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Stieflers Tor wie aus dem Nichts
14.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Christoph Ruf

Als Schiedsrichter Felix Zwayer die Partie abpfiff, hob Sandhausens Trainer Uwe Koschinat resigniert die Schultern. Tatsächlich hatten 13 517 Zuschauer einen eher glücklichen 1:0-Sieg des Aufsteigers gesehen, der aus Karlsruher Sicht dank einer klaren Leistungssteigerung im zweiten Durchgang nicht gänzlich unverdient war. Allerdings war der Gast in der ersten Halbzeit die eindeutig bessere Mannschaft. 56 Prozent Ballbesitz standen nach 45 Minuten zu Buche - für die Auswärtsmannschaft.


Noch eindeutiger war das Chancenverhältnis. Denn während der KSC nur eine einzige Torgelegenheit zustande brachte, bei der Philip Hofmann am Sandhäuser Torwart Martin Fraisl scheiterte (27.), hatte der Gast mehrere. Nach einem Warnschuss von Rurik Gislason, der einige Meter am Tor vorbeiging (4.), prüfte Philip Türpitz mit einem 30-Meter- Karlsruhes Besten, Benjamin Uphoff, der den Ball zur Ecke lenkte (15.). Kurz darauf klärte der KSC-Keeper zusammen mit Gordon einen Kopfball von Aleksandr Zhirov (17.).

Nach einer halben Stunde dann die bis dato größte Chance des Spiels, als SVS-Linksverteidiger Leart Paqarada den Ball in den Strafraum chippte, wo sich KSC-Verteidiger Daniel Gordon zu leicht abschütteln ließ. Dass Erik Zenga daraufhin völlig freistehend am schnell reagierenden Uphoff scheiterte, war das große Glück des KSC, dessen Trainer Alois Schwartz hatte es wie erwartet bei zwei Änderungen gegenüber dem 0:3 in Osnabrück belassen: Auf der rechten Mittelfeldseite bekam Manuel Stiefler den Vorzug vor Burak Camoglu, links in der Viererkette ersetzte Dirk Carlson den verletzten Damian Roßbach.

Doch im Mittelfeld dominierte der Gast, der die Räume immer wieder geschickt nutzte. Der KSC hingegen verlegte sich auf Standardsituationen und versuchte, mit langen Bällen das Mittelfeld zu überbrücken. Da es aber oft zu lange dauerte, bis die tief stehenden Offensivspieler nachgerückt waren, versandeten die Konter allesamt. "Die Karlsruher haben genauso gespielt, wie wir uns das vorher ausgemalt hatten", seufzte SVS-Verteidiger Dennis Diekmeier nach der Partie. "Nur lange Bälle auf die beiden Stürmer."

Der KSC, fand der ehemalige Hamburger, "weiß wahrscheinlich selbst nicht, wie er das Spiel gewonnen hat." Das wiederum relativierte sein eigener Trainer Koschinat, der zugab, dass Sandhausen nach dem Gegentor keine Mittel mehr fand, um wieder erfolgreich ins Spiel zurückzufinden. "Bis dahin war es allerdings eine sehr gute Leistung von meiner Mannschaft."

Das 1:0 für den KSC fiel tatsächlich wie aus dem Nichts: Einen langen Ball von Marc Lorenz nutzte Philip Hofmann zu einer Direktabnahme, die Fraisl nur noch nach vorne abprallen lassen konnte - direkt vor die Füße des ehemaligen Sandhäusers Stiefler, der den Ball über die Linie stocherte (57.). Dem KSC tat die Führung allerdings erkennbar gut, er dominierte die Partie jetzt zusehends und agierte endlich auch gefährlicher vor dem Sandhäuser Tor:

In der 68. Minute lenkte SVS-Keeper Fraisl mit einer tollen Parade einen Kopfball von Marvin Pourié zur Ecke. Doch auch Sandhausen blieb gefährlich. In der 70. Minute musste Uphoff einen Kopfball von Gislason zur Ecke lenken, Paqarada hatte geflankt. Am Ende blieb es beim glücklichen Dreier für den KSC, der damit seinen dritten Saisonsieg feierte und zum ersten Mal in dieser Spielzeit in einem Ligaspiel ohne Gegentor blieb.

Ein Arbeitssieg - immerhin. Und ein eminent wichtiger, wie Daniel Gordon erläuterte: "Es war wichtig, zu den Basics zurückzufinden. Ich würde auch gerne wie Barcelona spielen, aber das sind wir eben nicht."

KSC: Uphoff - Thiede, Pisot, Gordon, Carlson - Fröde, Wanitzek, Stiefler (83. Grozurek), Lorenz (88. Camoglu) - P. Hofmann (90.+1 Kobald), Pourié.

SV Sandhausen: Fraisl - Diekmeier, Nauber, Schirow, Paqarada - Linsmayer, Taffertshofer (75. Biada), Zenga (64. Engels), Türpitz (81. Bouhaddouz) - Gíslason, Behrens.

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin) - Zuschauer: 13 517 - Tore: 1:0 Stiefler (57.) - Gelbe Karten: Carlson (1), Grozurek (1) - Diekmeier (2), Zenga (2), Biada (1) - Beste Spieler: Uphoff, Stiefler - Diekmeier, Schirow.

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