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Ende der Durststrecke
Ende der Durststrecke
30.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Hans Falsehr

Der Bann ist gebrochen, der Karlsruher SC kann in der 2. Fußball-Bundesliga doch noch gewinnen. Nach acht Spielen ohne Sieg verbuchten die Wildparkprofis gestern Abend mit 4:1 (Halbzeit 3:0) endlich mal wieder einen Erfolg - und drei ganz wichtige Punkte. Damit beendeten die Blau-Weißen nicht nur ihre eigene Negativserie, sondern auch die Erfolgsserie ihrer Gäste, die zuvor sieben Mal nicht verloren hatten.

"Wichtig war, nach einer so langen Durststrecke wieder einmal zu gewinnen", brachte Chefcoach Alois Schwartz das Ergebnis auf den Punkt. Was sich im Karlsruher Abschlusstraining angedeutet hatte, war in der Startaufstellung abzulesen. Schwartz reagierte auf die Derbyniederlage in Stuttgart mit drei Wechseln: Christoph Kobald, Marc Lorenz und Anton Fink liefen anstelle von Lukas Fröde, Kyoung-Rok Choi und Marvin Pourié auf. Taktisch hatte sich Schwartz für ein 4-4-2 entschieden.

So spielte der KSC zunächst gut mit, Regensburg aber machte den besseren Eindruck. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde aber kam der KSC zum ersten Eckball, den die Oberfranken nicht aus der Gefahrenzone brachten, und "Toni" Fink schoss die Hausherren mit seinem dritten Saisontor aus kurzer Distanz in Führung (17.). Nur vier Minuten später ließ sich Regensburg von einem langen Diagonalpass von Marvin Wanitzek überraschen. Lorenz legte für Philipp Hofmann auf, der zum 2:0 traf (21.) und bereits sein achtes Saisontor markierte. "Wir liegen 0:2 hinten", meinte Gästecoach Mersad Selimbegovic nach dem Spiel, "und wissen nicht, warum."

In der Folgezeit kamen die sehr zweikampfstarken Gäste zu zwei guten Tormöglichkeiten: Regensburgs Kapitän und Torjäger Marco Grüttner traf aber den Ball nicht richtig und schoss knapp rechts vorbei (23.). Und nach einem verunglückten Abschlag von KSC-Keeper Benjamin Uphoff traf Max Besuschkow - Uphoff war noch mit der Hand dran - nur den Querbalken (34.). Ansonsten entwickelten die Oberschwaben vor der Pause keine wirkliche Torgefahr mehr.

Der KSC hingegen hatte noch die ein oder andere Kontermöglichkeit. Anton Fink sah Gästekeeper Alexander Meyer zu weit vor seinem Kasten, zielte aber aus fast 40 Metern zu hoch (39.), Hofmann verstolperte einen vielversprechenden Angriff (43.) und kurz vor der Halbzeit scheiterte Marvin Wanitzek aus spitzem Winkel an Jahn-Torwart Meyer.

Nach dem Seitenwechsel bauten die Gäste Druck auf das KSC-Tor auf - jedoch nicht lange. Denn in der 56. Minute gelang den Hausherren das 3:0. Fink setzte Lorenz in Szene, dessen Flanke wuchtete Hofmann mit einem sehenswerten und technisch anspruchsvollen Fallrückzieher à la Klaus Fischer ins Regensburger Netz.

Nun sah überhaupt nichts mehr danach aus, als würde der SSV Jahn noch einmal zurückkommen können. Mit ihrer zweiten Ecke aber verkürzten die Gäste plötzlich auf 1:3 (70.). Uphoff verschätzte sich und sprang unter der Kugel durch - Besuschkow köpfte ein. Kurz darauf traf Sean Okoroji nur den Karlsruher Querbalken (74.), drei Minuten später rettete bei einem Besuschkow-Schuss der Pfosten die Blau-Weißen vor einem weiteren Gegentreffer (77.).

"Gott sei Dank ist da das 2:3 nicht gefallen", atmete KSC-Präsident Ingo Wellenreuther nach dem Abpfiff durch. Und Sportdirektor Oliver Kreuzer gab zu: "Da haben wir zehn, 15 Minuten richtig Glück gehabt. Wenn das 2:3 fällt, kann das Spiel noch kippen." Die Gastgeber wackelten nun gehörig und schienen mit ihren Kräften am Ende zu sein. Zum Glück für die Badener kam Regensburg jedoch nicht mehr entscheidend durch. Und in der 90. Minute erlöste Wanitzek seine Farben mit dem 4:1. "Das war eine super Teamleistung", sagte Doppeltorschütze Hofmann - und verschwand glückselig in der Kabine.

Karlsruher SC: Uphoff - Thiede, Gordon, Pisot, Roßbach - Stiefler (90+1. Camoglu), Wanitzek, Kobald, Lorenz - Fink (81. Fröde), Hofmann (90.+2 Sané).

SSV Jahn Regensburg: Meyer - Saller, Nachreiner, Knipping, Okoroji - Wekesser (66. George), Besuschkow, Gimber (85. Palacios), Stolze (78. Schneider) - Grüttner, Albers.

Schiedsrichter: Aarnink (Nordhorn) - Zuschauer: 12 454 - Tore: 1:0 Fink (17.), 2:0 Hofmann (21.), 3:0 Hofmann (56.), 3:1 Besuschkow (70.), 4:1 Wanitzek (90.) - Gelbe Karten: Kobald / Grüttner - Beste Spieler: Wanitzek / Besuschkow.

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