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Die ganz große Fusion ist gescheitert
Die ganz große Fusion ist gescheitert
01.07.2019 - 00:00 Uhr
Die Ära des Südbadischen Tischtennisverbands (SbTTV) hat am Samstag in Ottenau nach 71 Jahren ein Ende gefunden. Mit der 100-prozentigen Zustimmung der Delegierten aus Südbaden sowie aus Württemberg-Hohenzollern wurde die Verschmelzung der zwei Verbände beschlossen. Zur ursprünglich angedachten großen Fusion kommt es hingegen nicht: Mit der Bekanntgabe, das beim Badischen Tischtennisverband lediglich 64 Prozent der geplanten Verschmelzung zugestimmt hatten, ist der Zusammenschluss der drei Verbände - propagiert wurde das Motto "ein Land, ein Verband" - geplatzt.

Nach der Zustimmung des Verbands Württemberg-Hohenzollern, der bereits um 13:03 Uhr ein stolzes Votum von 98 Prozent der abgegebenen Stimmen zur Verschmelzung bekanntgab, stellte der SbTTV mit einem einstimmigen Votum von 100 Prozent Ja-Stimmen für eine Verschmelzung den württembergischen Mitstreiter in den Schatten. SbTTV-Präsident Horst Haferkamp zeigte sich nach dem einstimmigen Votum seiner Delegierten sichtlich gerührt, die Ernüchterung folgte dann weit nach Beendigung des Verbandstags in Ottenau - nämlich mit der Bekanntgabe des Ergebnisses aus Baden.

Die zu Beginn des Verbandstags ausgesprochenen Wünsche für eine Verschmelzung der drei Verbände von Gaggenaus Bürgermeister Michael Pfeiffer, Magdalena Heer (Vizepräsidentin des Badischen Sportbunds), von der Präsidentin des Landessportverbands (LSV), Elvira Menzer-Haasis, und von Manfred Striebich (Vorsitzender der Spvgg Ottenau) blieben im badischen Verband ungehört. So wird es nun ab 1. Januar 202 weiterhin den kleinen selbstständigen Badischen Tischtennisverband geben, für Südbaden und Württemberg-Hohenzollern geht es mit der Lösung B, der Verschmelzung von nur zwei Verbänden, weiter. Offen bleiben vorerst Antworten auf Fragen wie es in der Badenliga weitergehen wird. Hier spielen zurzeit nur Mannschaften aus Südbaden und Baden.

Über die sportlichen Erfolge der Männer des TTC Singen, die als Meister der Oberliga Baden-Württemberg in die Regionalliga aufsteigen, und der Meisterschaft der TTF Rastatt in der Frauen-Badenliga, die nach zwei Jahren wieder in der Oberliga spielen werden, freute sich Haferkamp derweil besonders. Höchstklassig spielende Teams des SbTTV sind in der kommenden Saison 2019/20 der ESV Weil und die DJK Offenburg (Aufsteiger aus der dritten Liga), die den Verband in der zweiten Bundesliga vertreten werden. Auch die Pokalsiege der TTSF Hohberg (Herren A), der TTF Rastatt (Damen A) und der SV Schwarzwald Bad Peterstal (Herren C) bei den deutschen Meisterschaften wertete Haferkamp als großen Erfolg.

Mit Jana Kirner und Jele Stortz wurden zwei Nachwuchsspielerinnen der DJK Offenburg für ihre Erfolge geehrt, bei den Jungen konnte Sven Hennig von den FT Freiburg herausragende Ergebnisse erzielen. So gehörten alle drei dem Team an, das den Deutschlandpokal gewann. In den vergangenen acht Jahren wurde diese Trophäe siebenmal gewonnen. Kirner und Hennig waren obendrein für die EM in Portugal nominiert. Die beim vergangenen Verbandstag angekündigte Stabilisierung der Erfolge im Jugendbereich wurde also erfolgreich umgesetzt. Auch finanziell steht der SbTTV auf gesunden Füßen. Davon abgesehen wurden die Vereine aufgefordert, Kontakte zu Schulen und Lehrern aufzubauen, mit dem Ziel, Kinder frühzeitig für Tischtennis zu begeistern. Auch die Mini-Meisterschaften haben sich diesbezüglich bewährt.

Bei den Neuwahlen, hier wurde das Ehrenmitglied Lud wig Schmieder als Wahlleiter gewählt, die durch die Fusion mit dem TTVWH mit einer verkürzten Amtszeit nur bis zum Jahresende 2019 gleichbedeutend sind, gab es allgemein keine Gegenkandidaten. Wie bereits beim Verbandstag in Auggen 2017 durfte sich der Präsident auch im elften Anlauf seiner Amtszeit über das volle Vertrauen der Delegierten aus 151 Vereinen freuen, die ihn einstimmig im Amt bestätigten. Bei den weiteren Wahlen wurde immer blockweise abgestimmt. Alle vorgeschlagenen Ehrenamtsträger wurden wie Haferkamp einstimmig gewählt. Zudem wurden folgende Personen geehrt: Sascha Seitz (SbTTV-Ehrenurkunde); Bronzene Ehrennadel in Bronze: Simone Eise-Brugger, Daniel Siegele; Silberne Ehrennadel: Katrin Faller, Stefan Schweiß, Gerald Ehinger; Goldene Ehrennadel: Rudolf Effinowicz, Matthias Schubien; DTTB-Ehrennadel Bronze: Alexander Heißler; Silber: Matthias Schubien, Thomas Heß. Lange anhaltenden Applaus erntete die scheidende Geschäftsführerin Regina Birkenmeier, die nach 32 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gehen wird. Sie wurde mit der Ehrennadel in Gold des Deutschen Tischtennis-Bunds geehrt.

Zum Sitzungsende unterstrich Haferkamp: "Abgeschafft haben sich nur die Mitglieder der Vorstandschaft, für alles andere - sprich Bezirke und Vereine - wird es keine Veränderungen geben. Die Bezirke bleiben in jetziger Form erhalten, das Stimmrecht der Vereine mit der Anwesenheitspflicht entfällt. Jeder Bezirk erhält je nach Anzahl der Vereine ein Stimmenkontingent. Nach 71 Jahren erfolgreicher Arbeit heißt es für den SbTTV nun Abschied nehmen. Ottenau war der letzte Gastgeber des SbTTV, es verändert sich vieles, nehmen wir diese Veränderung an. Ich freue mich auf die erste baden-württembergische Versammlung!" (ti)

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