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"Lampenfieber mit dem ersten Sprung weg"
03.08.2019 - 07:30 Uhr
Von Christian Rapp

Lukas Rohfleisch stand auf dem Podest, die Silbermedaille baumelte um den Hals, die Brust war stolzgeschwellt. Der Rope Skipper strahlte im größten Moment seiner noch jungen Sportlerkarriere - auch ganz ohne Nationalhymne. Dafür verzückte der 13-Jährige im Wettkampf das Publikum in Graz mit seiner technisch anspruchsvollen Darbietung zum Song "More than friends" des britischen DJ James Hype. Der Lohn: Vize-Europameister in seiner Altersklasse.

"Ich bin sehr zufrieden mit der Silbermedaille, vor allem, dass es im Freestyle, meiner Lieblingsdisziplin, geklappt hat, macht mich froh. Ich habe mein persönliches Ziel mit dem zweiten Platz absolut erreicht", sagt der Athlet der Burning Ropes aus Ottersweier.

Beim Freestyle zeigen die Rope Skipper eine 75-sekündige künstlerische Darbietung verschiedener Elemente und Sprünge, abgestimmt zur begleitenden Musik. Die Jury bewertet dann die Ausführung der Elemente und Sprünge, die einen bestimmten Schwierigkeitsgrad haben, in Einklang zur Musik. Rohfleisch zeigte in Graz die technisch anspruchsvollste Kür - mit dem höchsten Schwierigkeitslevel aller Teilnehmer in seiner Altersklasse.

"Ich bin froh, dass es so gut geklappt hat", sagt der Schüler des Bühler Windeck-Gymnasiums erleichtert, schließlich war sein Begleiter neben Trainer Marcel Velte ("Silber ist ein tolles Ergebnis.") und seiner Familie auch die Aufregung: "Das Lampenfieber war aber mit dem ersten Sprung dann weg. Danach habe ich die Atmosphäre einfach genossen. Es war ein sehr gutes Gefühl, Deutschland vertreten zu dürfen, die Fahnen der Teilnehmerländer zu sehen und vor einer vollen Halle zu springen", verrät Rohfleisch seine ganz persönlichen EM-Highlights. Insgesamt nahmen elf Nationen an den kontinentalen Titelkämpfen teil, plus Gastland Australien.

In den Speeddisziplinen (so viele Seildurchschläge wie möglich in einer vorgegebenen Zeit) reichte es für den Bühler nicht ganz für das Stockerl. Beim 30-Sekunden-Wettbewerb belegte Rohfleisch den fünften Platz, nach drei Minuten wurde er Siebter. Im Gesamtranking, das alle drei Disziplinen umfasst, schrammte der Rope Skipper mit Rang vier haarscharf am Podest vorbei. "Trotzdem bin ich auch bei den Speeddisziplinen mit den Platzierungen zufrieden. Jetzt gilt's, weiter zu trainieren und mich auch in diesen Disziplinen zu verbessern", sagt der zurückhaltende Seilakrobat.

Schließlich hat Lukas Rohfleisch bereits das nächste Highlight fest im Blick - die Weltmeisterschaft im Sommer 2020 im kanadischen Ottawa: "Da wäre ich schon gerne dabei." Voraussetzung: Ein Platz unter den ersten Drei bei der deutschen Meisterschaft im kommenden Jahr.

Gelingt das, soll schließlich Kanada erobert werden. Gut möglich , dass dann nach der Kür zu "More than friends" auch die deutsche Nationalhymne ertönt.

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