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Rhinos nehmen sich auf die Hörner
Rhinos nehmen sich auf die Hörner
02.12.2019 - 00:00 Uhr
Von Michael Ihringer

Es ist im Sport oft nur ein schmaler Grat zwischen Gewinnen und Verlieren. Was für Hügelsheims Lokalhelden zum Traum-Comeback nach langer Krankheit hätte werden können, endete im Schlagerspiel der Eishockey-Regionalliga Südwest gegen die Eisbären Heilbronn letztlich im Frust. Rhinos-Routinier Andy Mauderer besaß knapp vier Minuten vor der Schlusssirene die Riesenchance zum vermeintlichen Siegtor, die er direkt am rechten Pfosten vergab. Zuvor hatte ihn beim 3:3-Ausgleich der Schwaben eine Mitschuld getragen.

Letztlich kostete diese Verknüpfung unglücklicher Umstände die Gastgeber einen Punkt, deren zwei die Heilbronner nach dem mit 4:3 gewonnenen Penaltyschießen gerne mit nach Hause nahmen. "Zum Schluss haben sie es mehr gewollt, weil sie wussten: Hier geht was. Es gibt keine Ausreden, das war nicht gut von uns", meinte der Unglücksrabe, der erstmals seit dem verlorenen Playoff-Halbfinale im März wieder auf dem Eis stand. "Für mich fühlte es sich völlig normal an, es ging früher als gedacht, weil ich die vergangenen Wochen auch gut trainieren konnte."

Im Endeffekt waren es vor allem aber die vielen Strafzeiten im Schlussdrittel, die den Baden Rhinos die erste Saison-Heimniederlage und den Gästen den ersten Auswärtssieg bescherten. Einige Undiszipliniertheiten hatten im zweiten Abschnitt gar zu einer 3:5-Unterzahl geführt, die noch mit Glück schadlos überstanden wurde. Doch als die Eisbären ihre beharrliche Blockadehaltung im letzten Drittel aufgaben, mutiger den Vorwärtsgang suchten, wurden sie dafür auch belohnt. "Die vielen Strafzeiten kosten Kraft", war Rhinos-Coach Richard Drewniak von der Wende des Topspiels nicht überrascht.

Nach der zweiten überflüssigen Niederlage in Folge und angesichts der frappanten Ausgeglichenheit der Liga gilt es für ihn nun, vermehrt die Sinne im Team zu schärfen, um das erste Saisonziel Playoffs nicht zu gefährden. "In der vergangenen Saison sind wir auch nach der Tabellenführung in ein Loch gefallen, das müssen wir diesmal tunlichst vermeiden. Wir werden nächste Woche definitiv eine Reaktion zeigen."

Nach einem ausgeglichenen Eröffnungsdrittel mit Gästetoren von Rupp (2.), Brendle (19.) und der Rhinos-Antwort durch Groß (12.) und Hemmerich (18.) war das schöne Solo des Kanadiers Brulotte, der im zweiten Versuch den Puck am starken Gästegoalie Hare vorbeischlenzte (22.), ein echter Hingucker. Doch danach nahmen sich die Rhinos mit ihren Fouls selbst auf die Hörner. Kreps besorgte nicht nur den abermaligen Ausgleich (44.), er sorgte mit dem verwandelten Penalty auch für den Zusatzpunkt. "So eng liegt das alles zusammen", weiß der erfahrene Rückkehrer Andy Mauderer nur zu gut, dass man speziell in dieser Saison keinen Gegner unterschätzen darf.

Zumal die personell leicht abgespeckten Eisbären als früherer Serienmeister weiter so etwas wie der Angstgegner sind, hat man den Rhinos doch schon bittere Niederlagen in der Vergangenheit zugefügt, die tränenreichste gewiss 2013 im entscheidenden dritten Finalspiel in Heilbronn. Ebenfalls im Penaltyschießen!

Wenigstens Pavol Jancovic strahlte und scherzte im VIP-Raum. Der Slowake, dessen Bandenzeit am Baden Airpark vor vier Jahren eher unglücklich verlief, freute sich diebisch über das Ausrufezeichen an ehemaliger Wirkungsstätte. "Ich habe noch viele Freunde hier, deshalb habe ich euch wenigstens einen Punkt gelassen." Die Lacher waren ihm gewiss. "Wir brauchten die Punkte", fügte er hinzu. Das Gleiche gilt nun auch wieder für den ESC Hügelsheim.

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