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Aus dem D-Block in die Zweite Liga
Aus dem D-Block in die Zweite Liga
13.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Christian Rapp

Als die Aufstiegsparty in der Kabine bereits in vollem Gange war, der Lärmpegel eine lange, feucht-fröhliche Nacht erahnen ließ und Damian Roßbachs Haupthaar bereits Geschichte war, schritt Marvin Wanitzek als letzter KSC-Spieler Richtung Katakomben. Der 26-Jährige hatte ein Grinsen im Gesicht. Jedoch eher eines der Sorte ungläubig.

"Ich war noch draußen bei meiner Familie, alle waren da. Wir haben ein bisschen gefeiert und geredet, bevor sie jetzt wieder heimfahren", diktierte er in die Notizblöcke der Journalisten und ließ zugleich einen Blick in sein Seelenleben zu: "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Wenn man sieht, was hier los ist - da fehlen mir die Worte. Unser großes Ziel haben wir erreicht, jetzt werden wir erstmal feiern."

Für Wanitzek, das steht außer Frage, ist dieser Aufstieg mit seinem Herzensvereins etwas ganz Besonderes. Wenn man so will, hat sich für den introvertierten jungen Mann aus Bruchsal nach zwölf Jahren ein Kreis geschlossen. 2007, als der KSC mit Maik Franz, Giovanni Federico und Co. zuletzt in die Bundesliga aufstieg, war Wanitzek auch schon dabei. Mittendrin im Tollhaus Wildpark. Als Fan. "Ich bin damals zu Bundesligazeiten im D 1 gestanden und habe nach vielen Spielern Ausschau gehalten", erinnerte sich Wanitzek. Ganz hoch im Kurs waren beim kleinen Marvin frühere KSC-Spieler mit der magischen Nummer zehn auf dem Rücken, wie der aktuelle Nachfolger erklärt: "Vor allem Porcello und Masmanidis. Gerade Porcello mit seiner Spielübersicht und seiner beidfüßigen Schusstechnik. Damals einen Aufstieg als Fan mitgemacht und nun als Spieler - ein geiles Gefühl. Vielleicht ist heute sogar der schönste Tag in meinem Leben."

Denkt man an solch' Heimatverbundenheit und Vereinstreue, drängt sich der Vergleich mit Kevin Großkreutz auf. Jedoch kommt der badische Großkreutz ganz ohne Skandale aus. Der technisch versierte Mittelfeldspieler, dessen Talent sein Lieblingsverein zunächst nicht erkannte und der erst 2017 nach Stationen in Hoffenheim, Astoria Walldorf und VfB Stuttgart in den Wildpark wechselte, lässt lediglich auf dem Rasen Taten sprechen - fünf Tore und sieben Vorlagen steuerte er als Eckpfeiler der Aufstiegself bei. "Die nächsten Tage werden wir es realisieren, dass wir nächstes Jahr Zweite Liga spielen. Das kann mir keiner mehr nehmen", sagte Wanitzek, bevor er als letzter Partygast den Weg in die Kabine suchte.

Und wer weiß, vielleicht wird Ende Juli, wenn dann die Zweitligasaison beginnt, ein Fußballtalent im Fanblock stehen, den KSC anfeuern und die Nummer zehn genauer unter die Lupe nehmen - etwa wie sie in bester Porcello-Manier einen Freistoß ins Eck schnippelt.

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