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"Mehr Kompaktheit" für den Sieg
'Mehr Kompaktheit' für den Sieg
13.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Christoph Ruf

Alois Schwartz hat bei der Spieltagspressekonferenz sehr genau zugehört, als sein Spieler Marco Thiede über seine Zeit in Sandhausen sprach. Und das nicht nur, weil das Karlsruher Laufwunder auf der rechten Abwehrseite ja drei seiner vier Jahre am Hardtwald unter Schwartz trainiert hat, der von 2013 bis 2016 SVS-Trainer war. Dass Thiede die ruhige Arbeitsatmosphäre beim langsam aber stetig wachsenden langjährigen Oberligisten ebenso lobte wie das geringe Medienaufkommen, dürfte Schwartz dabei besonders gefallen haben.

Schließlich ist der Karlsruher Trainer ja ganz entschieden der Meinung, dass zur Zeit zu viel herumdiskutiert wird über die Leistungen des KSC. "Das einzige Spiel, das nicht so lief, war das gegen Osnabrück. Hätten wir unsere Punkte nicht alle am Anfang ge holt, sondern anders verteilt, wäre die Wahrnehmung anders."

Zudem findet Schwartz, dass beim Sezieren des Großen und Ganzen in den vergangenen Tagen Themen aufs Tableau gekommen sind, die keine sind. Jüngstes Beispiel: die vermeintlich zu geringe Laufbereitschaft der Mannschaft - ein Thema, das allerdings kein Journalist aufgebracht hat, sondern der eigene Sportdirektor Oliver Kreuzer, den die Bild-Zeitung diesbezüglich mit einigermaßen emotionalen Worten zitierte.

Nun stimmt es zwar, dass der KSC bei der jüngsten 0:3-Niederlage in Osnabrück fünf Kilometer weniger gelaufen ist als die Niedersachsen, doch außer bei der Zahl der gewonnen Zweikämpfe (53 Prozent) lagen die Badener an diesem Tag bei allen Parametern deutlich im Hintertreffen. Vor allem beim einzigen, der wissenschaftlich nicht zu erfassen ist: der Kreativität bei eigenem Ballbesitz. Doch während Schwartz diesen Bereich tatsächlich wenig Bedeutung beizumessen scheint und auch am Mittwoch nur vom verbesserungswürdigen Verhalten in beiden Strafräumen sprach, muss er sich die Kreuzersche Kritik tatsächlich nicht ans Revers heften: Der KSC ist unter seiner Ägide physisch voll auf der Höhe und konnte deshalb in der Aufstiegssaison Spiele häufig im letzten Spieldrittel für sich entscheiden. Wenn Thiede davon spricht, er sei Teil einer "ziemlich fitten" Mannschaft, hat er Recht.

Die erschreckend hohe Zahl von 2,4 Gegentoren in den ersten fünf Saisonspielen liegt dann für Schwartz auch eher an individuellen Fehlern und den zu großen Räumen, die zwischen den beiden Viererketten entstanden. Dass Schwartz mantraartig "mehr Kompaktheit" einfordert, hat diesen Hintergrund. Gut möglich auch, dass beide Teams die erste halbe Stunde abwartend und tief stehend angehen werden, vor allem der KSC kann nichts weniger brauchen als ein frühes Gegentor.

Sandhausen hat derweil unter dem seit Oktober 2018 amtierenden Trainer Uwe Koschinat seine traditionelle Stärke im physischen Bereich ausgebaut, zuletzt aber auch spielerisch erkennbar zugelegt. Und obwohl der letztjährige Beinahe-Absteiger in dieser Spielzeit bereits zehn Punkte angehäuft hat und als Tabellendritter in den Wildpark kommt, weiß Schwartz, dass die KSC-Fans alles andere als einen Sieg wohl als Enttäuschung werten würden. Das weiß auch Marco Thiede, der fest damit rechnet, dass es der mutmaßlich annähernd ausverkaufte Heimbereich sein wird, der heute Abend gegen 20.20 Uhr gut gelaunt ins Wochenende startet: "Wenn wir am Freitag drei Punkte holen, sieht die Situation schon wieder ganz anders aus."

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