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Wird die Sandgrube zum Treibsand?
24.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Christian Rapp

Patrick Anstett hörte sich auch Mitte der Woche noch ziemlich gedrückt an. "Naja, geht so", ließ der Mörscher Fußball-Trainer an seiner Stimmungslage teilhaben. Der Grund für diesen Stimmungskiller lag gute 72 Stunden in der Vergangenheit - nämlich der sonntägliche Dämpfer, das 0:1 gegen den Tabellenvorletzten Rot-Weiß Stegen. Statt des anvisierten Befreiungsschlags rutschten die Nordbadener noch tiefer in den Abstiegsstrudel.

Und als wäre die unnötige Niederlage in der heimischen Sandgrube nicht schon schlimm genug gewesen, verfinsterten sich die Mienen von Anstett und Co. am Mittwochabend so gegen 20.55 Uhr beim Blick auf die Verbandsligatabelle wohl weiter. Dort stand nämlich, mit schwarzen Lettern auf weißem Hintergrund, der Überraschungssieg des Mitkonkurrenten FC Denzlingen. Die Breisgauer gewannen die vorgezogene Partie gegen den Rangsechsten FC Auggen mit 2:0 und zogen am SVM in der Tabelle vorbei - mit drastischen Konsequenzen für die Gelb-Schwarzen. Ausgerechnet der FCD, der nach den derben Niederlagen zuletzt gegen den Freiburger FC (0:9), SV 08 Kuppenheim (2:7) und 1. FC Rielasingen-Arlen (0:10) im Selbstzerstörungsmodus schien, belegt nun den überlebenswichtigen Rang zwölf. Doch unter Umständen reicht auch Platz 13 für den Klassenerhalt - dann nämlich, wenn der SV Oberachern in der Oberliga nicht absteigt.

Nach all den Stimmungskillern hat der SVM-Trainer trotzdem noch einen Trumpf im Ärmel. Oder ist es eher schon ein letzter Strohhalm, nach dem Anstett greift? "Wir haben alles noch selbst in der Hand. Wir müssen weiter auf uns schauen, unsere Lehren aus der Partie gegen Stegen ziehen und es gegen den TuS Oppenau besser machen", sagt Anstett. In der Tat, der SVM hat (noch) alles selbst in der Hand. Während Denzlingen nur noch ein Spiel zu absolvieren hat, müssen die Mörscher noch zweimal einen 90-minütigen Nervenkrimi überstehen - hoffentlich mit einem Happy End in der Geberit-Arena in Pfullendorf.

Neben dem FC Denzlingen spricht aber auch der FC Waldkirch noch ein Wörtchen in Sachen Klassenerhalt mit. Der FCW sitzt der Anstett-Truppe im Nacken, hat lediglich drei Zähler weniger auf dem Konto (27), ist am Sonntag jedoch beim äußerst heimstarken SV 08 Kuppenheim zu Gast. Der SVM darf also auf Schützenhilfe freuen, sodass zumindest der Abstand auf den sicheren Abstiegsplatz 14 gleich bleibt.

Wenngleich die Truppe aus der Sandgrube ganz andere Ziele verfolgt - und zwar einen eigenen Sieg gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten TuS Oppenau. "Wir müssen positiv bleiben, den TuS bespielen, beackern, bekämpfen und alles reinhauen, was wir haben. Leidenschaft zeigen, füreinander kämpfen", zählt Anstett die Dinge auf, worauf es ankommen wird.

Um gegen Oppenau in die Erfolgsspur zurückzukehren, ist jedoch eine Leistungssteigerung gegenüber dem Stegen-Spiel unablässlich. "Vorne waren wir nicht durchschlagskräftig, nicht zielstrebig genug. Wir müssen gegen Oppenau unsere Offensivaktionen besser zu Ende spielen", fordert der SVM-Coach. Gerade im letzten Drittel, in des Gegners Box hapert es derzeit merklich. Ausgerechnet gegen die Schießbude der Liga (78 Gegentore) wird Goalgetter Christof Leiss (Rippenbruch) weiter zuschauen müssen. Zudem wird auch Kreativspieler Nico Bretzinger nicht mitwirken können. Zudem stehen hinter den Einsätzen von Sandro Weber, Yannick Schrempp und Marvin Lehel teils dicke Fragezeichen. "Die Personaldecke wird immer dünner. Dann muss der Rest halt noch enger zusammenrücken", sagt Anstett, der einen Gegner erwartet, der "ohne Druck" in die Sandgrube reist.

Der Druck, das steht zweifelsohne fest, liegt auf dem SVM, der die ersten zwei Big-Point-Spiele gegen Lörrach-Brombach (1:3) und zuletzt gegen Stegen in den Sand setzte. Eine dritte Niederlage in Serie - und die Mörscher Sandgrube könnte zum quälenden Treibsand werden.

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