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Herbote trifft mitten hinein ins SVB-Herz
Herbote trifft mitten hinein ins SVB-Herz
21.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Christian Rapp

Steven Herbote fasste sich ein Herz, in dieser 92. Minute. Der Kuppenheimer Flügelflitzer nutzte einen kurzen Moment der Bühlertäler Unachtsamkeit, zog einen Sprint an, ließ zwei Gegenspieler stehen und schickte aus rund 25 Metern einen strammen Schuss auf die Reise, der - unhaltbar für SVB-Schlussmann Christian Gudera - flach im langen Eck einschlug. Sekundenbruchteile später war Herbote verschwunden - unter einer grauen Jubeltraube der 08-Kicker. Mit seinem Geniestreich, Sekunden vor dem Schlusspfiff, entschied der Linksfuß beileibe kein hochklassiges, aber jederzeit spannendes und von Taktik geprägtes Derby.

Als Schiedsrichter Ramon Leisinger eine Minute später schließlich die Partie abpfiff, bildeten die Wörtelkicker schnurstracks einen Kreis, "Derbysieger"-Rufe schallte es lautstark aus ihm. Währenddessen standen die Männer in den roten Trikots mit hängenden Köpfen und leeren Blicken regungslos auf dem Mittelberg. Dabei hatten sich die SVB-Spieler nichts vorzuwerfen, sie ackerten und rackerten, wie es sich für ein Team gehört, das im Abstiegskampf ist.

Natürlich war eine Verunsicherung im SVB-Spiel zu spüren, doch der Tabellenletzte stemmte sich mit allen Mitteln dagegen, nahm im Gegensatz zum blutleeren und indiskutablen Auftritt eine Woche zuvor in Mörsch die Zweikämpfe an und spulte Kilometer um Kilometer ab. Umso bitterer, dieser Nackenschlag in der Nachspielzeit. "Es tut unfassbar weh. Nach dem Mörsch-Spiel war ich einfach nur verärgert, heute bin ich unendlich traurig. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft mehr als zufrieden. In der Verbandsliga werden Kleinigkeiten einfach sofort bestraft. Wenn man hinten drin steht, verliert man so ein Spiel eben", sagte ein sichtlich geknickter SVB-Trainer Johannes Hurle. Sein Gegenüber Matthias Frieböse freute sich eher still über den Derbysieg: "Wenn man in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielt, ist es immer ein glücklicher Sieg. Es war ein typisches 0:0-Spiel. Wir hatten im Spiel mit dem Ball, da der SVB tief stand, heute unsere Probleme und sind nicht so in unser Umschaltspiel gekommen."

Ein Fußball-Fest sahen die 300 Zuschauer auf dem Mittelberg wahrlich nicht, dafür aber 90 anspruchsvolle Minuten für Taktik-Liebhaber. Die Hausherren überließen dem SV 08 größtenteils den Ball, machten im Mittelfeld die Räume eng und legten das Augenmerk darauf, die gefürchteten 08-Umschaltmomente über die pfeilschnellen Außenspieler Herbote und Götz zu verhindern. Selbst war die Hurle-Elf darauf aus, eigene Umschaltmomente zu generieren und so offensive Nadelstiche zu setzen. Zudem strahlten die Hausherren bei Standardsituationen eine gewisse Gefahr aus. Wirkliche Strafraumszenen, geschweige denn Torchancen, blieben aber dennoch Mangelware: Die Bühlertäler Sebastian Keller (19.) und Mendoua Engon köpften (41.) knapp über und neben das Tor (19.), 08-Stürmer Lucas Grünbacher prüfte mit einem Distanzschuss Gudera (40.). 08-Torwart Fabian Hegele parierte zudem kurz vor der Halbzeit einen Schuss von Philip Keller (44.).

Auch nach der Pause änderte sich am Geschehen wenig. Der SV 08 war weiterhin auf der Suche nach der Lücke in der engfüßigen SVB-Defensive, die Hausherren versuchten ihrerseits, über ruhende Bälle zum Erfolg zu kommen. Als der Ball schließlich doch den Weg ins SVB-Gehäuse fand, pfiff Leisinger den Treffer richtigerweise zurück: Herbote hatte den Ball mit der Hand über die Linie bugsiert (59.).

Doch der große Moment des Bühlertal-Schrecks, der im Pokal Mitte August beim 3:1-Sieg einen Doppelpack schnürte, sollte ja noch kommen: In eben jener 92. Minute wurde Herbote 25 Meter vor dem SVB-Tor zu viel Platz gelassen, der Flügelflitzer setzte zum Schuss an und traf - mitten ins Bühlertäler Herz.

SV Bühlertal: Gudera - Seb. Keller, Mo. Keller, Friedmann (81. Schmidt) - Heller, Metzinger, Westermann, Mendoua Engon, P. Keller - Max. Keller, Avdimetaj.

SV 08 K uppenheim: Hegele - Radke (80. Engel), Smuda, Schorb, Otto - Tran, Weisgerber (87. Kleber) - Götz, Karadogan (15. Borutta), Herbote - Grünbacher.

Schiedsrichter: Ramon Leisinger (Rheinfelden) - Zuschauer: 300 - Tor: 0:1 Herbote (90.+2) - Gelbe Karten: Mendoua Engon, Avdimetaj, P. Keller, Mo. Keller, Friedmann - Borutta, Smuda - Beste Spieler: Metzinger - Smuda.

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