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Nur positive Gedanken
Nur positive Gedanken
11.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Hans Falsehr
und Frank Ketterer

Es könnte die letzte Reise in dieser nun doch schon ganz schön langen Drittliga-Saison sein - und nun wirklich kein Zweifel besteht daran, dass ausnahmslos jeder KSC-Fan sich dieses Szenario sehnlichst herbeiwünscht - und das mit bestem Grund: Sollte es so kommen, wäre der Aufstieg in Liga zwei schließlich inbegriffen. Sollte der Verlauf indes ein anderer und eine weitere Auswärtspartie für die Blau-Weißen nötig werden, fände diese am 28. Mai statt - und wäre das Relegationsrückspiel gegen den Drittletzten aus Liga zwei.

Daran möchte rund um den Adenauerring derzeit freilich niemand denken. Auf das Wort Relegation reagiert man hier eher allergisch, mit gutem Grund: Gleich drei Mal in den zurückliegenden sieben Jahren zogen die Badener in so einer Relegation den kürzeren.

Das ist es wohl besser, es erst gar nicht darauf ankommen zu lassen. Wie das geht, ist schnell erklärt: Der KSC muss sein heutiges Spiel gegen Preußen Münster (13.30 Uhr/SWR) nur gewinnen, dann ist ihm der Aufstieg schon einen Spieltag vor Rundenende definitiv nicht mehr zu nehmen. Spielt der Tabellenzweite aus dem Badischen hingegen Remis oder verliert, darf der direkte Verfolger SV Wehen Wiesbaden gegen den bereits als Meister feststehenden VfL Osnabrück seinerseits nicht mehr Punkte ergattern. Sollte dies doch geschehen, bekäme das zumindest letzte reguläre Saisonheimspiel eine Woche später gegen Halle Endspielcharakter - Nervenflattern inbegriffen.

An solch ein Szenario möchte KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer freilich so wenig denken wie an eine mögliche Relegationsteilnahme. "Bei uns im Kopf sind nur positive Gedanken. Und die haben uns in die Situation gebracht, dass wir zwei Spieltage vor Schluss vier Punkte Vorsprung haben. Wir haben es in den eigenen Händen", sagt er stattdessen. "Die Mannschaft hat Selbstbewusstsein entwickelt. Sie nimmt das Heft in die Hand und versucht, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. So können wir auch in Münster gewinnen", gibt er sich vom Erfolg überzeugt. Auch die Frage, ob der Partie eine besondere Drucksituation innewohne, wischt Kreuzer schnell beiseite: "Mich belastet die Situation Null Komma Null. Genau wie die Mannschaft. Die Jungs haben Spaß, sind locker und entspannt. Was ich wieder spüre, ist dieses Selbstverständnis."

Personell ist die Lage bei den Blau-Weißen indes nicht ganz so unbeschwert. Der ohnehin an einem Muskelfaserriss laborierende Marc Lorenz fehlt gelbgesperrt, Christoph Kobald wegen Schulterproblemen. Da nach dem gestrigen Abschlusstraining auch hinter der Einsatzfähigkeit von Martin Röser (Rippenprellung) und Manuel Stiefler (muskuläre Probleme im Oberschenkel) noch zumindest kleine Fragezeichen standen, hat Trainer Alois Schwartz 19 statt der üblichen 18 Spieler auf jene Auswärtsfahrt nach Münster mit genommen, von der sie alle zusammen hoffen, dass es die letzte in dieser Saison sein wird.

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