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Genug Luft für Vollsprints
Genug Luft für Vollsprints
14.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Moritz Hirn

Nadja Kaufmann pumpte wie ein Maikäfer. Ein ziemlich schneller und furchtloser Maikäfer. Gerade hatte der Neuzugang der SG Steinbach/Kappelwindeck innerhalb von exakt 90 Sekunden den dritten Vollsprint über das fast komplette Handballfeld hingelegt, dabei die erstligagestählte Desiree Kolasinac im Trikot der TG Pforzheim zweimal stehenlassen und dreimal in abgezockter Manier die Gegenstöße mit Toren veredelt. Und so musste die 17-Jährige beim Zurücklaufen nicht nur kräftig nach Luft japsen, sondern auch ein bisschen grinsen. Vermutlich wusste sie nach ihrem Dreierpack zum 26:22 nach knapp 50 Minuten: Das packen wir.

"Das war großer Sport", lobte Arnold Manz hernach seinen Schützling, "sie weiß einfach, wo man hingehen muss." Wie fast allen in der Bühler Großsporthalle war auch dem sportlichen Leiter der SG klar, dass Kaufmann, die vor der Runde aus der Jugend des TuS Schutterwald ins Rebland gewechselt ist, mit ihrem Tor-Trio den Grundstein für den wichtigen 31:27-Derbysieg gegen die Gäste aus der Goldstadt gelegt hatte. Näher als drei Tore kam die personell gebeutelte TG, die mit nur acht Feldspielerinnen angereist war, nicht mehr heran. Und so konnte Manz nicht nur den "brutalen Teamgeist" seiner Truppe unterstreichen, sondern die für die Mission Klassenerhalt dringend benötigten zwei Punkte verbuchen. Die TG hingegen steckt mit nunmehr 0:8 Zählern noch tiefer im Schlamassel.



Damit war zunächst nicht zu rechnen, denn nach 15 Minuten lag Pforzheim verdient mit 8:4 in Front. Das lag an der suboptimalen Wurfauswahl der SG, vor allem aber am Können der baumlangen TG-Torhüterin Jasmin Scheid, die reihenweise Glanzparaden auspackte, freie Bälle und insgesamt vier Siebenmeter parierte. Obendrein schaffte es die Murgtälerin Kolasinac - Herz und Hirn der TG - immer wieder, ihre Mitspielerinnen - allen voran Laura Friedrich am Kreis - in Szene zu setzen.



Manz drehte vermehrt an der Personalschraube, wechselte aus und stellte um - mit Erfolg: Kaufmann besorgte erst den Ausgleich (9:9/22.) und wenig später die erste Führung der SG (10:9/25.). Richtig stabil standen die Gastgeberinnen, bei denen die lange verletzte und schmerzlich vermisste Stephanie Elies ihr Comeback feierte, zur Pause (13:14) aber noch nicht. Das sollte sich nach dem Wechsel ändern. Mit Ariane Pfundstein beorderte Manz eine weitere Kante auf die Platte. Das erst 15-jährige Küken agierte bei ihrem Drittliga-Debüt zunächst noch sehr nervös, verdichtete aber in der Folge merklich den Mittelblock. So konnte die frisch verheiratete Nathalie Kern - bis Freitagvormittag hieß sie noch Droll mit Nachnamen - immer wieder entscheidend dazwischenfunken - und Kaufmann, Aliu und Co. Tempogegenstöße laufen. "Das hat uns brutal geholfen", lobte Manz Kerns Ballgewinne.



Durch das permanente Hinterherlaufen ging den dünn besetzten Gästen nun immer mehr die Puste aus, beim 22:22 (46.) war Pforzheim letztmals auf Augenhöhe. Die SG holte hingegen nochmals tief Luft - vor allem Nadja Kaufmann.

SG Steinbach/Kappelwindeck: Blandl, Wunsch, Bürger - Kaufmann 7, Aliu 6, Droll, Höhne je 3, Manz, Keller, Horn, Elies je 2, Klöpfer 1/1, Baier, Jülg, Bönte je 1, Pfundstein.

TG Pforzheim: Scheid, Schwarz - Kolasinac 9/5, Friedrich 8, Spengler 5, Kurstak 4, Sauerwald 1, Spieth, Pjano, Dohe.

Schiedsrichter: Sven Ernst/Johannes Friedhoff (Freiburger TS) - Zuschauer 310 - Zeitstrafen: 2/3

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