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Judo-Club Elchesheim-Illingen geehrt
Judo-Club Elchesheim-Illingen geehrt
15.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Frank Vetter

Den Inklusionspreis 2019 des Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes (BBS) haben der Judo-Club Elchesheim-Illingen, der Verein Sport vor Ort Rieselfeld und die angehende Sportwissenschaftlerin Marisa Thomann erhalten. Im Alten Ratssaal des Baden-Badener Rathauses wurden die Preisträger gestern mit Urkunden und einem Preisgeld von jeweils 1 000 Euro ausgezeichnet.

Bereits zum vierten Mal hatte der BBS den Preis ausgelobt, der von den Badischen Sportbünden Nord und Freiburg sowie von der Deutschen Rentenversicherung unterstützt wird. Der Preis sollte in den Kategorien Vereine, Studenten und Medien vergeben werden. In Ermangelung von ausreichend Medienbewerbungen zeichnete der BBS gestern zwei Vereine und eine Bachelorarbeit aus.

"Inklusion im Trend(sport)? Ein Instrument zur Überprüfung der Eignung von Trendsportarten im inklusiven Umfeld" lautet der etwas sperrige Titel von Marisa Thomanns Bachelorarbeit für die Albert-Ludwigs-Universtität Freiburg. Darin kommt die Preisträgerin unter anderem zu dem Schluss, dass die Funsportarten sich durch den hohen Motivationsgrad besonders für Kinder und Jugendliche mit Autismus und geistiger Beeinträchtigung eignen. Die Herangehensweise der Autorin entspreche der Philosophie des BBS, so dessen Inklusionsmanagerin Kim Früh in ihrer Laudatio.

"Inklusion im Stillen", habe Sport vor Ort (SvO) Rieselfeld (in der Nähe von Freiburg) von Anfang an betrieben. Aus einer Arbeitsgruppe eines BürgerInnenvereins hervorgegangen, trainieren im SvO Menschen mit und ohne Behinderung in elf Abteilungen gemeinsam. Aktuell seien 21 Erwachsene mit Behinderung gemeldet. Der Verein, so die Preisbegründung, arbeite beispielsweise an der Herstellung von Barrierefreiheit (auch auf der Homepage), hat im Vorstand Gleichstellungs- und Inklusionsbeauftragte, veranstalte inklusive Sommerfreizeiten und erhebe für Rollstuhlfahrer und Kinder aus einkommensschwachen Familien keinen Mitgliedsbeitrag. Der Verein lebe Willkommenskultur.

Bereits 1997 nahm der Judo-Club Elchesheim-Illingen einen 13-jährigen Jungen mit Down-Syndrom auf. Daraus entwickelte sich eine nun preisgekrönte Inklusionsarbeit gemäß dem Motto des Vereins "Beim Judo-Training verschwinden die Unterschiede fast völlig". Der Verein hat einen Mitgliederanteil von elf Prozent mit Handicap. Kinder mit ADS und ADHS sind ebenso willkommen wie Rollstuhlfahrer. Seit 20 Jahren veranstaltet der Verein eine Judo-Meisterschaft für G-Judoka aus dem süddeutschen Raum.

Im Rahmen der Preisverleihung freute sich die Baden-Badener Oberbürgermeisterin Margret Mergen, dass die Preisverleihung in der Kurstadt stattfinde. Die BBS-Präsidentin Prof. Dr. Anja Hirschmüller nannte die Inklusion eine Kernkompetenz ihres Verbandes und warb für das neue Projekt "Inklusionsoffensive in die Sportvereine".

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