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Knock-out in den Schlusssekunden
Knock-out in den Schlusssekunden
02.12.2019 - 00:00 Uhr
Von Moritz Hirn

Klare Sache in Helmlingen, Hochspannung in Kuppenheim: Während die SG Steinbach/Kappelwindeck ihr Derby in der Handball-Südbadenliga beim TuS Helmlingen überraschend klar gewann, setzte sich Phönix Sinzheim ganz knapp und nach einer Aufholjagd bei der SG Muggensturm/Kuppenheim durch. Damit überholten die Feuervögel ihren Rivalen in der Tabelle.

SG Muggensturm/K. -

Phönix Sinzheim 23:24.

Ganz am Ende war dann doch noch ordentlich Feuer drin: Drama auf der Platte, Emotionen auf der Bank, Geschrei auf der Tribüne. 30 Sekunden vor dem Ende - das Derby stand beim 23:23 auf Messers Schneide - bekam Marvin Charles, bester MuKu-Werfer des Abends, auf Rechtsaußen ein Offensivfoul gegen sich gepfiffen, eine durchaus diskutable Entscheidung. Als er obendrein noch mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt wurde, weil er offenbar den Ball nicht schnell genug loswurde, tobten die Heimfans. Es sollte aber noch schlimmer kommen aus MuKu-Sicht. In einer Auszeit auf die Crunchtime eingestimmt, wuchtete Phönix-Spielmacher Alexander Bossert zwei Sekunden vor dem Ende den Ball zum Sieg der Gäste ins Netz - ausgerechnet Bossert, einer der besten Kumpels von MuKu-Spielertrainer Benny Hofmann. Dessen Coach-Kompagnon Niki Wagner war direkt nach Schlusspfiff selbstredend bedient: "Ein Spiel auf diese Weise zu verlieren, tut schon sehr weh." Die Entscheidung der Unparteiischen in den Schlusssekunden, die ansonsten nicht den Eindruck erweckten, die Hausherren zu benachteiligen, empfand Wagner als "lächerlich".

Sein Gegenüber und pikanterweise Ex-MuKu-Coach Kalman Fenyö musste eingestehen, dass die turbulente Schlussphase seinem Team in "die Karten gespielt hat. Aber dieses Glück muss man sich auch erarbeiten", sagte Fenyö, der von einem "Sieg des Herzens" sprach. Das hatte sein Team in der Tat bewiesen, denn lange Zeit sah es überhaupt nicht danach aus, als könnte Sinzheim Zählbares mit auf die kurze Heimreise nehmen. Die Gäste waren die ersten 20 Minuten "völlig von der Rolle", wie Fenyö zugab. Folglich konnte MuKu weitgehend ungestört schalten und walten. Hinten standen die Abwehr und Keeper Dominik Zaum sicher, nach vorne ging nach Ballgewinnen immer wieder die Post ab - MuKus bevorzugtes Spiel. Auch aus dem Rückraum trafen die Hausherren in Person von Charles und Johannes Milbich nach Belieben. Das 8:2 (14.) sowie 13:7 (28.) war die logische Konsequenz. Schon vor der Pause aber schenkte MuKu zwei Bälle her, weshalb Phönix zur Halbzeit auf 13:9 verkürzte.

Nach dem Wechsel drehte Sinzheim - allen voran Bossert und Valliere Kirschner - richtig auf. In der Abwehr vor dem erneut starken Torhüter Peter Fodor wurde Beton angerührt, vorne zappelte fast jeder Wurf aus dem Rückraum im Netz. Die Folge: Beim 16:16 (42.) war der Ausgleich geschafft, die erste Phönix-Führung folgte prompt. "Wir haben unsere Aggressivität in der Kabine gelassen", monierte Wagner. Sein Team berappelte sich zwar - ging in den Schlusssekunden aber dennoch K.o.

MuKu: Zaum, Treiber - Charles 7, Milbich 4, Hofmann 3/2, Unser 3, Herbst, Grieb je 2, Welzer 1, Josenhans, Lehnkering, Huber - Phönix: Fodor - Kirschner, Bossert je 7, Strehlau 4, Reck 3/2, Brath 2, Rumpf 1, Eisele, Winogrodzki, B. Huck, Ernst, A. Huck, Mild.

TuS Helmlingen -

Steinbach/Kappel. 23:29.

Das Derby war eine überraschend einseitige Angelegenheit, denn die Gäste waren dem TuS in allen Belangen überlegen. Die starke Abwehr der Rebland-SG sowie ein überragender Ferdinand Forcher im Kasten waren ausschlaggebend für den Auswärtssieg. Getrübt wurde der Helmlinger Abend durch eine erneute Knieverletzung des gerade erst genesenen Jan Parpart. Die SG startete besser (4:9/13. u. 6:12/17.), erst ab der 20 Minute fand der TuS ins Spiel und konnte bis zur Pause auf 14:16 verkürzen. Nach dem Wechsel legte die SG wieder zu, Jeremias Seebacher glänzte aus dem Rückraum sowie als Passgeber. Die 26:18-Führung (50.) ließen sich die Gäste nicht mehr nehmen.

Tore für TuS: Pomiankiewicz 10/2, S. Schmitt 4, Kempf 2, Zimmer, Parpart, Müller, L. Schmitt, S. Reichenberger, Strübel, M. Reichenberger je 1 - für SG: Seebacher 8, Krumbacher 4/3, Leppert, D. Kern je 4, Schmitt, Schreck, J. Höll, Gemeinhardt je 2, Schlageter 1.

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