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Startschuss in der Südbadenliga
Startschuss in der Südbadenliga
14.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Moritz Hirn

Beim Blick auf die Liste mit Zu- und Abgängen der SG Muggensturm/Kuppenheim muss man sich vor dem Saisonstart in der Handball-Südbadenliga verwundert die Augen reiben: Wo in den Vorjahren ein personeller Umbruch den nächsten jagte, ist die Fluktuation aktuell verschwindet gering. Selbst der einzige Abgang ist nicht mal ein echter, denn Keeper Lukas Treuer bleibt dem Umfeld erhalten und hält künftig in der Reserve den Kasten sauber. Dieser durchaus willkommene Stillstand auf dem Transferkarussell spricht nicht nur für die Binnenharmonie bei MuKu, sie eröffnet dem Trainerduo Niki Wagner und Benny Hofmann, das in dieser Konstellation in die dritte Runde geht, völlig neue, bisher kaum gekannte Möglichkeiten.

"Wir sind echt froh, dass alle Feldspieler zusammengeblieben sind. Das hat man in der Vorbereitung gemerkt: Wir müssen nicht alles neu erklären, jeder weiß, was wir spielen wollen", betont Hofmann, "das hat vieles einfacher gemacht." Zwar war die Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung aufgrund von Urlaubern nicht immer ein Quell der Freude, doch das geht zum einen den meisten Mannschaften in irgendeiner Phase der langen Wochen des Schwitzens so, zum anderen spielte es unter dem Strich wohl gar keine so große Rolle: "Wir sind zufrieden, wie es abgelaufen ist", erklärt Hofmann das Fazit des Trainerduos.

Auch was die beiden externen Neuzugänge anbelangt, findet Hofmann ausnahmslos lobende Worte: Torwart Andre Treiber, der von der TSG Eintracht Plankstadt an den Federbach kam, ist "top integriert und ein super Typ", auch Kreisläufer Jascha Lehnkering von der SG Heidelsheim/Helmsheim "passt perfekt in die Mannschaft".

Als dritter Neuzugang könnte glatt auch Ricardo Hörth durchgehen. Kurz vor Weihnachten 2018 zog sich der MuKu-Kapitän einen Totalschaden im Sprunggelenk zu. Mittlerweile ist der Linkshänder wieder im Mannschaftstraining, "braucht aber noch etwas Zeit", so Hofmann, der allerdings betont: "Ricardo ist schon sehr wichtig!"

Wichtig wäre freilich auch ein guter Saisonstart. Morgen steht zunächst das Pokalduell bei der HR Rastatt/Niederbühl an, eine Woche später kommt der TuS Helmlingen zum Auftakt in der Liga. "Gegen den TuS haben wir uns immer schwergetan, aber die Jungs freuen sich alle sehr auf das erste Spiel - vor allem, weil es ein Derby ist", versichert Hofmann, der zusammen mit Kompagnon Wagner die Plätze drei bis fünf anpeilt.

Zugänge: Andre Treiber (Plankstadt), Jascha Lehnkering (SG Heidelsheim/Helmsheim), Robin Ziegler (MuKu-Nachwuchs).

Abgang: Lukas Treuer (MuKu II).

Kalman Fenyö geht "optimistisch" in die neue Runde in der Handball-Südbadenliga, die für Phönix Sinzheim heute mit dem Heimspiel gegen den HGW Hofweier beginnt. Das ist nicht selbstverständlich. Vor allem nicht, weil der Trainer der Feuervögel die Vorbereitung als "ziemlich suboptimal" bezeichnet. Sein positives Gefühl wird vor allem von der guten Leistung seiner Akteure in den anstrengenden Einheiten gespeist: "Diejenigen, die da waren, haben super trainiert." Der Satz des Trainers impliziert aber ein Problem: Es waren nicht immer alle da.

Diesbezüglich ist es nicht weiter tragisch, dass der ein oder andere Feuervogel in der Vorbereitung im Urlaub weilte (Fenyö: "Daran bin ich gewohnt."). Größere Kopfschmerzen bereiten den Sinzheimer die Spieler, die überhaupt nicht mehr da sind. "Wir hatten einige schmerzhafte Abgänge zu verzeichnen", bedauert der 43-jährige ungarische Ex-Nationalspieler. Als einziger den Verein gewechselt hat Luis Pfliehinger. Der flinke Flügelflitzer spielt nun beim TV Willstätt in der dritten Liga, was Fenyö als "absolut vertretbar" bezeichnet. Zu allem Übel ist Phönix mit Eike Rumpf, der beruflich wohl bald aus mittelbadischen Gefilden abheben wird, auch noch der rechte Part der Flügelzange weggebrochen. Tragisch ist der Ausfall von Kreisläufer Roman Weis, dem die Ärzte aufgrund vieler Jahre in der handballerischen Knochenmühle ein Karriereende nahegelegt haben. Fenyö: "Das ist ganz, ganz bitter."

