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Punkt mit verbaler Veredelung
Punkt mit verbaler Veredelung
30.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Moritz Hirn

Ganz am Ende flog die ein oder andere Flasche durch die Rheintalhalle. Vor Wut auf den Boden gefeuert, weil für den TVS Baden-Baden vielleicht doch noch etwas mehr drin gewesen wäre, als das 22:22, mit dem sich die Sandweierer Oberliga-Handballer und die SG Köndringen/Teningen am Samstagabend trennten. In der Tat war der TVS in den Schlusssekunden in Ballbesitz, ein eigener Treffer dadurch denkbar. Dieser wollte - wie schon in den 59 Minuten zuvor des Öfteren der Fall - nicht gelingen. So blieb am Ende ein Punkt gegen einen überaus ambitionierten Gegner, mit dem die Hausherren letztlich doch ganz gut leben konnten.

"Es war ein Hin und Her mit einem völlig gerechten Unentschieden", resümierte hernach Sandro Catak. Auch der neue TVS-Trainer fand es natürlich schade, "dass wir den letzten Ball nicht reinmachen", insgesamt war er aber "richtig stolz auf die Jungs", die in einem äußerst intensiven, teils hochklassigen, aber immer wieder von haarsträubenden Fehlern auf beiden Seiten durchzogenen Spiel gegen einen der Titelkandidaten in der Oberliga vor allem in der Abwehr eine bärenstarke Leistung ablieferten. Catak: "Wir haben den Punkt über unsere Abwehr geholt. Im Angriff haben wir noch ein bissel was zu tun - aber das kommt noch", war sich der Trainer sicher.

Dass diesbezüglich noch viel Luft nach oben ist, offenbarte sich vor allem ab der Mitte der ersten Hälfte. Zunächst hatte der TVS im ersten Duell gegen die SG seit fast 40 Jahren - im Oktober 1980 trafen sich beide Teams zuletzt und trennten sich beim 21:21 ebenfalls nur remis - alles im Griff. Die Abwehr um die beiden Chefdirigenten Sebastian Wichmann und Franz Henke ging aggressiv zu Werke, vorne hatten Jonas Schuster, Max Mitzel, Julian Schlager und Maximilian Vollmer, der als Mittelmann die Fäden zog, ihr Visier korrekt justiert. Folgerichtig führte der TVS mit 6:3 (9.) und 8:5 (17.) recht komfortabel.

Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte schlichen sich aber sukzessive Fehler ein, sowohl im Ballvortrag als auch im Abschluss. So kam die SG heran, glich beim 8:8 (19.) aus und dürfte sich gar über die 9:8-Führung freuen. "Das war der Knackpunkt", analysierte Catak, "die Fehlerquote hat uns in der ersten Halbzeit das Genick gebrochen." Statt mit vier, fünf Toren Vorsprung ging es aus TVS-Sicht mit einem 13:14-Rückstand in die Pause. Dass dieser nicht noch höher ausfiel, war dem starken Defensivverbund zu verdanken, der den Köndringer Rückraum - abgesehen von der einigen Aktionen des Ex-MuKu-Akteurs Jan-Philipp Valda - weitgehend Griff hatte.

Nach der Pause machte vor allem Thilo Hafner dort weiter, wo er vor dem Wechsel schon brilliert hatte - mit tollen Paraden im Sandweierer Tor. "Er hat uns sehr gut geholfen", lobte Coach Catak. Allerdings knüpften auch seine Vorderleute fast nahtlos an ihre Leistung in Durchgang eins an, nämlich beim Vergeben von Chancen. Weil diesbezüglich aber auch die SG in den Fehler-Kanon mit einstimmte - Trainer Ole Andersen explodierte das ein oder andere Mal an der Seitenlinie -, konnten sich die Gäste, bei denen sich Lukas Zank bei einer unglücklichen Aktion zwei Minuten vor dem Ende die Achillessehne riss, nie weiter als zwei Tore absetzen (18:20/45.).

Mit viel Willen in der Abwehr und etwas Glück im Angriff machte der TVS diese dann wieder wett. Und so wurde der kurz nach der Schlusssirene noch als Enttäuschung empfundene Punkt mit etwas Abstand vom Trainer verbal veredelt: "Wie die Jungs gefighted haben, das war Wahnsinn - ein Riesenkompliment!"

TVS Baden-Baden: Hafner, Horn, Meßmer - Schlager 6, Mitzel, 6, Schuster 5, Fritz 3/1, Geisler, Vollmer je 1, Wichmann, F. Henke, Seiter, Holfelder, Bonelli, Jolibois.

SG Köndringen/Teningen: Merz, Kicki - Valda 7, Hreblev 5/2, Simak 4, Melnyk, Bührer je 2, Zank, Hantak je 1, Weise, Spinner, Blank, Tscherner.

Schiedsrichter: Arno Kohlbach/Sascha Östringer (HSG St. Leon/Reilingen) - Zuschauer: 600 - Zeitstrafen: 2/1.

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