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Voncina ist neuer Frontmann
08.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Moritz Hirn

Am Samstag wurde der Welttag des Kusses gefeiert. Iffezheim war diesbezüglich so etwas wie das Mekka der Lippenakrobaten. Das lag zum einen daran, dass die Rockveteranen von Kiss - zumindest kurzzeitig - die Rennbahn rockten. Doch auch ein paar Stunden früher und ein paar hundert Meter entfernt gab es in der Festhalle des Renndorfs das ein oder ander Bussi - verbaler Natur versteht sich. "Meistgeknutschter" Mann des Vormittags war Dieter Klein, der beim Bezirkstag der hiesigen Fußballvereine nach zehn Jahren als Vorsitzender emotional verabschiedet wurde (siehe Text auf dieser Seite). Doch auch Vito Voncina ging nicht ungeküsst nach Hause: Die Vereinsvertreter wählten den bisherigen Bezirksjugendwart und Stellvertreter Kleins mit deutlicher Mehrheit zu ihrem neuen Frontmann. Dem Gaggenauer blies nach seiner erfolgreichen Wahl zwar vereinzelt Gegenwind ins Gesicht, insgesamt ging es aber weit weniger stürmisch zu als auf der Rennbahn, wo das Konzert nach einem heftigen Gewitter abgeblasen werden musste.

442 Stimmen

für Voncina

Im Vorfeld des Bezirkstags wurde gemutmaßt, dass ein Gegenkandidat seinen Hut in den Ring werfen könnte. Als Wahlleiter Thomas Haag vom FC Lichtenau dann aber das Plenum nach weiteren Aspiranten befragte, blieb die Runde stumm. Kurzzeitig knisterte es dennoch in der Festhalle, als zwei Vereine - laut Satzung wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig gewesen - statt einer Wahl durch Akklamation eine geheime Abstimmung beantragten. Vor zehn Jahren - bei der Wahl von Dieter Klein - führte dieses Prozedere dazu, dass überraschend nicht Peter Baumgärtner inthronisiert wurde, sondern der gebürtige Pfälzer Klein. Nach der Stimmabgabe am Samstag fanden Kleingruppen zueinander, es wurde getuschelt und gespannt auf das Ergebnis gewartet.

Dieses war dann aber weniger brisant, als es einige Beobachter erwartet hatten: Vertreter von 71 Vereinen - vom FV Würmersheim und von Türkiyemspor Selbach war niemand zugegen - hatten insgesamt 597 Stimmen abgegeben, 442 davon entfielen auf Voncina. Dem gegenüber standen 111 Nein-Stimmen - insgesamt votierten 18 Vereine gegen Voncina - bei 17 Enthaltungen und 27 ungültigen Stimmen.

Der neue starke Mann im Bezirk war nach der Wahl sichtlich erleichtert, bedankte sich für das Vertrauen - und ging auf seine Skeptiker zu. "Danke an diejenigen, die so ehrlich sind", sagte der 52-Jährige an die Adresse der Vereinsvertreter, "die gegen mich sind". Es sei gut zu wissen, auf welcher Basis ein Bezirksvorsitzender seine Amtsperiode beginnt. Hernach versprach Voncina, seinen "Rücken für die Vereine hinzuhalten. Ich bin vom Bezirk gewählt und werde für den Bezirk da sein".

Ähnlich gespannt wie auf das Wahlergebnis warteten die Vereine auf den Tagesordnungspunkt zwölf: "Erledigung der eingegangenen Anträge". Vier lagen im Vorfeld vor. Das Ansinnen des VfB Bühl auf eine Änderung der Rechts- und Verfahrensordung - konkret geht es um das Prozedere bei Gelb-Rot-Sperren - sowie der Antrag des SV Sasbachwalden, dass Spielgemeinschaften in der Jugend nicht nur dem federführenden, sondern allen beteiligen Vereinen zugeordnet werden, fanden die Zustimmung. Über beide Anträge wird der Verbandstag am 27. Juli in Denzlingen abschließend entscheiden.

VfR-Antrag

als Aufreger

Abgeschmettert wurde hingegen der Antrag des SV Neusatz auf eine Aufstockung der Kreisligen A (wir berichteten). Damit hatte auch SVN-Vorstand Jürgen Albrecht gerechnet, der in Iffezheim aber nochmals betonte, den Antrag aus "Verärgerung heraus" über die Vorgehensweise nach dem kurzfristigen Rückzug des TC Fatihspor in der Bezirksliga sowie der mangelnden Kommunikation des Bezirks bei den folgenden Abstiegsspielen des SVN gestellt zu haben.

Zum einzigen echten Aufreger der rund dreistündigen Versammlung, die der FV Iffezheim in seinem Jubiläumsjahr bestens organisiert hatte, entwickelte sich der Antrag des VfR Bischweier auf Aufstockung der Bezirksliga auf 17 Teams, den der VfR-Vorsitzende Gennaro D'Onofrio im Plenum nochmals sachlich erläuterte. Wie berichtet wehrt sich der abgestiegene Verein gegen die Wertung des Spiels bei der Kuppenheimer Reserve, weil diese nach Ansicht des VfR gegen die Stammspielerregelung verstoßen hatte. Mit drei Punkten am grünen Tisch hätte Bischweier die Klasse gehalten. Erst das Bezirkssportgericht und in der Folge auch der Verband fällten allerdings ein Urteil zuungunsten von Bischweier. Dagegen wehrt sich der VfR vor dem Landgericht Freiburg, wo die Sache am Mittwoch verhandelt wird. Sollte das Gericht dem VfR als Kläger recht geben, müsste das Thema auf Verbandsebene erneut behandelt werden.

D'Onofrio baute in seinen Ausführungen auf die Solidarität des Bezirks. Während dessen neuer Vorsitzender Voncina auf die Urteile der Sportgerichtsbarkeit pochte und eine etwaige Aufstockung lediglich bei einer Niederlage vor dem Landgericht in den Raum stellte, holte SBFV-Präsident Thomas Schmidt die verbale Keule heraus und wies D'Onofrio zurecht: "Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen", betonte der SBFV-Präsident, der in derlei Fällen auch mit der "vollen Rückendeckung des DFB" drohte. Eine Niederlage vor Gericht "werden wir nicht hinnehmen", notfalls werde man weiter klagen. Auch unbeteiligte Vereinsvertreter empfanden diesen Auftritt im Nachhinein als wenig souverän. Zu einer Unterstützung des Antrags konnten sich aber nur drei Vertreter durchringen. Das letzte Wort scheint in dieser Sache indes noch nicht gesprochen.

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