https://www.badisches-tagblatt.de/spielerwahl/index.html
Der Trend geht nur leicht nach oben
15.01.2020 - 00:00 Uhr
Bernd Eisenbichler hatte die Messlatte schon vor dem Saisonstart hoch gelegt. "Wir werden an Medaillen gemessen", sagte der Sportliche Leiter der deutschen Biathleten mit Blick auf die WM in Antholz: "Das ist auch unser Anspruch, eine Führungsnation zu sein." Vier Wochen vor der WM gibt es im erfolgsverwöhnten DSV-Team jedoch nicht allzu viele Medaillenhoffnungen. Der Trend geht vor dem Heim-Weltcup in Ruhpolding zwar nach einem verkorksten Start in den Winter leicht nach oben. Doch auf Bundestrainer Mark Kirchner warten bis zum Saisonhöhepunkt in Südtirol noch einige Herausforderungen und schwierige Entscheidungen.

Bei den Frauen, die heute (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) mit dem Sprint über 7,5 km die Rennen in Ruhpolding eröffnen, haben im Jahr eins nach Biathlon-Königin Laura Dahlmeier in Denise Herrmann, Franziska Preuß und Vanessa Hinz bisher gerade drei Läuferinnen die WM-Norm erfüllt. Und es bleiben nicht mehr allzu viele Chancen. Nach Ruhpolding steht in Pokljuka nur noch ein Weltcup mit nur zwei Einzelrennen an.

Es wird eng - etwa für die formschwache Franziska Hildebrand ("Wenn erst mal der Wurm drin ist"). Die 32-Jährige wurde aus dem Ruhpolding-Kader gestrichen und in den zweitklassigen IBU-Cup versetzt. Auch die bislang eingesetzten Maren Hammerschmidt, Karolin Horchler, Janina Hettich, Anna Weidel und Marion Deigentesch blieben hinter den Erwartungen zurück. Eine schlagkräftige Staffel ist nicht in Sicht. Ohnehin gibt es abgesehen von Verfolgungs-Weltmeisterin Herrmann, die in Oberhof für die bisher einzige Podestplatzierung des Winters gesorgt hatte, aktuell keine potenzielle Siegläuferin. Preuß wäre noch am ehesten in der Lage, hatte zuletzt aber wieder einmal mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Die Pause habe sie "richtig genervt", sagte Preuß. In Ruhpolding ist die 25-Jährige wieder dabei. Sie fühle sich aber noch nicht "in bester Form". Dabei ist nicht mehr viel Zeit bis Antholz.

Bei den DSV-Männern, die immerhin dreimal in diesem Winter aufs Stockerl liefen, ist die Lage nur unwesentlich besser. In Arnd Peiffer, Benedikt Doll, Johannes Kühn und Phi-

lipp Horn hat ein Quartett seine WM-Teilnahme bislang sicher. Aber dann? Für die Ex-Weltmeister Simon Schempp und Erik Lesser, die in Ruhpolding wegen Formschwäche fehlen, ist Antholz derzeit weit entfernt. Schempp (31), Massenstart-Weltmeister von 2017, soll im Training seine Form wiederfinden. Lesser, Verfolgungs-Weltmeister von 2015, muss sich über den IBU-Cup empfehlen. Schempp: "Die momentane Situation ist natürlich sehr schmerzhaft und gibt mir ordentlich zu denken." Er hoffe jedoch, "dass ich das Ruder in der nächsten Zeit noch rumreißen kann!" Er hat immerhin die halbe Norm schon geschafft, Lesser müsste noch eine Top-8- oder zwei Top-15-Plätze liefern. In Bayern dürfen sich nun erstmals in dieser Saison Philipp Nawrath und Roman Rees nach überzeugenden Leistungen im IBU-Cup im Weltcup beweisen. (sid)

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Gelsenkirchen
Biathlon-Königin Dahlmeier freut sich auf Normalität

30.12.2019
Dahlmeier: Freude auf Normalität
Gelsenkirchen (sid) - Laura Dahlmeier (Foto: dpa) freut sich nach ihrem endgültigen Abschied von der Biathlon-Bühne auf die Normalität. "Es ist alles ein bisschen ruhiger. Ich bin froh, dass ich nicht mehr 110 Prozent geben muss, sondern vielleicht 95 Prozent reichen", sagte sie. »-Mehr
Squaw Valley
Mehr Drama, mehr Action

04.12.2019
Biathlon auf dem Weg in die Zukunft
Squaw Valley (red) - Mehr Drama, mehr Action: Der Biathlon-Weltverband probiert gerne neue Wettkampfformate aus, die die Zuschauer vor die Bildschirme und an die Strecken locken. Die traditionellste Form der Skijagd im Einzel wirkt da ziemlich überholt (Foto: AP). Oder doch nicht? »-Mehr
Baden-Baden
´Ihr könntet Euch nicht ehrlich Eures Sieges freuen´

09.11.2019
Zwei Verweigerer des DDR-Dopings
Baden-Baden (red) - Die Trainer Johanna Sperling (Rudern) und Henner Misersky (Skilanglauf) verweigeren sich dem systematischen DDR-Staatsdopingsystem - und wurden abgestraft. Beide hielten dem Druck stand. Miserskys Tochter Antje (Foto: GES) holte 1992 Biathlon-Gold. »-Mehr
Umfrage

Aus Protest gegenüber der Agrarpolitik legen Bauern in mehreren Landeshauptstädten mit Traktoren den Verkehr lahm. Halten Sie ein solches Vorgehen für angemessen?

Ja.
Nein.
Das weiß ich nicht.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1