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Das Wembley-Tor aus nächster Nähe erlebt
26.06.2019 - 00:00 Uhr
Torlinientechnik und Videobeweis - als Wolfgang "Bulle" Weber in den 1960er Jahren noch aktiv war, konnten Spieler davon nur träumen. "Dabei hätten wir im WM-Finale 1966 gegen England die Torlinientechnik gut gebrauchen können", sagt der 53-fache Nationalspieler, der das Wembley-Tor von Geoff Hurst aus nächster Nähe erlebte, im Rückblick. Für Vize-Weltmeister Weber, der heute 75 Jahre alt wird, ist die wichtigste Änderung im Fußball aber eine andere. "Auswechslungen. Heute ist es einfach: Kannst du nicht mehr, gehst du raus und ein anderer kommt rein", sagt der einstige Abwehrspieler vom 1. FC Köln.

Erst seit 1967 dürfen in Pflichtpartien Spieler ausgewechselt werden. Zwei Jahre vorher erlebte Köln noch einen Viertelfinalkrimi im Europapokal der Landesmeister gegen den FC Liverpool, und Weber spielte 70 Minuten lang mit gebrochenem Wadenbein. "Was sollte ich tun? Man konnte ja nicht auswechseln, also musste ich weitermachen", erinnert er sich.

Kurios: Nach zwei 0:0-Remis im Hin- und Rückspiel endete auch die dritte Partie in Rotterdam mit einem 2:2-Unentschieden, so dass per Münzwurf der Sieger gekürt wurde. Beim ersten Wurf blieb die Münze jedoch im Rasen stecken, nach dem zweiten jubelte Liverpool. "Ich saß weit weg auf dem Rasen und habe versucht, meine Schmerzen in den Griff zu kriegen", erzählt Weber.

Heute schmunzelt der Jubilar, wenn er diese Anekdoten erzählt. Mit den Niederlagen hat er sich arrangiert. Auch mit dem Wembley-Tor. "Natürlich war der nicht drin. Aber die Engländer sind trotzdem nicht unverdient Weltmeister geworden", sagt Weber. "Und lassen wir mal die Kirche im Dor: Früher war an so etwas wie Torlinientechnik doch gar nicht zu denken", hadert er nicht mit dem Schicksal, fügt aber hinzu: "Natürlich wäre auch ich gerne Weltmeister geworden."

Weiterspielen trotz Wadenbeinbruch und Spielentscheidungen durch Münzwurf - heute unvorstellbar. Andersherum kann Weber die heute teils astronomischen Ablösesummen nicht nachvollziehen. "Kein Spieler ist 200 Millionen Euro Wert, auch keine 100 Millionen Euro", sagt der Vize-Weltmeister. Dem Fußball ist er dennoch weiterhin treu.

Alle Heimspiele des 1. FC Köln, für den er 356 Bundesligaspiele (21 Tore) absolvierte und mit dem er zwei Meistertitel und drei Pokaltitel feierte, verfolgt er im Stadion. Und bei seinem Jugendclub SpVg Porz fährt er so oft es geht auch mit zu Auswärtsspielen. Bei dem Bezirksligisten ist Weber zudem Kassenprüfer. "Leider gibt es da nicht viel zu prüfen", sagt er lachend.

Geschenke zu seinem 75. Geburtstag will der einstige Vorstopper nicht. "Es reicht, wenn man mir Gesundheit wünscht. Noch ist alles gut, hoffentlich bleibt das so", sagt der Kölner, der jeden Morgen 30 Kilometer mit dem Fahrrad am Rhein entlang fährt. "Da gibt es für mich keine Ausreden und kein schlechtes Wetter." (dpa)

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