste.

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