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"Wir waren so nah dran"
05.12.2019 - 00:00 Uhr
Topschützin Emily Bölk quälte sich zu einem müden Lächeln, doch die Auszeichnung zur Spielerin des Spiels spendete kaum Trost nach dem ersten WM-Dämpfer der deutschen Handballerinnen. Das unnötige 25:27 (12:14) gegen Titelverteidiger Frankreich bescherte der Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener trotz des bereits gelösten Hauptrunden-Tickets Druck. Vor dem Vorrundenfinale gegen Asienmeister Südkorea ist alles möglich: Deutschland kann noch mit 4:0 Punkten, aber bei ungünstigem Verlauf auch mit 0:4 Zählern in die nächste Turnierphase einziehen.


"Eine leichte Enttäuschung ist da. Wir waren so nah dran, gehen aber ohne Punkte raus. Das ist schade", sagte der Niederländer Groener. Auch neun Tore der Thüringerin Bölk reichten nicht, um den Welt- und Europameister zu stürzen. "Es sollte heute nicht sein", sagte die Rückraumschützin geknickt. "Es ist sehr schade, weil wir uns immer wieder herangekämpft und Chancen zum Ausgleich hatten."

Im letzten Spiel gegen das noch ungeschlagene Südkorea morgen (11 Uhr/sportdeutschland.tv) kann Deutschland nun aus eigener Kraft sichere zwei Punkte für die Hauptrunde erkämpfen. Wie die deutsche Startbilanz in der Hauptrunde endgültig aussieht, ist vom dritten qualifizierten Team in der schweren Vorrundengruppe B abhängig. Die DHB-Auswahl nimmt in die Hauptrunde nur die Zähler gegen ebenfalls qualifizierte Teams mit.

Daher richtet sich der deutsche Fokus nun auf zwei Dinge: die Regeneration und den kommenden Gegner. "Wir haben heute gemerkt, dass wir gestern ein schweres Spiel hatten. Das lag uns in den Knochen, die Müdigkeit war doch ein bisschen drin", sagte Groener mit Blick auf den 26:25-Coup gegen Dänemark vom Vortag, als Deutschland den Hauptrundeneinzug vorzeitig klar gemacht hatte. "Wir waren nicht ganz so spritzig. Das Dänemark-Spiel war richtig anstrengend", sagte auch Bölk.

Im Yamaga City Overall Gymnasium lag das fehleranfällige deutsche Team konstant in Rückstand, nach der Pause wuchs er zwischenzeitlich auf 18:23 an. Doch die DHB-Auswahl kam zurück - und schnupperte bis zur Schlussminute am Ausgleich. "Wir haben uns nicht belohnt für die Bälle, die wir uns hinten erkämpft haben. Trotzdem bin ich stolz auf das Team", sagte Bölk. Tatsächlich ließ Deutschland zahlreiche freie Würfe ungenutzt. Die Abwehr um Torhüterin Dinah Eckerle zeigte diesmal keine Glanzvorstellung.

Der Niederländer Groener zog dennoch das Positive aus der ersten Niederlage im Turnierverlauf - und richtete den Blick nach vorn. "Das Spiel gibt uns Selbstvertrauen für das letzte Spiel. Wir sind bereit für Südkorea", sagte der 59-Jährige und glaubt fest daran, dass sein Team das Olympia-Ziel nach dem ersten Rückschlag nicht noch weiter aus den Augen verliert.

Erreicht der EM-Zehnte bei der WM eine Platzierung unter den ersten Sieben, wäre er bei einem Qualifikationsturnier für Tokio 2020 dabei. Am Charakter der Mannschaft dürfte dieses Vorhaben nicht scheitern. "Das Team und der Kampfgeist stimmen. Wir geben niemals auf", sagte Bölk. Südkorea kann kommen. (sid)

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