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Joker Fink sichert das Remis
Joker Fink sichert das Remis
21.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Hans Falsehr

Die reguläre Spielzeit in Bochum war fast schon abgelaufen, da zog Alois Schwartz seinen letzten Joker. Der von ihm trainierte Karlsruher SC lag mit 2:3 zurück und war seit der 17. Spielminute ein Mann weniger auf dem Platz - Lukas Fröde hatte die Gelb-Rote Karte gesehen. Nun aber befahl Schwartz Anton Fink aufs Feld. Fink ist beim KSC in dieser Saison ja nur noch Ergänzungsspieler, gegen den VfL Bochum wurde er gestern freilich Matchwinner. Denn kaum war Fink auf dem Platz, stellte er auch schon den 3:3-Endstand her.

Dieser war, so der einhellige Tenor im Karlsruher Lager, "hochverdient". Damian Roßbach, der nach einer wochenlangen Verletzungspause sein Comeback gab, war sich sogar sicher: "Eigentlich hätten wir hier gewinnen müssen." Dazu aber fehlte dem KSC einerseits das Matchglück, andererseits - und das in großem Maße - auch das nötige Schiedsrichterglück. Alois Schwartz jedenfalls ging nach dem Spiel mit dem Unparteiischen Nicolas Winter hart ins Gericht: "Da wurde zweimal so zu unseren Ungunsten eingegriffen, wir wurden so benachteiligt - da ist man draußen machtlos", wetterte er.

Fünf Tore, eins davon durch einen Foulelfmeter nach Videobeweis, und eine sehr umstrittene Gelb-Rote Karte: Die erste Halbzeit im Ruhrstadion hatte aus sportlicher und emotionaler Sicht viel zu bieten. Davon nicht begeistert war der KSC. Denn die Gäste durften sich als Leidtragende der turbulenten Ereignisse im ersten Spielabschnitt fühlen. Die Badener gingen nach einer Ecke von Marc Lorenz durch das siebte Saisontor - wieder einmal per Kopf - von Philipp Hofmann zwar in Führung (8.), kassierten aber praktisch im Gegenzug, ebenfalls nach Eck- und Kopfball, durch Saulo Decarli den Ausgleich (9.). Kurz darauf scheiterte Hofmann mit einem Kopfball am Bochumer Außenpfosten (11.) - und in der 16. Minute neigte sich der Fußballgott in Person des Schiedsrichters dann noch weiter auf die Seite der Gastgeber. Nach einem Foul von Fröde an Simon Zoller im Mittelfeld verwarnte der Unparteiische den Karlsruher Mittelfeldspieler, der daraufhin flehend seine Handflächen aneinander klappte und damit andeuten wollte: "Das war Fuß auf Fuß." Winter interpretierte es allerdings als abfälligen Beifall und zeigte die Ampelkarte (17.). "Wenn jemand so Beifall klatscht, dann hat er ein Problem mit der Koordination", meinte Schwartz dazu ironisch.

Trotz Unterzahl ging der KSC in der 21. Minute ein zweites Mal in Führung. Nach toller Vorarbeit von Roßbach über links musste Kyoung-Rok Choi dessen Hereingabe nur noch einschieben. Doch wieder währte die Freude nicht lange. Nach einer Szene im Karlsruher Strafraum schaltete sich der Videoschiedsrichter ein. Nach Betrachtung der beanstandeten Situation entschied Winter wegen eines Fouls von Daniel Gordon an Vitaliy Janelt auf Strafstoß für den VfL. "Niemand hat protestiert", stellte Schwartz fest. "Und wenn der Videoassistent das Foul sieht, dann muss er auch vorher die klare Abseitsstellung der Bochumer sehen." Danny Blum war's egal, der neben Zoller zweite Ex-Karlsruher der Bochumer stellte den 2:2-Ausgleich her (29.). Und damit nicht genug: Nach dem Anstoß des KSC waren keine 60 Sekunden vergangen, als zunächst eine Flanke der Hausherren an den Pfosten des Karlsruher Tores klatschte, den Abpraller bugsierte Cristian Gamboa zur ersten Bochumer Führung im Tor unter (31.).

Nach dem Seitenwechsel bekamen die Gäste nach einem unglücklichen Foul von Manuel Riemann an Marvin Wanitzek die große Chance zum 3:3 - ebenfalls vom Elfmeterpunkt. Doch der VfL-Keeper machte seinen Fehler wieder gut und wehrte den nicht sonderlich platzierten Schuss von Marc Lorenz ab (47.). Der KSC gab auch danach nicht auf - und wurde dafür dank Joker Fink belohnt.

VfL Bochum: M. Riemann - Gamboa (79. Celozzi), Decarli, Lorenz, Danilo Soares - Losilla, Janelt - Zoller (83. Pantovic), S. Maier (69. Weilandt), D. Blum - Ganvoula. KSC: Uphoff - Thiede (90. A. Fink), Gordon, Pisot, Roßbach (80. Pourié) - Fröde - Stiefler, Choi (46. Groiß), Wanitzek, Lorenz - P. Hofmann.

Schiedsrichter: Nicolas Winter (Scheibenhardt) - Zuschauer: 14 954 - Tore: 0:1 P. Hofmann (8.), 1:1 Decarli (10.), 1:2 Choi (21.), 2:2 D. Blum (29./Foulelfmeter), 3:2 Gamboa (31.), 3:3 A. Fink (90.+1) - Gelbe Karten: D. Blum (2), Gamboa (1) / Roßbach (2), Stiefler (2) - Gelb-Rote Karte: Fröde (17./Unsportlichkeit) - Besonderes Vorkommnis: Riemann (Bochum) hält Foulelfmeter von Lorenz (KSC) (48.) - Beste Spieler: Gamboa, D. Blum Roßbach, P. Hofmann.

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