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Wer stürzt den "FC Bayern der Liga"?
26.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Christian Rapp

Dennis Kleehammer schmunzelt, als er die Frage hört. FC Bayern der Fußball-Kreisliga B, Staffel 4? Der Trainer des SV Michelbach lacht leicht, danach folgt eine kurze Pause: "Wir haben diese Saison einen starken Kader beisammen. Eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Natürlich wollen wir unter die ersten Drei kommen." Das berühmt-berüchtigte "Mia-san-Mia"-Gen hat der Coach der Murgtäler also schon mal verinnerlicht.

Morgen nun startet die B 4, zusammengesetzt aus den jeweils sechs besten Teams der B 2 und B 3, in ihre Saison, erstmals im neuen Modus mit Hin- und Rückrunde. Die ersten beiden Mannschaften steigen direkt auf, die dritte muss in die Relegation gegen den B-5-Meister. Der SVM ist wohl Titelanwärter Nummer eins, doch das Meister- und Aufstiegsrennen könnte extrem eng werden. Etliche Vereine verfolgen ein Ziel: Bloß raus aus der B-Klasse!

Seit Kleehammer vor einem Jahr das Zepter an der Seitenlinie übernommen hat, wurde der SVM-Kader kontinuierlich aufpoliert. Allein Leutrim Beqiraj, Valentin Mazreku, Adam Stefaniak, Mathias Seehase, Sandro Schnepf, Vadim Saponenko und Hakan Erdem verfügen über mehrere Jahre Erfahrung in höheren Ligen. Zudem verstärken sich die Murgtäler, die in der B 2 acht Siege einfuhren und nur eine Niederlage verkraften mussten, in der Winterpause mit Torhüter Biagio Ciuccio und Yakup Ergül (beide SV Forbach). Mit Ciuccio im Tor sollte der SVM auch die letzte Baustelle behoben haben. Doch Kleehammer warnt: "Die Teams aus der Südstaffel, vor allem Neuweier, Stollhofen und Scherzheim, sind stark." Mit der SG Stollhofen/Söllingen wird der Titelfavorit bereits morgen Bekanntschaft machen. "Wir wollen gut starten, den Heimvorteil nutzen", sagt Kleehammer.

SGS-Benjamin Ernst hat wie Kollege Kleehammer die gleichen Teams auf der Rechnung. "Aus unserer B 3 Neuweier und Scherzheim, aus der B 2 rechne ich mit Michelbach und Würmersheim II. Gerade Reserveteams sind immer für eine Überraschung gut", sagt Ernst und verweist auf den letztjährigen Meister VfB Bühl II. Der Start beim Topfavoriten? Für den SGS-Coach kein Problem: "Ich bin froh, dass wir gleich mit so einem Kaliber starten, wenngleich wir momentan enormes Verletzungspech haben." Bis zu zwölf Spieler muss der Übungsleiter derzeit ersetzen, weshalb er mit "einem Unentschieden sehr zufrieden" wäre. Auf die Saison gesehen möchten Ernst und seine Mannen "versuchen, um den Aufstieg mitzuspielen".

Wenn der SVM Titelfavorit Nummer eins ist, dann ist der FC Neuweier zumindest Titelfavorit 1b. Der FCN spazierte geradezu durch die B 3, sammelte in zehn Partien 28 Punkte. "Fünf, sechs Mannschaften werden ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden. Wir wollen eine davon sein", übt sich Mario Breig eher etwas in Understatement. Neben den bereits erwähnten Teams hat er auch den FC Weisenbach, immerhin Zweiter in der B 2, auf der Rechnung. "Die Liga scheint ziemlich ausgeglichen zu sein. Wichtig wird sein, dass man eine gewisse Konstanz an den Tag legt, wenngleich durch Hin- und Rückrunde ein Patzer mal drin ist." Diesen wollen sich die Rebländer aber nicht gleich zum Start leisten, auch wenn mit dem FV Rauental keine einfache Aufgabe wartet, zumal Patrick Bruder bis zur Winterpause ausfallen wird.

Frei von jeglichem Druck wollen sowohl der FC Weisenbach als auch der SV Scherzheim die Runde angehen. "Wir befinden uns mitten im Neuaufbau, haben einen sehr jungen Kader, doch die Jungs ziehen super mit. Wenn es am Ende tatsächlich für einen der oberen drei Plätze reicht, ist es super, wenn nicht, geht die Welt nicht unter", erklärt FCW-Trainer Uwe Rothenberger. "Eine Zielsetzung gibt es von unserer Seite nicht. Wir können ohne Druck agieren. Die Meisterschaft wird bis zum Schluss spannend sein", meint SVS-Coach René Retsch, der mit einem Heimsieg gegen Absteiger SV Neusatz starten möchte. Forsch formuliert dagegen Slavo Lazic das Ziel: "Ganz klar, Platz eins oder zwei. Ein anderes Ziel kann es in der Liga nicht geben." Ohne Frage, der OSV Rastatt hat einige feine Kicker in seinen Reihen. Das Problem: Der Kader ist auf Kante genäht, fehlen ein, zwei Leistungsträger, ist ein Leistungsabfall zu verzeichnen. Während Würmersheim II durchaus oben anklopfen könnte, werden der SV Mösbach, TuS Greffern und Phönix Durmersheim wohl eher um die hinteren Plätze streiten. Eine Art Geheimtipp ist sicherlich der FV Rauental, der seinen Kader aus der A-Klasse beisammen halten konnte.

Die Saison verspricht jede Menge Spannung und ausgeglichene Teams, wohl mit dem SV Michelbach in der Favoritenrolle. Doch die Murgtäler dürften gewarnt sein. Für den KSC, einst als "FC Bayern der dritten Liga" in die Runde gestartet, hatte der Vergleich mit dem deutschen Rekordmeister ein böses Erwachen: Die Badener scheiterten in der Relegation an Aue.

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