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Offene Rechnung
Offene Rechnung
21.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Christoph Ruf

Alois Schwartz hat am Donnerstag alles getan, um den Eindruck zu zerstreuen, dass die Partie des KSC beim 1. FC Nürnberg (13 Uhr/Sky) auch für ihn persönlich eine besondere ist. Alle darauf abzielenden Fragen ließ er ins Leere laufen. Allerdings empfindet der KSC-Trainer die am 7. März 2017 erfolgte Entlassung als Trainer bei den Franken noch heute als zutiefst ungerecht. "Das große Ganze hat gemessen an den Umständen gepasst", hat er im Mai 2017 dem "kicker" gesagt. An dieser Sicht der Dinge hat sich seither nichts geändert.


Tatsächlich war Schwartz nach drei erfolgreichen Jahren in Sandhausen zum Club gelotst worden, um einen Neuaufbau zu starten. In der Saison zuvor war der FCN als Dritter der Zweiten L iga erst in der Aufstiegsrelegation an Eintracht Frankfurt gescheitert. Spieler wie Niclas Füllkrug (Hannover) und Guido Burgstaller (im Winter nach Schalke) verließen den finanziell gebeutelten FCN damals. Wenn Schwartz daran erinnert, dass es sein Auftrag gewesen sei, den Club nach dem Aderlass im Mittelfeld zu stabilisieren, hat er Recht. Wenn er darauf hinweist, dass er auftragsgemäß Talente wie Lukas Mühl, Cedric Teuchert oder Patrick Kammerbauer an die erste Elf herangeführt hat und als Trainer eines Tabellenelften entlassen wurde, ebenfalls. Zudem hat es Schwartz zurecht als illoyal empfunden, dass der damalige Nachwuchstrainer Michael Köllner schon früh überall herumposaunte, der Chef sei taktisch limitiert und müsse abgelöst werden - am besten von ihm selbst. Dass ihn der heutige St. Pauli-Vorstand Bornemann damals entließ, empfindet Schwartz noch heute als Wortbruch.

Indes gibt es auch eine andere Sicht der Dinge, und die passt zu der Tatsache, dass die Trennung von Schwartz damals keine einsame Entscheidung von Bornemann war. Als Schwartz ging, stand der Club in der Rückrundentabelle auf dem vorletzten Platz, hatte drei Niederlagen in Serie kassiert und bei der Derby-Niederlage in Fürth eine indiskutable Leistung gezeigt. Die Fans und viele Nürnberger Journalisten reagierten zunehmend gereizt, wenn Schwartz mal wieder darüber klagte, dass ihm die besten Spieler verkauft worden seien, das Umfeld aber Wunderdinge erwarte.

Zumal auch das nur bedingt stimmte. Zwar träumen die Clubfans davon, dass ihr Verein irgendwann an die glorreiche Vergangenheit anknüpfen kann, doch selbst in der vergangenen Saison, als man als Tabellenletzter aus der Bundesliga abstieg, wurden die Spieler jedes Mal nach 90 Minuten mit Applaus verabschiedet. Der Unmut über Schwartz speiste sich weniger an der Punkteausbeute als an der von ihm verordneten, als unattraktiv und ängstlich empfundenen Spielweise. Entsprechende Hinweise, heißt es in Nürnberg, soll Schwartz ebenso ignoriert haben wie den Rat, öfter die Spiele der eigenen Nachwuchsmannschaften anzuschauen.

In gewisser Weise hat die Geschichte Schwartz dann allerdings dennoch Recht gegeben. Zum einen holte sein Nachfolger - ausgerechnet Königsmörder Köllner - nach der Schwartz-Entlassung weniger Punkte im Schnitt als sein Vorgänger. Und als Köllner im letzten Frühjahr gefeuert wurde, hielten ihm Spieler und Verantwortliche vor, er sei zu spät von seiner riskanten Offensivtaktik abgerückt. Das zumindest wäre unter Schwartz nicht passiert.

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