Bange machen gilt aber nicht - zumal Phönix für das Ziel gesichertes Mittelfeld auch neues Personal hinzubekommen hat. Gerade Allrounder Dominik Brath und Kreisläufer Jan Strehlau können das Team nach vorne bringen. Vieles wird freilich davon abhängen, was für eine Form Strippenzieher Alexander Bossert und Torhüter Peter Fodor auf die Platte bringen werden. Im Gegensatz zum Premierenjahr soll auch Yannick Bischoff, der sich kontinuierlich gesteigert hat, Phönix "von Anfang an weiterhelfen", so Fenyö.

Der Saisonauftakt vor heimischem Publikum in der Fremersberghalle gegen Hofweier hat es derweil in sich: Für Fenyö ist der HGW neben dem TuS Steißlingen der Topfavorit auf den Meistertitel. Doch auch beim Gegner ist heute vielleicht noch nicht alles bester Ordnung, und so sagt der Phönix-Coach: "Ich spiele lieber am ersten Spieltag dort, als in sechs oder acht Wochen."

Zugänge: Dominik Brath, Jan Strehlau (beide SG Pforzheim/Eutingen), Niklas Mild (TuS Großweier), Luca Bertrand (SG Steinbach/Kappelwindeck), Benjamin Huck (Phönix-Reserve), Tim Eisele, Felix Merkel (eigene Jugend).

Abgänge: Luis Pfliehinger (TV Willstätt), Matthias Meßmer (TVS Baden-Baden), Colin Sandkühler (HC Neuenbürg), Felix Möllering, Eike Rumpf (Phönix-Reserve), Roman Weis (verletzungsbedingte Pause).

Sigurjon Sigurdsson ist neu bei der SG Steinbach/Kappelwindeck. Das ändert allerdings nichts daran, dass er bereits jetzt seinen Platz in den jüngeren Vereinsgeschichtsbüchern der Rebland-SG sicher hat. Als Trainer des Landesliga-Vizemeisters ASV Ottenhöfen traf der Isländer mit seinem damaligen Team in der Relegation auf die SG - und zog den Kürzeren. Damit allerdings hat er - indirekt und wohl auch ungewollt - seinen Job als Trainer einer Südbadenliga-Mannschaft gesichert. Dieses Kennenlernen ist durchaus kurios, ein großes Thema war es nach dem Abschluss der vergangenen Saison indes nicht mehr, wie Sigurdsson berichtet: "Als die lange Saison mit Ottenhöfen zu Ende war, habe ich mich sofort auf meine neue Aufgabe eingestellt, die Stimmung war ab dem ersten Training richtig gut - und zumindest auf meiner Seite gab es kein komisches Gefühl."

Eine derartige Zitterpartie in Sachen Klassenerhalt wie in der vergangenen Saison will man im Rebland in dieser Runde tunlichst vermeiden, als übergeordnetes Saisonziel hat man sich auf einen "guten Mittelfeldplatz" verständigt, wie der isländische Ex-Nationalspieler erklärt: "Wir wollen mehr Punkte sammeln als in der vergangenen Saison. Es ist uns natürlich klar, dass das keine leichte Aufgabe werden wird."

Am generellen Konzept hat sich bei der SG hingegen wenig verändert, die Verantwortlichen setzen weiter konsequent auf Talente aus dem eigenen Nachwuchs. Vor dieser Saison stießen die Youngster Philipp Habich, Mirco Schlageter und Luis Materna dazu. Letzterer war als Nachfolger für Simon Pfliehinger auserkoren, der den Verein in Richtung Altenheim verlassen hat, riss sich allerdings bei einem Test das Kreuzband. Nicht mehr dabei ist auch Fabian Hochstuhl. Der Sandweierer hat seine Karriere bei der SG beendet.

Auch unabhängig von Abgängen und Verletzungen hat Sigurdsson an der ein oder anderen Stellschraube gedreht. "Mit einem neuen Trainer kommen immer neue Sachen", sagt der Coach, der hofft, dass er sein Team dadurch "weiter nach vorne bringen kann". Jeremias Seebacher beispielsweise soll - im Wechselspiel mit Fabian Braun - künftig verstärkt als Mittelmann die Strippen ziehen und das SG-Tempospiel ankurbeln.

Zum ersten Mal richtig ernst wird es morgen in einer Woche, dann nämlich empfängt die SG den TV Oberkirch. Sigurdsson verlangt, "dass wir alles aufs Parkett legen, um die zwei Punkte zu holen".

Zugänge: Philipp Habich , Luis Materna, Mirco Schlageter (alle eigene Jugend), Stefan Meßmer (zurück nach Verletzung).

Abgänge: Simon Pfliehinger (TuS Altenheim), Fabian Hochstuhl (Karriereende).

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