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Reise ist noch nicht zu Ende
Reise ist noch nicht zu Ende
12.07.2019 - 00:00 Uhr
Am Tag danach, zwischen Frühstück und Vormittags-Training, klang die Stimme von Gernot Rohr immer noch nach Euphorie. "Meine Mannschaft ist mental stark und sehr diszipliniert. Das hat man in Afrika nicht so oft", sagte Nigerias Nationaltrainer mit hörbarem Stolz.

Mit 66 Jahren steht der deutsch-französische Coach mit den "Super Eagles" erstmals in seiner langen Laufbahn beim Afrika-Cup im Halbfinale. "Und unser großes Abenteuer soll weitergehen", fordert der Trainer-Fuchs, der seit fast zehn Jahren auf dem Kontinent arbeitet. Gabun, der Niger und Burkina Faso waren seine ersten Stationen, doch die Erfolge mit Nigeria stellen sie in den Schatten.

Im Viertelfinale gegen Südafrika (2:1) überraschte das Team den Coach mit einer konzentrierten Leistung. "Das war einfach guter Fußball gegen einen starken Gegner", sagte Rohr. In der Vorschlussrunde am Sonntag (21 Uhr) kann das Team den gebürtigen Mannheimer einen weiteren Schritt näher an den großen Traum bringen. "Der Sieg im Endspiel wäre schon ein Höhepunkt für mich", sagt Rohr.

Aber beileibe nicht der Abschluss einer Laufbahn, die vor 30 Jahren als Nachwuchscoach bei Girondins Bordeaux begann. "Meine Reise ist noch nicht zu Ende, sie soll weitergehen, solange die Gesundheit mitspielt" - Rohr setzt sich kein persönliches Limit. Gern würde er Nigeria zur WM-Endrunde 2022 in Katar führen, prognostizieren mag er das aber nicht.

Denn kaum jemand weiß besser als der einstige Bundesliga-Profi, wie wenig Verträge wert sein können. Der aktuelle Kontrakt in Nigeria läuft noch bis 2020, doch das ist alles andere als eine Garantie dafür, dass der gemeinsame Weg auch wirklich noch ein Jahr lang beschritten wird.

Aber dank glänzender Kontakte wird Rohr ein begehrter Trainer in Afrika bleiben. Der aktuelle Verlauf des Turniers hat ihn überdies in seiner Meinung bestärkt, dass auf diesem Kontinent noch viel fußballerisches Potenzial auszuschöpfen ist: "Das Niveau ist so hoch wie noch nie. Und das, obwohl erstmals 24 statt 16 Mannschaften teilnehmen."

Zu denen erstmals auch Madagaskar gehört. Der krasse Außenseiter besiegte nicht nur Nigeria in der Vorrunde, er kämpfte sich fast sensationell bis ins Viertelfinale vor. Was viele maßlos überraschte, kam für Rohr nicht unerwartet: "Der Wille der Spieler ist unglaublich stark. Auch weil sie wissen, dass ein ganzes Land voller Begeisterung hinter ihnen steht."

Informationen, die Rohr quasi aus erster Hand hat: Seine Ehefrau Fabrinah ist gebürtige Madagassin... (sid)

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