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Wiederholung erwünscht
02.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Christian Rapp

Am Dienstag war Johannes Hurle im Freiburger Schwarzwaldstadion an der malerisch gelegenen Dreisam auf der Suche. Und zwar nach Inspiration für die bevorstehende Mammutaufgabe seines SV Bühlertal morgen beim Spitzenreiter FV Lörrach-Brombach. Jedoch bekam der 29-Jährige beim Freiburger DFB-Pokalspiel gegen die Eisernen aus Berlin wenig Herzerwärmendes zu Gesicht. Viel Kampf, noch mehr Krampf und ein Fehlpassfestival, so die Bilanz der zähen 90 Minuten.

Warm ums Herz wurde ihm jedoch, als er sich die 90 Minuten vom vergangenen Samstag auf dem Mittelberg gegen das Spitzenteam FC Denzlingen (2:1) noch einmal zu Gemüte führte - bei der traditionellen Videoanalyse. "Das war die beste Leistung in dieser Saison, meines Erachtens haben wir sogar noch stärker als beim Sieg gegen den Kehler FV gespielt", findet der SVB-Trainer. Nur zur Erinnerung: Damals fegten die Roten den Tabellenführer KFV mit 4:0 vom Mittelberg, der SVB war mit der Überraschung endgültig in der Verbandsliga angekommen. "Wir hatten viel mehr Spielanteile, haben mit viel Ruhe gespielt, geduldig auf unsere Chancen gewartet und guten Ballbesitzfußball gezeigt", sagt Hurle, der aber auch das Haar in der Suppe sofort hinterher liefert: "Die Chancenauswertung war bescheiden, wir haben zu viele Möglichkeiten ausgelassen. Das Spiel hätte früher entschieden sein müssen, so mussten wir in den letzten zehn Minuten nochmal gehörig zittern."

Doch auch das gehört zu der Entwicklung, die sein Team nach dem Stotterstart mittlerweile genommen hat: In brenzligen, kritischen Situation behält der Aufsteiger nun die Nerven, kann auch einen knappen Vors prung mal über die Zeit retten oder etwaige Schwächephasen schadlos überstehen. "Wir haben gelernt, dass wir uns nicht verunsichern lassen dürfen. Nach dem schwachen Auftritt in Pfullendorf ist die Mannschaft trotzdem mit breiter Brust gegen Denzlingen aufgelaufen, mit dem Bewusstsein, auf die eigene Stärke zu bauen", erläutert Hurle. Dieses (Selbst-)Bewusstsein spiegelt sich auch in der Tabelle wider. Vom letzten Platz arbeitete sich der Aufsteiger kontinuierlich nach vorne, belegt derzeit Rang elf, hat aber trotzdem nur einen Punkt Vorsprung auf die Todeszone in der Verbandsliga.

So reisen die Bühlertäler also durch den Sieg gegen das nächste Spitzenteam mit einer breiten Brust à la Arnold Schwarzenegger zum Ligaprimus ins Dreiländereck. Jedoch ohne Isuf Avdimetaj im Gepäck, beziehungsweise im Bus, da sich der Angreifer gegen den FCD eine Gelb-rote Karte einhandelte. "Isuf war bärenstark drauf, vor allem gegen den Ball hat er super gearbeitet, Bälle fest gemacht. Er wird uns schon fehlen", beklagt der SVB-Trainer die Zwangspause seines Stoßstürmers, der zudem auf Ideengeber Nico Westermann verzichten muss. Dafür werden wohl Maximilian Keller und Jonas Knobelspies in das SVB-Offensivspiel zurückkehren.

Im laut Hurle "letzten Bonusspiel" bis zur Winterpause wartet auf die Mittelberg-Elf eine "ganz gefährliche Mannschaft". Das Team von Trainer Erkan Aktas hat zu Hause noch eine makellose Bilanz vorzuweisen: Fünf Spiele, fünf Siege, 13:0 Tore. Besonders die null Gegentore dürften ganz nach dem Geschmack des FVL-Trainers sein, gilt Aktas doch als Defensivfanatiker. Im Spitzenspiel in Kuppenheim war der Tabellenführer bemerkenswert passiv, verteidigte mit Fünferkette und zwei Wachhunden vorne dran. Catenaccio-Liebhaber wie Otto Rehhagel hätten die eine oder andere Freudenträne wohl verdrückt, Freunde des temporeichen Kloppschen Umschaltspiels wären dagegen vor Entsetzen kreidebleich geworden. Die logische Konsequenz: zwei Torchancen in 90 Minuten. "Ich gehe davon aus, dass der FV Lörrach-Brombach zu Hause etwas offensiver agieren wird", hofft Hurle auf das eine oder andere kleine Loch in der Betonabwehr (acht Gegentore, Liga-Bestwert) der Hausherren. Zumindest fehlt dem FVL-Spiel morgen ein Fixpunkt: Dauerläufer Hasan Ates ist nach seiner Ampelkarte in Kuppenheim zum Zuschauen verdammt. Selbst erwartet der Bühlertäler Coach von seinen Mannen "defensive Stabilität, um mindestens einen Punkt mitzunehmen".

Ein weiteres Ziel gibt Hurle seiner Elf zudem mit auf den Weg: "Vielleicht sind wir ja die erste Mannschaft, die in dieser Saison dort ein Tor schießt." Gute Erfahrungen mit Spitzenreitern hat der SV Bühlertal bekanntlich in dieser Saison ja schon gemacht. Stichwort Kehler FV. Bebender Mittelberg. Faustdicke Überraschung. Wiederholung erwünscht.

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