https://www.badisches-tagblatt.de/spielerwahl/index.html
Knapp am Sieg vorbei
23.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Christoph Ruf

Es lief die zweite Minute der Nachspielzeit, als ein Kopfball von KSC-Verteidiger Daniel Gordon knapp über das Nürnberger Gehäuse strich. Es wäre der 2:1-Siegtreffer für den Karlsruher SC gewesen - das Team, das in der vergangenen Saison noch in der dritten Liga gespielt hat, hätte gegen einen Erstliga-Absteiger gewonnen.



Ein Karlsruher Sieg wäre auch gar nicht unverdient gewesen, denn nach durchwachsenem Beginn kamen die Badener beim 1:1-Unentschieden beim 1. FC Nürnberg immer besser ins Spiel, während dem FCN zusehends Selbstvertrauen und Siegeswille abhanden kamen. Dabei war der Club vor über 30 000 Zuschauern sogar in Führung gegangen. Der ehemalige Schalker Johannes Geis hatte mit einem berechtigten Foulelfmeter das 1:0 erzielt, nachdem Dirk Carlson Nürnbergs Nikola Dovedan im Strafraum gefoult hatte (24.). "Das kann man geschickter lösen", sagte Trainer Alois Schwartz, der dem 21-jährigen Luxemburger ansonsten aber eine "starke Partie" attestierte. Doch der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Manuel Stiefler, der gebürtige Franke, erzielte wie bereits gegen Sandhausen in der Vorwoche ein Tor gegen einen ehemaligen Arbeitgeber. Nach schönem Zuspiel von Lukas Grozurek schoss er den Ball mit dem Außenrist vorbei an FCN-Keeper Mathenia ins Tor (40.). Es war Stieflers dritter Treffer im fünften Saisonspiel und bereits zu diesem Zeitpunkt der verdiente Ausgleich.

Im zweiten Durchgang war der KSC dann die deutlich bessere Mannschaft. Zwar hatte auch der Club zwei Möglichkeiten, das Spiel durch Michael Frey (61.) und Robin Hack (67.) zu seinen Gunsten zu entscheiden. Doch das wäre angesichts des Spielverlaufs ein Hohn gewesen, schließlich war es der KSC, der das Spiel nach dem Nürnberger Führungstreffer im Griff hatte. Doch Marvin Wanitzek (49.), Marvin Pourié (72.) und Lukas Fröde (77.) vergaben die sich bietenden Möglichkeiten. "Mich hat schon gewundert, dass bei den Nürnbergern nach ihrer Führung ein Bruch im Spiel war", befand Mittelfeldmann Fröde. "Wir hätten hier auch gewinnen können."

Fröde spielte als einziger Sechser im neu erprobten 4-1-4-1-System und zeigte eine gute Partie. Das galt auch für seinen beiden Vorderleute Wanitzek und Manuel Stiefler, die sowohl defensiv als auch offensiv überzeugten. Mit drei Mann in der Mittelfeldzentrale gelang es dem KSC, den in diesem Bereich mit Geis, Sebastian Kerk und Hack stark besetzten Franken Paroli zu bieten. Im Gegensatz zu den vergangenen Spielen, in denen der KSC meist mit langen Bällen oder über die Außenbahnen das Mittelfeld zu überbrücken versuchte, waren diesmal auch schöne Spielzüge über das Zentrum zu sehen. Der zusätzliche Kollege tat dabei vor allem Wanitzek gut. Der kreative Kopf im Karlsruher Mittelfeld zeigte eine starke Partie und hielt nach dem Spiel noch am Mannschaftsbus ein Schwätzchen mit zahlreichen Freunden und Bekannten, die den KSC und dessen Nummer 10 ins Fränkische begleitet hatten.

"Nürnberg hat kein Tempo ins Spiel bekommen", analysierte derweil Wanitzeks Trainer Alois Schwartz. "Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht und waren dem 2:1 näher als der Gegner."

Auch Oliver Kreuzer sah den Schlüssel zum Erfolg im zen-

tralen Mittelfeld: "Vor allem war wichtig, dass wir Geis aus dem Spiel genommen haben, so konnten sie nicht so gut Fahrt aufnehmen", sagte Karlsruhes Sportdirektor, der mit dem Saisonstart mehr als zufrieden ist: "Vor der Saison habe ich gesagt, dass wir 19, 20 Punkte bis Weihnachten brauchen, jetzt haben wir nach sieben Spielen schon zehn."

Nürnberg: Mathenia - Sorg, Mühl, Jäger, Handwerker (58. Nürnberger) - Behrens (73. Gnezda Cerin), Geis - Dovedan, Robin Hack, Kerk (58. Erras) - Frey.

Karlsruhe: Uphoff - Thiede, Gordon, Pisot, Carlson - Fröde - Grozurek (83. Camoglu), Stiefler, Wanitzek, Lorenz - Pourie (90.+1 Hofmann).

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb) - Tore: 1:0 Geis (24., Elfmeter), 1:1 Stiefler (40.) - Zuschauer: 30 332 - Beste Spieler: Frey, Jäger - Stiefler, Thiede - Gelbe Karten: keine.

BeiträgeBeitrag schreiben 
Umfrage

Laut Naturschutzverbänden können immer weniger Menschen Arten bestimmen. Halten Sie es für sinnvoll, vermehrt Artenkunde im Schulunterricht zu lehren?

Ja.
Nein.
Das weiß ich nicht.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1