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Doch kein Silberjubiläum
25.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Michael Ihringer

Zum Silberjubiläum fehlte nicht viel. 24 Jahre war Patrick Ebner mit dem TSV Loffenau eng verbunden, eine verdammt lange Zeit heutzutage, wo viele Akteure auch in den unteren Amateurklassen schneller das Trikot wechseln, als man denken kann. Die vergangenen drei Jahre wirkte Ebner auch als Trainer des Landesliga-Schlusslichts, doch schon vor der 0:5-Heimpleite gegen Oberwolfach und nach zwei Auswärtsreisen mit 14 Gegentoren zog Ebner selbst die Reißleine. Vereinstreue hin, Vereinstreue her.


"Vielleicht bekommt die Mannschaft nochmals neue Impulse vor der Winterpause, die vergangenen Wochen haben viel Kraft gekostet, es hat sich über Monate viel aufgestaut. Ich denke, dass es für alle Beteiligten das Beste ist." Dass der TSV nach zwei Dritteln der Vorrunde die Rote Laterne inne hat, ist indes keine Überraschung, es ist vielmehr das Normalste der Welt.

Schon vor dem ersten Anpfiff der Saison war klar, dass der dezimierte Kader in der sehr ausgeglichenen Liga kaum Landesliga-Ansprüchen genügt. Das Karriereende von Kapitän Tobias Großmann und der kurz vor Saisonbeginn beruflich bedingte Abgang von Stürmer Fabian Hammer, obendrein der Kreuzbandriss von Mittelfeldspieler Marco Lumpp konnten nicht annähernd kompensiert werden. Ebner: "Der Kader ist zu dünn, und wir haben keinen adäquaten Ersatz bekommen." Schon vor dem ersten Punktspiel wies Spielausschuss Jürgen Möhrmann auf die Zwergenrolle des kleinen Vereins im Kampf mit der finanziell viel besser aufgestellten Konkurrenz hin. "Wir haben mit 60 bis 80 Leuten gesprochen. Viele haben mit uns auch nur gepokert."

Auch Ebners Comeback auf dem Rasen nach verletzungsbedingter eineinhalbjähriger Pause konnte die Defizite nicht kaschieren. Die zweite Landesliga-Saison droht zum Himmelfahrtskommando zu werden. Dass angesichts der Erfolglosigkeit (bislang ein Saisonsieg bei einem Torverhältnis von 8:36) etwaige Unstimmigkeiten innerhalb der Mannschaft entstanden seien, verneinen Ebner ("Ich kann ja nicht die ganze Mannschaft austauschen, deshalb gehe ich") und auch Achim Grimm vehement. "Diese Frage brauchen sie mir gar nicht stellen", so der Vorstand, "wir hatten schon vor Wochen interne Gespräche, und Patrick deutete an, dass man sich in der Winterpause Gedanken machen solle. Für die Kaderzusammenstellung kann er nichts. Der Verein liegt ihm am Herzen. Wir hätten die Saison auch gerne mit ihm durchgezogen."

In den vergangenen Tagen hat Kapitän Tobias Skubatz mit Spielausschuss-Mitgliedern das Training geleitet, in Bälde will man zumindest interimsmäßig eine Lösung finden. Grimm: "Wir klappern ein paar Themen ab." Patrick Ebner braucht erst mal eine Auszeit. "Bis zur Winterpause mache ich erst mal Pause, dann schaue ich mich in Ruhe um." Als Zuschauer schaut er aber gerne wieder vorbei. Alte Liebe rostet eben nicht.

Auch der aktuelle Gegner FV Ottersweier erlebt erstmals die Schattenseiten in der neuen Spielklasse. Ans Verlieren muss man sich erst gewöhnen. Schon gegen Oberwolfach ging nicht viel und in Oppenau schlicht gar nichts. "Nach dem 0:1 haben wir komplett den Faden verloren. Doch Oppenau ist kein Maßstab für uns", bilanzierte Spielertrainer Christian Coratella. Der nächste Gegner aber schon. "Wir müssen schauen, dass wir aus dem Tief herauskommen und das Heimspiel gewinnen. Wenn wir in der Liga bleiben wollen, müssen wir so ein wichtiges Spiel gewinnen."

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