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"Absolut im Zeit- und Kostenplan"
07.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Winfried Heck

Auch das letzte Stück vom "Karlsruher Old Trafford" (Bauleiter Frank Nenninger) wird schon bald Geschichte sein. Gestern begann mit der Entfernung des Dachs der Abbruch der Gegengeraden. Es ist ein zunächst höchst aufwendiges und mühsames Verfahren. "Mir selbst blutet das Herz", sagt Fußball-Fan Nenninger - auch wenn er eigentlich Anhänger der anderen "Blauen" im Land ist, nämlich der Stuttgarter Kickers. Leidgeprüfter Fan - und das wiederum verbindet ihn mit den KSC-Fans. Gestern zeigte sich Nenninger aber höchst entspannt und gut gelaunt.

"Wir liegen absolut im Zeit- und Kostenplan, die Baufirmen liefern erstklassige Arbeit ab." Die Eternitplatten aus den 70-er Jahren sind mit Asbest belastet und müssen Stück für Stück sehr behutsam entfernt, in Spezialsäcke eingepackt und entsorgt werden. Zwei Hubsteiger sind im Einsatz, bestückt mit je zwei Arbeitern in Schutzanzügen, dazu kommen zwei Autokräne, damit Schuttmulden in luftiger Höhe beladen werden können.

Ein bisschen mutet das Geschehen an, als wären riesige Urzeittiere im Einsatz. Der gesamte Bereich rund um die "Ost" ist natürlich abgesperrt, zu groß ist die Gefahr, dass eine der Eternitplatten brechen und Asbest frei gesetzt werden könnte. Die Demontage der insgesamt 8 000 Quadratmeter Dachfläche soll in rund zwei Wochen abgeschlossen sein, danach beginnt nahtlos der Abriss der Holz-Stahlkonstruktion und spätestens Mitte September wird der Wall "angefasst". Nach der bereits in der Süd- und in der Nordkurve bewährten Methode wird der Wall abgetragen, nach möglichen Schadstoffen untersucht und dann neu modelliert.

Die Fans, vor allem jene auf der Haupttribüne, werden dann wieder einen freien Blick in den Hardtwald haben, was es seit den Siebzigern nicht mehr gegeben hatte. Vor allem aber sehen sie, dass etwas passiert, dass der Stadionbau trotz aller Hindernisse und Bedenken in großen Schritten voranschreitet. "Es ist toll, wie alles klappt und wir wollen das weiter so durchziehen."

Offiziell müssen die Vorarbeiten am 5. Dezember abgeschlossen sein, doch läuft alles problemlos weiter, könnte dies auch schon zwei Wochen vorher der Fall sein. Sobald der neue Wall für die Ost-Tribüne - wie die Gegengerade offiziell heißt - dann erst mal modelliert ist, beginnt genau an dieser Stelle der eigentliche Stadionneubau. Die ersten Teil-Bauanträge für die Nord-, Ost-, und Südtribüne sind bereits eingereicht, der Baubeginn spätestens im Dezember ist fest anvisiert. Am 12. Dezember soll dann auch im Rahmen eines weiteren Bürgerforums gezeigt werden, wie das Stadion tatsächlich aussehen wird. Bisher sind schließlich nur Entwurfsplanungen bekannt, die zwar ziemlich dicht dem neuen Stadionkörper entsprechen dürften, doch noch wird an Details gearbeitet.

So ist im Moment auch noch nicht mit einer Gesamtbaufreigabe zu rechnen, bei den Planungen für die Haupttribüne sind noch reichlich Details zu klären. Dabei werden dann auch vielleicht die Fledermäuse wieder ins Spiel kommen, die bei der Osttribüne entgegen ersten Vermutungen mangels Anwesenheit dann doch keine Rolle spielten.

Zum Pokalspiel gegen Hannover 96 am nächsten Montag (18.30 Uhr) kommt übrigens erstmals die provisorische Südtribüne zum Einsatz, die dann als Gegengerade bezeichnet wird und vorübergehend unter anderem die Gästefans aufnehmen wird.

Bemerkenswert ist auch, dass auf der Osttribüne noch rund 1 000 Sitzschalen verbaut sind. Lediglich rund 600 hatten die KSC-Fans am zurückliegenden Wochenende abgeschraubt und durften sie gegen eine kleine Spende dann als Andenken mit nach Hause nehmen. Die Hardtstiftung und das KSC-Fanprojekt dürften auf diese Weise rund 3 000 Euro eingenommen haben.

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