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Auf der Suche nach sich selbst
Auf der Suche nach sich selbst
07.08.2019 - 00:00 Uhr
Ohne einen Trainer hat Angelique Kerber beim Neuanfang nach dem Wimbledon-Frust gleich die nächste Enttäuschung eingesteckt. Im ersten Auftritt nach der Trennung von Rainer Schüttler schied die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin im kanadischen Toronto in der ersten Runde aus. Mit gesenktem Kopf verließ die 31-jährige Kielerin nach dem kuriosen 6:0, 2:6, 4:6 am Montagabend (Ortszeit) gegen die ungesetzte Russin Darja Kassatkina den Platz.


Statt Spielpraxis und Selbstvertrauen vor den am 26. August beginnenden US Open zu sammeln, konnte die beste deutsche Tennisspielerin schon wieder ihre Koffer packen. Die Frage, welcher Coach ihr aus ihrer sportlichen Krise helfen kann, begleitet sie. Während ihre Fed-Cup-Kollegin Julia Görges gegen die Schweizerin Belinda Bencic um den Einzug ins Achtelfinale spielt, kann sich Kerber auch weiter mit ihrer Trainer-Suche beschäftigen.

"Es sind mehr die letzten zwei, drei Prozent, die man vielleicht in den wichtigen Momenten noch rauskitzeln kann", hatte Kerber vor dem Auftritt in Toronto dazu gesagt, welchen Unterschied ein Trainer machen könne. "Alles fängt bei mir an", sagte sie. "Ich muss die Motivation haben, hart zu arbeiten. Das ist die Grundlage, und die ist natürlich da. Ich muss meine Konstanz finden."

Einen Monat nach dem Zweitrunden-Aus in Wimbledon war diese noch nicht zurück. Dabei hatte mit dem 6:0 im ersten Satz gegen die Weltranglisten-40. Kassatkina alles hoffnungsvoll angefangen. Doch insgesamt 45 Fehler bei 24 direkten Gewinnpunkten waren zu viel und führten zur vierten Niederlage im achten Vergleich mit der Russin. "Auch nach dem 0:6 habe ich an mich geglaubt und mir gesagt, ich kann das Match drehen", sagte Kassatkina. "Das war der Schlüssel und das war, was mir mein Trainer gesagt hat."

Nach einem 0:2 im entscheidenden dritten Satz war Kerber dicht dran, mit 4:2 in Führung zu gehen. Die Weltranglisten-13. verlor dann aber vier der letzten fünf Spiele und konnte sich bei eigenem Aufschlag trotz eines 40:15 nach knapp zwei Stunden nicht mehr zum 5:5 retten.

Auch Kassatkina spielt bislang eine enttäuschende Saison, fiel aus den Top Ten weit zurück und freute sich nun über ihren ersten Sieg auf Hartplatz gegen eine Spielerin aus den ersten 50.

Vorerst noch als Solistin ohne Trainer geht es für Kerber in der kommenden Woche in Cincinnati weiter. "Ich will die Zeit nutzen, wirklich bewusst zu überlegen, was an meine Seite passt", hatte Kerber vor dem Turnier in Toronto gesagt: "Ich werde den Fokus darauf legen, dass ich wieder fit werde, das ist das A und O. Wenn ich fit bin, weiß ich auch, was auf dem Platz zu tun ist." (dpa)

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