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Frühzeitige Rettung als purer Luxus
17.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Michael Ihringer

Einige Dinge ändern sich selbst für den dienstältesten Bundesliga-Trainer nicht. "Ich hoffe, es ist eine Freude, dass ich hierher komme. Es ist ja immer das Gleiche", eröffnete Christian Streich seinen Kommentar in der Pressekonferenz nach dem 0:5 in Mainz, der höchsten Bundesliga-Niederlage des Sport-Club Freiburg in dieser morgen zu Ende gehenden Saison. Auch im zehnten Anlauf hielt die Negativserie beim rheinhessischen Angstgegner.

Dass die andere Serie jedoch ebenso hielt, zählt einzig und allein für den kleinsten Bundesliga-Standort im Südwestzipfel der Republik. Seit 2016 halten sich Streichs Schützlinge in der Beletage, was angesichts der Voraussetzungen alles andere als selbstverständlich ist. Fast noch beeindruckender: Nicht einmal geriet man in akute Abstiegsgefahr, vielmehr stand der Klassenerhalt bereits drei Spieltage vor Ultimo fest. "Für mich ist das ein Luxus, dass wir schon sicher sind", meinte denn auch Robin Koch.

Den Klassenerhalt vorzeitig auf der Couch mitzuerleben, war auch für Streich eine neue Erfahrung: "Wir kicken nicht und sind trotzdem nicht abgestiegen. Das hatte ich noch nie. Ich bin gottfroh." Im Vorjahr musste er mit seinen Mannen nämlich bis zum letzten Heimspiel gegen Augsburg zittern, ehe das alljährlich höchste und einzige Ziel erreicht war. Dass die Rettung selbst in einer Phase perfekt war, als der SC sieben Punktspiele in Folge nicht gewann, unterstreicht freilich auch den glücklichen Umstand, dass speziell die Rivalen aus Hannover, Nürnberg und Stuttgart Woche für Woche perfekt "mitspielten".

Zuletzt sah sich nach dem peinlichen 0:3 bei Absteiger Hannover 96 - wo ausgerechnet die Südbadener 2015 ihre letzte schwarze Stunde mit der Versetzung in Liga zwei erlebten - sogar Publikumsliebling Nils Petersen veranlasst, an die Mitspieler zu appellieren, da er um seinen eigenen Urlaubsgenuss bangte: "Keiner will mit neun Spielen ohne Sieg am Stück in die Sommerpause starten."

"Es nervt, dass wir so lange nicht gewonnen haben", weiß auch Streich, dass die letzten Eindrücke nicht die besten waren. Fakt ist trotz der chronischen Auswärtsschwäche - zwei Siege in Nürnberg und Wolfsburg sowie ein Sensationspunkt in München als seltene Highlights - und lediglich zwölf Punkten in der Rückrunde: Die Südbadener haben die Saison dank starker, bisweilen großartiger Heimleistungen zu einem guten Ende gebracht.

Highlights gegen



Leipzig und Gladbach

Bis auf eine schwache Vorstellung - natürlich gegen Mainz (1:3) - gingen die SC-Fans zufrieden, nach den Husarenritten gegen Leipzig (3:0), Mönchengladbach (3:1), Augsburg (5:1) oder beim Bonuspunkt gegen Bayern München (1:1) gar vollends begeistert nach Hause. Das Schwarzwaldstadion erwies sich als wahre Festung. Streich: "Wir haben Qualität erarbeitet. Ich bin glücklich, mit dieser Mannschaft zu arbeiten."

Das große Plus: Die mannschaftliche Geschlossenheit, die technische Klasse und Spielübersicht der Taktgeber Janik Haberer und Vincenzo Grifo, der große Rückhalt dank des zuverlässigen Torwarts Alexander Schwolow, der Torriecher von Goalgetter Nils Petersen, die Malocher-Attitüde von Kapitän Mike Frantz, und die große Laufbereitschaft. Die Statistik der Laufwege nach den Spielen weist die Freiburger stets mit den höchsten Werten aus und so gut wie immer vor ihrem Gegner.

Zudem gelang Vorstand Sport Jochen Saier aus Freiburger Sicht der Transfer des Jahres. Vincenzo Grifo, der nach seinem Abgang aus dem Schwarzwald weder in Mönchengladbach noch in Hoffenheim glücklich wurde, wurde in der Winterpause von der TSG ausgeliehen und spielte im SC-Trikot auf, als wäre er nie weggewesen. "Ich bin froh, dass mir hier vom Trainer Vertrauen geschenkt wird", war auch Grifo nach einer persönlich schwierigen Zeit auf der Bank oder gar Tribüne glücklich über die Rückkehr in die vertraute Umgebung. Es ist ein Jammer, dass der Edeltechniker und Standardspezialist - mittlerweile auch italienischer Nationalspieler - den Verein nach Lage der Dinge wieder verlassen muss.

Präsident Fritz Keller, Sternechef seiner Gourmet-Restaurants am Kaiserstuhl, sollte Julian Nagelsmann nachträglich noch einige Kisten seiner Edelweine zukommen lassen für dessen Großzügigkeit. Ein Prosit auf eine weitere, die insgesamt schon 20. Bundesliga-Saison.

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